Gemeinsam mit Vertretern des Bürgervereins Salbke, Fermersleben, Westerhüsen e.V. eröffnet Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am kommenden Samstag, den 20. Juni 2009 um 13.00 Uhr das "Salbker Lesezeichen". In den Bau der Freiluftbibliothek in Alt Salbke 37 wurden rund 500.000 Euro investiert. Der Bürgerverein wird das "Salbker Lesezeichen" betreiben. Die Eröffnung wird mit einem großen Lesefest und Konzerten gefeiert.
"Mit dem 'Salbker Lesezeichen' hat die Landeshauptstadt Magdeburg ab Samstag eine Freiluftbibliothek", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Gleichzeitig ist das 'Lesezeichen' ein Symbol für den Wandel in den südöstlichen Stadtteilen. Ich wünsche mir, dass sich die neue Freiluftbibliothek zu einem Ort vielfältiger Kultur entwickelt und viele Magdeburgerinnen und Magdeburger diesen Platz im Herzen Salbkes neu entdecken."
Das "Salbker Lesezeichen" wurde als Stadtregal konzipiert. Die Bücherwand mit den Buchvitrinen soll den Lesern und Nutzern rund um die Uhr offen stehen. Für die Darstellung der Aktivitäten im Stadtteil sowie für Sponsoren, die den Bürgerverein beim Betrieb der Freiluftbibliothek unterstützen, wurden Präsentationsvitrinen geschaffen. Eine Sitzbank entlang der Bücherwand sowie als Leseinseln konzipierte Sitznischen laden zum Verweilen ein. Jugendlichen steht ein Freibereich zur Verfügung.
Am Rande der Open-Air-Bibliothek wurde eine Bühne errichtet. Sie kann für Auftritte von Bands, aber auch für andere Veranstaltungen – zum Beispiel von der Schule und der Kirche oder von Kultur-Akteuren – genutzt werden. Die Freiluftbibliothek wird damit auch zu einem sozialen Treffpunkt im Stadtteil.
Errichtet wurde das "Salbker Lesezeichen" in einer Bauzeit von rund sechs Monaten. Auf Wunsch der Stadtteilbewohner wurde für die Freiluftbibliothek auch Recycling-Material verbaut. So besteht die Fassade aus Aluminium-Modulen, die früher ein großes Warenhaus in Hamm zierten.
Insgesamt wurden in das "Salbker Lesezeichen" 504.100 Euro investiert. Mit 449.100 Euro sind der größte Teil Fördermittel des Bundes. Die übrigen 45.000 Euro kamen aus dem städtischen Haushalt.
Die Geschichte des "Salbker Lesezeichens" begann im Oktober 2005 als städtebauliches Experiment. Auf einer verwilderten Brachfläche wurde damals für zwei Tage eine temporäre Freiluftbibliothek aus leeren Bierkästen aufgebaut. Die Leitung dieses Projektes oblag den Büros Architektur + Netzwerk aus Magdeburg und dem Büro Karo-Architekten aus Leipzig.
Im Anschluss daran war es der Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam mit den Planern gelungen, Fördermittel für die Planung und den Bau des "Lesezeichens" einzuwerben. Aus mehr als 100 Bewerbungen wurde das "Salbker Lesezeichen" ausgewählt und als eines von sieben Modellvorhaben für den Bereich "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen des Forschungsprogramms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" finanziell gefördert.
Im Rahmen einer zweiten, umfangreichen Planungsphase wurde gemeinsam mit den Bürgern aus Salbke in mehreren Workshops und einem Planungs-Camp die endgültige Form und Funktion des Lesezeichens entwickelt. Die im Sommer 2008 Jahres aufgrund der explodierenden Stahl- und Energiepreise kurzzeitig entstandenen finanziellen Probleme für den Bau konnten durch eine Anpassung der Planungen und eine Nachbeantragung von Fördermitteln behoben werden.
Die Grundsteinlegung für das Salbker Lesezeichen war am 6. Dezember 2008. Den Außenanlagen der Bürgerbibliothek den letzten Schliff gaben Jugendliche bei einer Graffiti-Aktion mit dem Duo Marcel Meyfarth und Kenneth Bidler am 6. Juni. Sie verzierten den Betonsockel des Lesezeichens mit Schriftzeichen. So hinterließ jeder Sprayer mit einem "tag" seine ganz persönliche Unterschrift. Ziel dieser Aktion war es, nicht nur dem Betonsockel eine persönliche Note zu geben, sondern Jugendliche aktiv in die Gestaltung der Bibliothek einzubeziehen und sie für die zukünftige Nutzung zu begeistern.
Das "Salbker Lesezeichen" ist aber mehr als eine Freiluftbibliothek. Unter dem Stichwort "Lesezeichen" engagieren sich seit rund vier Jahren Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für den Aufbau einer kulturellen und sozialen Infrastruktur und für ein Mehr an Lebensqualität im Ortskern von Salbke. "Dieses ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine hoch motivierte Bürgerschaft aktiv an der Gestaltung ihres Stadtteilquartiers mitwirken kann", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper über das Engagement vor Ort.
Parallel zu den Planungen für den Bau des Lesezeichens wurde von den Salbker Bürgern eine Bürgerbibliothek aufgebaut. Diese ist seit ihrem Anfangsbestand von 1.000 gespendeten Büchern im Oktober 2005 mittlerweile auf über 20.000 Exemplare mit einem festen Leserstamm angewachsen.
Zur Eröffnung des "Salbker Lesezeichens" sind alle interessierten Magdeburgerinnen und Magdeburger herzlich willkommen!