Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 07. Mai 2009

Landeshauptstadt würdigt mit Kaiser-Otto-Preis 2009 den früheren Außenminister Polens Wladyslaw Bartoszewski

Festakt zur Preisverleihung im Dom zu Magdeburg

Magdeburg.

 

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper ehrt heute Wladyslaw Bartoszewski im Rahmen eines Festaktes im Dom zu Magdeburg mit dem Kaiser-Otto-Preis 2009 der Landeshauptstadt Magdeburg. Damit würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg das Engagement des ehemaligen Außenministers der Republik Polen für eine Politik der Völkerverständigung sowie sein Wirken zur Förderung und Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen.

 

„Mit Ihrem herausragenden politischen und persönlichen Engagement haben Sie einen entscheidenden Beitrag für eine Politik des Miteinanders, des Dialogs und der Versöhnung geleistet und damit zur Völkerverständigung und zur Stärkung des europäischen Gedankens und der europäischen Föderation beigetragen“, würdigt Magdeburgs Oberbürgermeister in seiner Begrüßung den Preisträger. „Darüber hinaus haben Sie mit Ihrem Wirken maßgeblichen Anteil an der Förderung und Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen und der Integration Polens in die europäische Staatengemeinschaft als Teil des gesamteuropäischen Einigungsprozesses. Damit zählen Sie zu den großen Europäern unserer Zeit – ganz im Sinne Kaiser Ottos des Großen.“

 

Die Laudatio auf den Preisträger spricht der frühere Ministerpräsident Thüringens Prof. Dr. Bernhard Vogel. Er würdigt in einem Statement zur Kaiser-Otto-Preisverleihung das Engagement des Preisträgers: „Der Kaiser-Otto-Preis 2009 der Stadt Magdeburg ist auch eine Ermutigung für alle, die sich – trotz aller weiter bestehenden Probleme und Missverständnisse – für Europa einsetzen. Impulsgeber einer vertrauensvollen polnisch-deutschen Nachbarschaft und eines freien und friedlichen Europas werden weiterhin dringend gebraucht. Je mehr, desto besser! Magdeburg, die Stadt Kaiser Ottos, stellt uns am 7. Mai 2009, 1036 Jahre nach dem Tod des großen Kaisers, mit Wladyslaw Bartoszewski ein würdiges Vorbild vor Augen.“

 

Weitere hochrangige Gäste der Preisverleihung sind der Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Marek Prawda, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Prof. Wolfgang Böhmer und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Dr. Christoph Bergner.

 

Wenige Stunden vor der Preisverleihung empfing Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper den Preisträger im Alten Rathaus. Während seines Besuches trugen sich Wladyslaw Bartoszewski und der polnische Botschafter Dr. Marek Prawda in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.

 

Hintergrund

Mit der Verleihung des Kaiser-Otto-Preises fördert die Landeshauptstadt Magdeburg den europäischen Einigungsprozess. Dies gilt besonders im Hinblick auf die ost- und südosteuropäischen Völker. Die Entscheidung für die Vergabe des zum dritten Mal ausgelobten Kaiser-Otto-Preises der Landeshauptstadt Magdeburg hat ein mit zehn Persönlichkeiten besetztes Preiskomitee unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper getroffen. Ausgelobt wird der Kaiser-Otto-Preis von der gleichnamigen Kulturstiftung, die als erste kommunale Stiftung Magdeburgs am 17. April 2003 gegründet wurde. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

 

 

Der Preisträger 2009

Wladyslaw Bartoszewski wurde am 19. Februar 1922 in Warschau geboren. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem Widerstand gegen Deutschland an. Von September 1940 bis Mai 1941 war er als politischer Häftling im Konzentrationslager Auschwitz inhaftiert. 1944 nahm Wladyslaw Bartoszewski am Warschauer Aufstand teil.

