Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus Bischof Axel Noack. Der Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen trug sich aus Anlass seiner Verabschiedung aus dem Amt ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
Axel Noack ist seit dem 5. Juli 1997 Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und Inhaber der 1. Pfarrstelle am Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg. Seit dem 1. Januar 2009 ist er einer von zwei Bischöfen der fusionierten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).
Aufgrund der erfolgten Fusion der Kirchenprovinz Sachsen mit der Thüringer Landeskirche zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands war die Wahl eines neuen, gemeinsamen Bischofs notwendig. Am 7. Juni 2009 wird Bischof Axel Noack offiziell aus seinem Amt verabschiedet.
Axel Noack beteiligte sich 1989/90 engagiert an der Bürgerbewegung in der DDR und arbeitete mit am „Runden Tisch“ und im MfS-Überprüfungsausschuss. Er hat maßgeblichen Anteil am Zusammenschluss des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR mit der Evangelischen Kirche in Deutschland im Juni 1991. Sein besonderes Engagement galt der Neuordnung der Militärseelsorge im Bereich der evangelischen Kirchen in den neuen Bundesländern.
„Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Zusammenarbeit mit städtischen Einrichtungen und Institutionen verstärkt und neue Kooperationen aufgebaut wurden.“ würdigte der Oberbürgermeister Bischof Noack. „So entstanden unter seiner Leitung neue Formen der Zusammenarbeit mit vielen positiven Auswirkungen für die Stadt und das Gemeinwesen.“
Die Domgemeinde und zahlreiche weitere Kirchengemeinden der Kirchenprovinz beteiligen sich aktiv an vielen städtischen Veranstaltungen und Projekten und leisten damit einen wertvollen Beitrag für Integration, Verständnis und Miteinander in der Landeshauptstadt. Mit der Gründung der Evangelischen Grundschule leistet die evangelische Kirche einen herausragenden Beitrag für die Pluralität und Attraktivität der Bildungsangebote in der Stadt. Darüber hinaus ist die evangelische Kirche heute unverzichtbar in der Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung in Magdeburg.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Es wurde unter Oberbürgermeister Hermann Beims eingerichtet. Die erste Eintragung erfolgte am 10. Mai 1931 durch die Mitglieder des Magistrats. Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder die sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Weigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige und derzeitige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde und Prof. Reinhold Krampitz sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg (z.B. nach dem Gewinn der Champions League 2002), der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a.D. Roland Wambeck sowie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg.