Baunatal.
„Die Einweihung des Mensaanbaus der Friedrich-Ebert-Schule ist etwas ganz besonderes: Es ist meine letzte!“, sorgt Vizelandrat Uwe Schmidt zu Beginn seines Grußwortes kurz für Irritationen bei den zahlreichen Gästen anlässlich der feierlichen Eröffnung der neuen Mensa der Baunataler Ganztags-Grundschule. Als er nach einer kurzen Pause hinzufügt „als Erster Kreisbeigeordneter, der sicher noch viele als Landrat folgen werden“, hatte Schmidt die Lacher auf seiner Seite.
Dass die Einweihung der neuen Räume der Friedrich-Ebert-Schule so knapp vor dem Wechsel Schmidts zum Landrat des Landkreises Kassel erfolgt, hatte nichts mit einem besonderen „politischen Zeitgefühl“, sondern viel mehr mit dem langen und frostigen Winter zu tun. Schmidt: „Beim ersten Spatenstich im Juni 2008 hatte ich angekündigt, dass die Mensa noch im Jahr 2008 für die Schule zur Verfügung stehen würde – solche Ankündigungen kann man auch nur als Nichtlandrat machen“. Zukünftig werde er seine Vorhersagen über mögliche Fertigstellungstermine so großzügig bemessen, dass sie von der realen Bauzeit immer unterschritten werden, kündigt Schmidt schmunzelnd an, der auch als Landrat für die Schulen im Kreis zuständig bleiben wird.
Schmidt bedankte sich bei den am Bau beteiligten Firmen, die besonders im Bereich des Fassadenbaus „dem Frost getrotzt haben“. Auch wenn die offizielle Eröffnung Ende Juni erfolgt, hätte die Mensa bereits vorher genutzt werden können. „Nach allem was mir berichtet wurde, haben die Schülerinnen und Schüler ihre neue Mensa schnell ins Herz geschlossen“, berichtet der Vizelandrat. Ein Blick in die architektonisch, ökologisch und baulich „hervorragend gelungenen“ Räume zeige, dass dies auch kein Wunder ist.
Schmidt: „Das Büro Hegger, Hegger, Schleiff war ja bereits am letzten Wochenende mit dem Mensaanbau für die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule als gelungenes Beispiel für die Kombination eines Anbaus an ein vorhandenes Schulgebäude beim Tag der Architektur am letzten Wochenende vertreten – mit der Mensa der Friedrich-Ebert-Schule hat das Büro eine starke Bewerbung für den nächsten Tag der Architektur abgegeben“. Die neuen Räume lassen viel Tageslicht herein, der gesamte Neubaubereich ist mit einer hocheffizienten Wärmedämmung und einem „Gründach“ ausgestattet. Daher ist es auch möglich, den Anbau ohne eine Verstärkung der bisherigen Heizung mit Wärme zu versorgen. Auch bei den Baumaterialien spielte der Umweltschutz eine wichtige Rolle. „In Kooperation mit den Architekten haben wir uns für eine Tragkonstruktion in CO²-armer Holzbauweise entschieden“, betont Schmidt.
Die Bauarbeiten für den Mensaanbau an der Grundschule hatten im Juni 2008 begonnen. In dem vom Kasseler Architekturbüro Hegger Hegger Schleiff aus Kassel geplanten Anbau an der Friedrich-Ebert-Schule mit einer Bruttogrundfläche von 350 Quadratmetern können 85 Kinder gleichzeitig essen. Durch unterschiedliche Essenszeiten kann eine Gesamtkapazität von 250 Essensausgaben erreicht werden. In der Küche wärmen bis zu drei Mitarbeiterinnen auf Teilzeitbasis das von einem Bio-Caterer gelieferte Essen auf und richten es an. Die Mensa wird vom Förderverein der Schule betrieben. „Diese Modell haben wir an vielen Schulen im Kreis – die Schulverwaltung unterstützt die Fördervereine dabei im Bereich der für den Betrieb der Mensa notwendigen Verwaltung und entlastet sie damit von Bürokratie“, informiert der Schuldezernent.
Im neuen Anbau gibt es auch ein „Spielzimmer“ – die Mensa selbst kann multifunktional außerhalb der Essenszeiten für Arbeitsgruppen und andere schulische Zwecke genutzt werden. Auch im Hauptgebäude erfolgten Veränderungen in der Friedrich-Ebert-Schule. Die bisherige Aula wird jetzt als Schülerbibliothek genutzt, die Kinderküche blieb erhalten. Außerdem wurde der Brandschutz modernisiert und ein Klassenraum in einen EDV-Lehrraum umgebaut.
Schmidt: „Die Friedrich-Ebert-Schule hat ein überzeugendes Konzept für eine Ganztagsbetreuung vorgelegt – mit der Fertigstellung des Anbaus haben wir jetzt die räumliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass dieses Konzept auch umgesetzt werden kann“.
Seit dem Schuljahresbeginn 2007/2008 bietet die Friedrich-Ebert-Schule in Baunatal als erste Grundschule im Landkreis Kassel eine pädagogische Mittagsbetreuung an. „Bisher musste sich die Schule mit der Essensausgabe in vorhandenen Räumen behelfen – diese Zeiten sind jetzt vorbei“, so Schmidt weiter.
Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme veranschlagt der Kreis auf rund 820.000 Euro. „Diese Mittel stammen aus dem originären Kreishaushalt und sind nicht Bestandteil von Konjunkturprogrammen des Bundes oder des Landes“, erläutert Schmidt.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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