 

1946 wurde er mehrmals von den kommunistischen Machthabern verhaftet und zu insgesamt acht Jahren Gefängnis verurteilt. Ab 1955 arbeitete er als Journalist und Mitarbeiter der katholischen Wochenzeitung "Tygodnik Powszechny". Von 1974 bis 1985 war Bartoszewski Professor für Geschichte an der humanistischen Fakultät der Katholischen Universität in Lublin. Politisch engagierte sich Bartoszewski in der Gewerkschaft Solidarnosc. Von 1990 bis 1995 war er polnischer Botschafter in Wien und von Juni 2000 bis September 2001 Außenminister Polens. Seit 2007 ist Wladyslaw Bartoszewski Staatssekretär in der Kanzlei von Premierminister Tusk und dessen Beauftragter für Außenpolitik. Der Preisträger engagiert sich im besonderen Maße für die polnisch-deutsche wie für die jüdisch-christliche Versöhnung.

 

 

Der Preis

Mit dem Kaiser-Otto-Preis werden alle zwei Jahre international bedeutende Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung – von der auch die neuen Bundesländer und Magdeburg profitiert haben –  verdient gemacht haben.  Der Preisträger erhält eine repräsentative Urkunde und eine Bronzemedaille in einer Schmuckschatulle. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Relief des Preisträgers, die Rückseite trägt die Inschrift "Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg". Gestaltet wird die Medaille vom Hallenser Bildhauer Prof. Bernd Göbel. Der Kaiser-Otto-Preis ist nicht dotiert.

 

 

Bisherige Preisträger

Der Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg wurde zum ersten Mal im Jahr des Stadtjubiläums "Magdeburg 12hundert" (2005) an den Bundespräsidenten a.D., Dr. Richard von Weizsäcker verliehen. 2007 wurde die damalige Staatspräsidentin der Republik Lettland, Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga, mit dem Kaiser-Otto-Preis geehrt.

 

 

 

Die Kulturstiftung Kaiser Otto

Die Kulturstiftung Kaiser Otto wird von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Stadtsparkasse Magdeburg gemeinsam getragen. Neben der Auslobung des Kaiser-Otto-Preises fördert und begleitet die Stiftung Vorhaben, die Magdeburg als eine bedeutende europäische Metropole des Mittelalters überregional bekannt machen.

 

 

Der Stiftungsvorstand

Der Stiftungsvorstand setzt sich aus dem Vorsitzenden Dr. Rüdiger Koch, Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, dem Stadtrat Alfred Westphal und dem Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Magdeburg, Jens Werner Eckhardt, zusammen.

 

 

Das Stiftungskuratorium

Zum Kuratorium der Kaiser-Otto-Stiftung gehören Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper als Vorsitzender, der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Magdeburg Horst Eckert, die Vorsitzende des Kulturausschusses Stadträtin Karin Meinecke, der ehemalige Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Willi Polte sowie Stadtrat Eberhard Seifert. Das Kuratorium beruft ein Preiskomitee, das über mögliche Preisträger berät und eine Auswahl trifft.

 

 

Das Preiskomitee

Dem Preiskomitee gehören neben den Mitgliedern des Kuratoriums und des Vorstands der Kaiser-Otto-Stiftung bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Dies sind der Bundesaußenminister a. D. Hans Dietrich Genscher und der Unternehmer Edzard Reuter, der als Sohn des ehemaligen Magdeburger Oberbürgermeisters Ernst Reuter eine besondere Beziehung zur Landeshauptstadt Magdeburg hat, sowie Claus Holtmann, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.

 

Des Weiteren gehören dem Preiskomitee Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg an, u. a. Rainer Robra, Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität zu Magdeburg, Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal, Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg, Jens Ansorge, Vorsitzender des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg, der Bundestagsabgeordnete Dr. Uwe Küster (SPD) und Claus Mangels, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Magdeburg und Mitinitiator der Kaiser-Otto-Stiftung.

 




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
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