Volkmarsen/Kreis Kassel/Landkreis Waldeck-Frankenb.
Ab 1. Juli ist Dr. Udo Schlitzberger nicht mehr Landrat des Landkreises Kassel - als Verbandsvorsteher des Hessischen Wasserverbands Diemel bleibt er dem Hochwasserschutz in der Region noch bis Ende des Jahres 2009 erhalten. „Ein Jahrhunderthochwasser im Jahr 1965 war Anlass der Bildung des Hessischen Wasserverbandes Diemel“ erläutert Dr. Schlitzberger bei einem Besuch des Hochwasserrückhaltebeckens Ehringen bei Volkmarsen. Hochwasserschutz sei heute noch genauso aktuell wie vor 40 Jahren. Wie direkt Veränderungen des Klimas Auswirkungen auf unser Leben haben kann, zeigten die immer häufiger feststellbaren Ausschläge im Wetterbericht, so der Landrat weiter. Große Hitze, Starkregenfälle und Hochwasser würden zwar noch mit dem Zusatz „Jahrhundert-„ versehen, ihre Häufung in wenigen Jahren passe allerdings nur noch bedingt zu dieser Bezeichnung.
Dr. Schlitzberger: „Heute ist der Begriff Nachhaltigkeit in aller Munde – der Start des Hessischen Wasserverbandes Diemel war gleichzeitig auch der Start in einen nachhaltigen Hochwasserschutz in unserer Region“. Heute erschienen Planungen groß angelegter Staudämme, die 1969 die Diskussion bestimmten, kaum mehr nachvollziehbar. Die bestehenden Talsperren, wie zum Beispiel die vom Wasserverband Diemel umgesetzte Twistetalsperre bei Bad Arolsen, würden heute mehr in ihrer touristischen Funktion, statt als Bestandteil eines vorsorgenden Hochwasserschutzes betrachtet. Die letzte Regulierungsmaßnahme dieser Art sei das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen, das im Oktober 2008 fertiggestellt wurde.
„Heute steht das Miteinander von nachhaltigem Hochwasserschutz und zukunftsweisenden Naturschutzprojekten im Mittelpunkt der Arbeit des Hessischen Wasserverbandes Diemel“, betont Dr. Schlitzberger. Der Verband setze daher bereits seit einiger Zeit auf die Renaturierung von historischen Flussläufen, um so modernen Hochwasserschutz zu praktizieren. Bei Flüssen, die in einem engen begradigten Bett fließen, führten Hochwasser immer wieder dazu, dass Ortslagen überschwemmt werden, da Retentionsräume, in die das Hochwasser abfließen können, fehlen. „Die Diemel zwischen Liebenau und Trendelburg ist noch durch starke Begradigungen geprägt – der Wasserverband hat daher in den letzten vier Jahren an dieser Stelle drei verschiedene Renaturierungsprojekte umgesetzt“, informiert der Verbandsvorsteher. Diese Wasserbauvorhaben hätten gleichzeitig auch positive Effekte für den Naturschutz. Die wiedergenutzten Altarme entwickeln sich ausgezeichnet – bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich wieder angesiedelt und für die Fische bieten sich gute Laichmöglichkeiten.
Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Arbeitsfeld des Hessischen Wasserverbandes Diemel ist sein Engagement für den Erhalt kulturhistorisch wertvoller Bauwerke und Denkmäler. Dr. Schlitzberger: „Was mit der Mühle Laar bei Zierenberg begann, findet seine Fortsetzung in der Alten Mühle Trendelburg, in der eine Dauerausstellung über die Aufgaben des Wasserverbandes und seine Geschichte informiert“. Diese Arbeit werde auch anerkannt - der Verband erhalte für die Sanierung der Alten Mühle in diesem Jahr den hessischen Denkmalschutzpreis. Außerdem gehört die Betreuung der letzten Überreste des Landgraf-Carl-Kanals zwischen Bad Karlshafen und Hofgeismar zum kulturellen Auftrag des Wasserverbandes.
Seit seiner Gründung hat sich der Hessische Wasserverband Diemel zu einem Garanten für nachhaltigen Hochwasserschutz und zu einem kompetenten Partner der hessischen Mitgliedskommunen an der Diemel und ihrer Nebenflüsse entwickelt, bilanziert der Landrat. „Ich bin sicher, dass auch die nächsten zehn Jahre bis zum nächsten runden Jubiläum eine Erfolgsgeschichte werden“, sieht Dr. Schlitzberger den Verband auch für die Zukunft gut aufgestellt.
Hintergrund:
Der Hessische Wasserverband Diemel kümmert sich um Hochwasserschutzmaßnahmen sowie den Ausbau, die Renaturierung und die Unterhaltung an Diemel, Twiste, Erpe und Warme einschließlich der dazugehörigen Nebengewässer. Seit seiner Gründung hat der Verband das Hochwasserrückhaltebecken Volkmarsen-Ehringen, die Twistetalsperre und eine Sohlschwelle bei Liebenau gebaut, die Alte Mühle Trendelburg und die Mühle Laar bei Zierenberg saniert bzw. unterhalten sowie eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Bad Karlshafen durchgeführt. Im Aufgabenfeld Renaturierung ist der Verband in Trendelburg und Liebenau aktiv. Aktuell stehen Hochwasserschutzmaßnahmen im Warmetal und Gewässerunterhaltungsmaßnahmen im gesamten Verbandsgebiet auf dem Programm.
Zum Verband gehören die Kommunen Bad Arolsen, Bad Karlshafen, Calden, Diemelstadt, Liebenau, Trendelburg, Volkmarsen und Zierenberg sowie die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg. Vorsitzender des Verbandes ist Landrat Dr. Udo Schlitzberger, sein Stellvertreter ist Landrat Helmut Eichenlaub.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: