Die Hubbrücke im früheren Handelshafen ist wieder passierbar. Mit dem symbolischen Scherenschnitt hat der beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dr. Dieter Scheidemann, heute das technische Denkmal wieder für den Fußgänger- und Radverkehr freigegeben. In die Sanierung der früheren Holzkonstruktion des Bauwerkes, das über den Verbindungskanal zwischen der Elbe und dem Hafenbecken führt, wurden rund 230.000 Euro investiert.
"Ab sofort kann die Hubbrücke im früheren Handelshafen von den Magdeburgerinnen und Magdeburgern sowie den Gästen unserer Stadt wieder überquert werden", freut sich der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dr. Dieter Scheidemann, über die beendeten Baumaßnahmen. "Damit können auch die Radfahrer auf dem westelbischen Radwanderweg jetzt wieder ohne Umwege das technische Denkmal passieren."
Die Sanierung war notwendig, weil das Tiefbauamt bei einer Sonderprüfung 2007 starke Schäden an den Holzbauteilen des Bohlenbelages und der Unterkonstruktion festgestellt hatte. Ursache waren holzzerstörende Pilze. Bei der Sanierung wurde die alte Holzkonstruktion komplett demontiert und durch Bohlen aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf einer Trägerkonstruktion aus Stahl ersetzt. Die aus dem Kunststoff gefertigten Bohlen haben holzähnliche Eigenschaften. Sie sind 30 Zentimeter breit und fünf Zentimeter stark. Den denkmalpflegerischen Auflagen entsprechend wurden die alten Gleise optisch in den neuen Belag integriert.
Zur Auflagerung der Bohlen wurde eine Stahlträgerkonstruktion eingebaut, die aus Quer- und Längsträgern besteht. Die Verbindungen mit den alten Längsträgern wurden als Klemmverbindungen, die Anschlüsse der neuen Stahlträger untereinander als Schraubverbindungen ausgeführt. Die neue Stahlträgerkonstruktion dient auch der Befestigung des neuen Geländers, das dem Original nachempfunden wurde.
In die Baumaßnahme wurden insgesamt rund 230.000 Euro investiert. Zu den ausgeführten Leistungen gehörten unter anderem die Demontage von rund 40 Kubikmetern Holzbelag, der Rückbau von 80 Metern seitlicher Brückensicherung aus Drahtgeflecht und eines 33 Meter langen Gleises sowie die Montage von 16 Tonnen feuerverzinktem Stahlträgerrost, 260 Quadratmetern Bohlenbelag aus glasfaserverstärktem Kunststoff und etwa 80 Metern Geländer mit Drahtgitterfüllung.
Am Bau beteiligte Firmen waren das Ingenieurbüro Wille aus Magdeburg (Planung und Bauüberwachung), die Magdeburger Firma Metallbau Riegg (Stahlbau, Bohlenbelag und neues Geländer), die MAW Dienstleistung GmbH aus Magdeburg (Abbrucharbeiten) und die Dzindzol Gerüstbau GmbH aus Ackendorf (Schutzgerüst).
Die rund 33 Meter lange und etwa acht Meter breite Hubbrücke überspannt den Verbindungskanal zum früheren Handelshafen im nördlichen Zufahrtsbereich. Sie wurde 1893 zur Überführung eines Eisenbahngleises sowie einer Straßenverbindung auf dem damaligen Hafengelände erbaut und ist heute ein technisches Denkmal. Bei der Festlegung für den Verlauf des Elbe-Radweges im Stadtgebiet von Magdeburg wurde die Brücke in den westelbischen Radwanderweg integriert, wodurch das Bauwerk als technisches Denkmal an enormer Bedeutung gewonnen hat.
Zur Gewährleistung der Schiffspassage von der Elbe durch den Kanal in das Becken des früheren Handelshafens befindet sich die Brücke derzeit im angehobenen Zustand und ist dort arretiert. Die vor der Sanierung vorhandenen Treppen wurden deshalb wieder errichtet. Zur Erleichterung der Passierbarkeit mit dem Fahrrad wurden zusätzliche Schieberinnen angebracht, damit Fahrräder auch geschoben werden können. Erst wenn keine Schiffe mehr den Kanal passieren, kann durch das Absenken der Brücke dauerhaft eine niveaufreie Wegeverbindung geschaffen werden.