Magdeburg.
Gemeinsam mit Diözesanbischof Dr. Gerhard Feige und dem Generalabt des Prämonstratenser-Ordens Thomas Handgrätinger OPraem weiht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am Samstag (6. Juni), dem 875. Todestag des Heiligen Norbert von Xanten, dem Gründer des Prämonstratenser-Ordens und Erzbischof von Magdeburg, den Prämonstratenserberg ein. Die Verbindung zwischen Goldschmiedebrücke und Klosterstraße soll das Wirken des Ordens in Magdeburg würdigen.
Aufgrund der Bedeutung des ehemaligen Erzbischofs Norbert von Xanten und des von ihm gegründeten Ordens der Prämonstratenser für die Stadt Magdeburg hatte der Stadtrat bereits 2007 beschlossen, eine Straße, einen Platz oder einen Berg in der Altstadt - rund um das Kloster Unserer Lieben Frauen oder die Petrikirche - nach dem Orden der Prämonstratenser zu benennen.
Auf der Suche nach einem passenden Ort kam die Arbeitsgruppe „Straßennamen und Hausnummerierung“ zu dem Ergebnis, dass eine Benennung möglichst im Sichtfeld des Klosters vorgenommen werden sollte. Die Entscheidung fiel daher auf die bisher unbenannte Grünfläche zwischen „Materlikstraße“ und „Große Klosterstraße“, weil dieser Ort aufgrund seiner Nähe zum Kloster und den damit verbundenen historischen Beziehungen für eine Benennung nach dem Orden der Prämonstratenser prädestiniert ist. Der Stadtrat stimmte dem Vorschlag der AG Straßennamen im Juli 2008 zu.
Hintergrund – Prämonstratenser in Magdeburg
1126 wurde Norbert von Xanten, der Gründer des Prämonstratenserordens, zum Erzbischof von Magdeburg bestimmt. Bereits 1129 wandelte er das hier bestehende Stift in ein Prämonstratenser-Kloster um und holte seine Mitbrüder nach Magdeburg. Damit kann der Prämonstratenserorden auf eine 880 Jahre währende Geschichte in Magdeburg zurückblicken.
Das neu gegründete Kloster entwickelte sich zur Wiege der mitteldeutschen Prämonstratenser und wurde Ausgangspunkt ihrer Mission unter den Slawen. Von hier aus wurden weitere Töchterklöster und Domkapitel gegründet. Damit leistete der Orden der Prämonstratenser auch einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Magdeburg im Mittelalter.
Auf eigenen Wunsch wurde Erzbischof Norbert 1134 im Magdeburger Kloster beerdigt und erst 1626 im Zuge der Reformation nach Prag umgebettet. Nachdem Magdeburg protestantisch wurde, verließen die Chorherren die Stadt.
Seit 1991 ist der Prämonstratenser-Orden wieder in Magdeburg ansässig. Getreu dem Wahlspruch des Ordens: „Zu jedem guten Werk bereit“ engagieren sie sich im kirchlichen, sozialen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Damit lebt die Idee des Heiligen Norbert in Magdeburg wieder auf und fort.
Mit der Errichtung des neuen Prämonstratenser-Klosters in der Neustädter Straße wird darüber hinaus ein neues geistliches Zentrum für Magdeburg und die gesamte Region entstehen.
Der Prämonstratenserberg wird künftig in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer einstigen Wirkungsstätte, des Klosters Unser Lieben Frauen, an die Prämonstratenser erinnern. Die offizielle Namensgebung am Samstag (6. Juni 2009) um 12.00 Uhr ist Teil der Feierlichkeiten zum Gedenken an Erzbischof Norbert von Xanten aus Anlass seines 875. Todestages.