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Für vorbildliche Suchtprävention hat Magdeburg sich deutschlandweit einen Namen gemacht: Das Projekt der Jugend- und Drogenberatungsstelle Magdeburg (DROBS) „Szene zeigen“ schaffte es beim bundesweiten Wettbewerb unter die ersten zehn Gewinner. 123 Kommunen hatten sich beworben – die Auszeichnung wurde in Berlin von der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, Ende Juni übergeben. Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert.
„Szene zeigen!“ ist ein Medienprojekt zur Prävention, bei dem es um Genuss, Konsum und Sucht geht. Auch um Alkoholmissbrauch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Unter dem Motto: “Von Jugendlichen für Jugendliche – Jugendliche klären am besten auf!“ schafft DROBS mit „Szene zeigen!“, was oft unmöglich ist: Jugendliche debattieren untereinander über den Konsum von Drogen aller Art, berichten über ihre Erfahrungen und erklären so Gleichaltrigen, wie schädlich Drogen sind. Das macht das Projekt aus: Denn, wenn Erwachsene den Zeigefinger erheben, schalten die Kids ab.
Die 15- bis 25-Jährigen drehten in Projektwochen Filme nicht nur über Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit. In den zwölf Beiträgen kamen auch andere Probleme zur Sprache: So entstanden Geschichten über Gewalt, Kriminalität, Freundschaft und Liebe. Bei einem Filmfestival wurden die Beiträge gezeigt und ausgezeichnet. Das entstandene Material können sich Pädagogen für die Arbeit an Schulen ausleihen.
„Das Projekt ist in dieser Art und Weise einmalig und das kreativste, das wir je initiiert haben“, erklärt Silke Reich, Leiterin der Drogenberatungsstelle Magdeburg sicher. Ein Grund: In „Szene zeigen“ stecken 15 Jahre Erfahrung der Jugend- und Drogenberatungsstelle Magdeburg. Dass diese präventive Arbeit nicht nur sinnvoll, elementar, wichtig und wirkungsvoll ist, beweisen eindrucksvolle Zahlen:
- Mehr als 23000 Kinder in Deutschland landeten im letzten Jahr zum Teil bewusstlos und volltrunken im Krankenhaus. Laut der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing, waren mehr als 20 Prozent der Minderjährigen 2008 mindestens einmal im Monat betrunken.
- 2008 starben in Deutschland 1449 Menschen an den Folgen des Konsums so genannter harter Drogen. Das waren 55 mehr als 2007 und so viele wie seit 2003 nicht mehr.
- „Weiche“ Drogen wie Alkohol, Tabak und Medikamentenmissbrauch sind die Todesursache bei 58000 Menschen.
- In Sachsen-Anhalt sank die Zahl der Drogentoten von 15 (2007) auf 2 (2008), die Rauschgiftkriminalität fiel von 92,3 % (5709 Fälle; 2007)
auf 90,7 % (4786 Fälle, 2008)
Das Projekt wurde finanziell durch das Ministerium für Gesundheit und Soziales, die IKK gesund plus, den Paritätischen und fachlich durch die Fachstelle Suchtprävention der Stadt Magdeburg unterstützt. |