Magdeburg.
Ab 28. Mai wird im IBA-Shop in der Regierungsstraße eine neue Ausstellung gezeigt. Mit den „Panoramafotografien von Ulrich Arendt“ können Besucher nachvollziehen, wie sich Magdeburg in den letzten Jahren verändert hat. Ein Ausstellungsgespräch zu bildgestalterischen und technischen Aspekten der Panoramafotografie findet mit dem Bildautor Ulrich Arendt am 11. Juni um 18.00 Uhr im IBA-Shop statt.
Der Bildautor Ulrich Arendt beschäftigt sich seit zwei Jahren intensiv mit digital generierten Panoramafotografien. Erste analoge Versuche mit einer russischen Panoramakamera reichen bis in die 1970er Jahre zurück und werden auch in einigen vergleichenden Aufnahmen in der Ausstellung zu sehen sein.
Die im IBA-Shop gezeigten großformatigen Panorambilder bis zu einer Länge von 300 cm bestehen aus 3 bis 15 Einzelbildern. Diese wurden mit unterschiedlichen Digitalkamerasystemen und Brennweiten, mit einem stabilen Stativ und Panorama-kopf sowohl im Quer- als auch im Hochformat aufgenommen. Dabei sind ein paar optisch-physikalische Grundsätze wie der Parallaxenversatz, Nodal- oder Panoramapunkt und eine waagerechte Horizontlinie unbedingt zu berücksichtigen.
Bei den Einzelaufnahmen wird die Kamera um einen bestimmten Winkel gedreht. Besondere Herausforderungen sind immer wieder die für eine Gesamtaufnahme zu berücksichtigenden unterschiedlichen Belichtungssituationen, die vom tiefen Schatten bis zum extremen Gegenlicht reichen können, wie z.B. die in der Ausstellung gezeigten Motive von der Zollbrücke und vom Elbauenpark.
Am Rechner werden die Einzelbilder mit einer speziellen Software zusammengesetzt und erfahren eine teilweise sehr aufwendige Nachbearbeitung, der bei bewegten Objekten, „Blaue Stunde-Motiven“ und Objekten mit Personen schon viele Tages- und Nachtstunden in Anspruch nehmen kann.
Der besondere bildgestalterische Reiz liegt in einer pseudorealen fotografischen Abbildung mit überraschenden neuen architektonischen und geometrischen Formen, die sich teilweise weit vom Originalmotiv entfernen können. Dieser Effekt tritt besonders bei engen Räumen, Brücken und Motiven mit starker Vordergrund-betonung auf. Hier beeindrucken besonders die Panoramen von der Otto-von-Guericke-Universität und die Aufnahmen vom Herrenkrugsteg, der Wasserfall- und Sternbrücke.
So kann der Betrachter plötzlich neue visuelle Erfahrungen von bekannten Motiven machen, wie auch z.B. vom Domplatz oder der Hegelstraße, wo Gebäudeensembles, die sich gegenüberstehen, im Panorama mit „einem Blick“ erfasst werden können.
In der Ausstellung werden ausschließlich Magdeburger Motive vom Herrenkrugpark im Norden bis zur südlichen Elbaue entlang des IBA-Pfades gezeigt . Die Ausstellung im IBA-Shop ist montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, am Wochenende und an Feiertagen sind Besucher von 10.00 bis 16.00 Uhr willkommen.
Hintergrundinformationen
Die Landeshauptstadt orientiert ihren Beitrag zur IBA 2010 am Leitbild "Leben an und mit der Elbe", denn der Fluss prägt maßgeblich die Identität des Stadtbildes. Aber Stadt- und Flusslandschaft waren im Prozess des stetigen gesellschaftlichen Wandels nachhaltigen Veränderungen unterworfen. Deshalb sollen die Elbe und ihre naturnahen Auen noch stärker als bislang in die Stadtlandschaft einbezogen werden.
Ziele der Magdeburger IBA-Beteiligung sind unter anderem die attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers, die Aufwertung der an die Elbe grenzenden Stadtgebiete, die Suche nach Nutzungen für Brachflächen, die Stärkung der städtischen Identität und die Schärfung des Profils als innovative Wissenschaftsstadt.
An drei IBA-Schauplätzen entlang der Elbe werden exemplarisch neue Wege der Stadtentwicklung aufgezeigt:
1. "Mehr Stadt – weniger Landschaft": Der ehemalige Handelshafen wird unter diesem Thema zu einem "Wissenschaftshafen" umgebaut. Er ist bereits heute ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung am Fluss. Die Landeshauptstadt entwickelt hier ein lebendiges Stadtquartier mit Flächen für Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Die "Denkfabrik" und weitere wissenschaftliche Einrichtungen qualifizieren den Wissenschaftshafen zu einem Zentrum für Innovation und Wissenstransfer.
2. "Historisches Erbe am Fluss": Zweiter IBA-Schauplatz ist die Altstadt bis hin zum Elbbahnhof. Hier wird zum Beispiel mit der baulichen Entwicklung bisheriger Bahngrundstücke in unmittelbarer Nähe zum Fluss und zum südlichen Stadtzentrum eine neue Phase der Stadtentwicklung entlang der Elbe angestoßen. Ein Teil des Bereiches rund um die Elbe hat bereits wesentlich an Attraktivität gewonnen: die Elbuferpromenade wurde in vielen Bereichen verschönert, der Petriförder mit seinen Schiffsanlegestellen sowie die Lukasklause erstrahlen in neuem Glanz, der neue Stadtplatz und die Ginkgo-Allee laden zum Verweilen ein und die neue Brücke über das Schleinufer verbindet die touristisch attraktiven Bereiche des Domplatzes und des Fürstenwalls direkt mit einer begehbaren Ufermauer am Fluss.
3. "Weniger Stadt, mehr Landschaft": Unter diesem Thema sollen die im Südosten gelegenen Stadtteile aufgewertet werden. Hier geht es um die zukünftige Gestaltung großer ehemaliger Industrieareale. Ziel ist die Verlagerung von Gewerbestandorten – weg von der Elbe, hinein in den Bereich zwischen Hauptstraße und Trassen der Deutschen Bahn. Durch diese Verlagerung könnten neu gewonnene Landschafts-, Freizeit- und Wohnbereiche an der Elbe entstehen. Die Siedlungsstrukturen zwischen der Elbe und der Bahnlinie sollen entflochten, die Ortskerne gestärkt und ihr Bezug zur Elbe in den Mittelpunkt dieses IBA-Schauplatzes gerückt werden. Um diesen Prozess erfolgreich zu führen, hat die Stadtverwaltung Strategien für ein Flächenmanagement entwickelt.