
Kreis Unna. (PK) Der 22. Mai ist der internationale Tag der biologischen Vielfalt. Anlass für den Kreis Unna, auf die aktuelle Situation von Artenvielfalt und Lebensräumen im Kreisgebiet hinzuweisen.
„Der Flächenverbrauch für neue Siedlungs- und Verkehrsprojekte und die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft sind weiterhin die Hauptursachen für den Rückgang zahlreicher Arten im Kreis Unna“, erläutert Ludwig Holzbeck, Leiter des Fachbereiches Natur und Umwelt beim Kreis.
Dieser Entwicklung steuert der Kreis bereits seit Jahren aktiv entgegen. So liegen mittlerweile rechtskräftige Landschaftspläne für alle zehn kreisangehörigen Städte und Gemeinden vor. „Der Kreis Unna gehört zu den führenden Kreisen Nordrhein-Westfalens bezüglich der Umsetzung seiner Landschaftspläne“, unterstreicht Holzbeck. Jahr für Jahr legt der Kreis 10 bis 15 Kilometer Hecken, Baumreihen, Säume und Waldränder an. Darüber hinaus wurden und werden zahlreiche Kleingewässer, Obstwiesen, Brachen und extensive Grünlandbereiche geschaffen. Im Rahmen der Realisierung der Landschaftspläne wurden im gesamten Kreisgebiet bisher rund 128 Kilometer Hecken, 65 Kilometer Baumreihen und 113 Kilometer Säume und Raine angelegt. Zudem fördert der Kreis auf 450 ha Fläche naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung.
Mittels der Landschaftsplanung hat der Kreis nicht nur Naturschutzmaßnahmen festgesetzt, sondern auch Schutzgebiete ausgewiesen. Innerhalb der Naturschutzgebiete werden in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station, aber auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz in besonderer Intensität Naturschutz- und Artenschutzmaßnahmen durchgeführt. Mit jetzt 6 Prozent Naturschutzgebietsflächen (1982: 0,25 %) und weiteren 3,4 % geschützten Landschaftsbestandteilen (1982: 0 %) hat der Kreis eine durchaus bemerkenswerte Bilanz vorzuweisen, da die Ausweisung von Schutzgebieten in der Ballungsrandzone gewöhnlich zu ungleich mehr Konflikten führt als auf dem Land.
Der Schutz der Artenvielfalt spielt auch bei der Unterhaltung von kreiseigenen Liegenschaften eine erhebliche Rolle. So ist der Kreis Eigentümer von ca. 555 ha Naturschutzflächen. Auf diesen Flächen hat der Naturschutz absolute Priorität.
Trotz der Erfolge des Kreises kann die biologische Vielfalt im Kreis Unna aber dauerhaft nur erhalten bleiben, wenn alle Beteiligten zusammenwirken, betont Holzbeck: „Erfolgsvoraussetzungen sind eine verbindlichere Steuerung des Flächenverbrauchs und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Land- und Forstwirtschaft.“