Magdeburg.
Das Schleinufer wurde heute nach knapp einjähriger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben. Damit ist der vierspurige Ausbau dieser wichtigen Verkehrsader der Landeshauptstadt abgeschlossen.
Im August 2008 hatten die Bauarbeiten zum Ausbau des Schleinufers zwischen dem Wehrturm „Kiek in de Köken“ und der Geißlerstraße begonnen. 3,2 Mio. € hat der vierspurige Ausbau in diesem Abschnitt gekostet, 2,025 Mio. € stellte das Land Sachsen-Anhalt zur Verfügung.
Das Schleinufer ist Teil des Magdeburger Cityrings zur Entlastung der Altstadt, zu dem auch die Erich-Weinert-Straße, der Magdeburger Ring und die Walter-Rathenau-Straße gehören. Über die Hauptverkehrsstraße mit regionaler Bedeutung rollen täglich rund 33.100 Fahrzeuge, Prognosen gehen bis 2015 von einer Steigerung auf ca. 40.000 Fahrzeuge pro Tag aus. „Der Zustand des Schleinufers im südlichen Abschnitt war der Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen“, erinnerte Magdeburgs Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dr. Dieter Scheidemann heute anlässlich der Verkehrsfreigabe an die Situatíon vor Baubeginn. „Mit dem vierspurigen Ausbau berücksichtigt diese wichtige Magistrale nun auf ganzer Länge die Belange aller Verkehrsteilnehmer und ist auch den Belastungen des Schwerverkehrs gewachsen.“
Das Schleinufer wurde in östlicher Richtung verbreitert, so dass zwei zusätzliche Fahrspuren zur Verfügung stehen. Außerdem wurden die Knoten für den abbiegenden Verkehr aufgeweitet. Die Ampeln wurden um- bzw. neu gebaut, auf beiden Seiten der Straße Radwege angelegt (teilweise benutzungspflichtig) und Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer geschaffen. Darüber hinaus wurden Stellplätze für das Längsparken und Grünstreifen eingerichtet. Auch die Anbindung des alten Elbebahnhofs, der in den nächsten Jahren zu einem attraktiven Stadtquartier ungestaltet wird, ist bereits vorbereitet. Straßenbegleitende Bäume werden im Herbst gepflanzt.
„Beim vierspurigen Ausbau des Schleinufers haben wir die Belange der Natur und Umwelt durch eine landschaftspflegerische Begleitplanung berücksichtigt und konnten außerdem die Kaiserrampe und andere denkmalgeschützte bauliche Anlagen erhalten“, so der Baubeigeordnete Dr. Dieter Scheidemann. „Mit der Verkehrsfreigabe nach elfmonatiger Bauzeit geht eine unserer wichtigsten Verkehrsadern gestärkt und ertüchtigt wieder ans Netz.“
Zahlen und Fakten zum Ausbau
Das Gesamtvorhaben „Vierspuriger Ausbau des Schleinufers“ im südlichen Abschnitt wurde in drei Bauabschnitten umgesetzt. Der erste Bauabschnitt umfasste den Knoten Steubenallee bis zur Geißlerstraße und wurde 2004/2005 realisiert. Im zweiten Bauabschnitt (Sept. 2001 bis Jan. 2002) erfolgte der vierspurige Ausbau vom Allee-Center bis zum Turm „Kiek in den Köken“. Im dritten Bauabschnitt wurde vom August 2008 bis Juli 2009 das dazwischen liegende Teilstück von der Geislerstraße bis Kiek in den Köken ausgebaut. Insgesamt flossen 6,350 Mio. EURO in den vierspurigen Ausbau dieser drei Teilabschnitte, davon 4,025 Mio. EURO als Förderung des Landes Sachsen-Anhalt.
Für den vierspurigen Ausbau des Schleinufers musste alte Bausubstanz weichen, u.a. Reste von ehemaligen Kleinbetrieben, Garagen, ein Verwaltungsgebäude sowie die alte Brauerei Allendorf.
Beim Ausbau zwischen „Kiek in de Köken“ und der Bürgelstraße wurde die vorhandene Bausubstanz wiederverwendet. Zwischen Bürgelstraße und Geißlerstraße erfolgte ein grundhafter Ausbau, außerdem mussten hier die Höhen angepasst werden, da die alte Straße teilweise höher lag als die vorhandenen Hauseingänge auf der Westseite, auf der Ostseite hingegen lag die Bebauung tiefer.
Im Zuge des vierspurigen Ausbaus waren umfangreiche Umverlegungen von Versorgungsleitungen im Bereich der Fahrbahn und der Seitenanlagen erforderlich, so z.B.:
SWM: Gas, Trinkwasser, Fernwärme, Elektroenergie, Dammbalkenbauwerk,
T-Com: Fernmeldekabel
Wasser- und
Schifffahrtsamt: Informationskabel
Stadt MD: Lichtsignalanlagen, Stadtbeleuchtung
Fa. Stroer: Werbeanlagen
Für den vierspurigen Ausbau des Schleinufers zwischen Geißlerstraße und Kiek in de Köken wurden
- ca. 11.000 m² Fahrbahn und ca. 6.900 m² Geh- und Radwege aufgebrochen
- ca. 14.500 m² Fahrbahn in Asphaltbauweise neu angelegt (einschl. Borde und Gossen
- ca. 550 m² Parkstreifen in Natursteinpflaster neu angelegt
- ca. 7.000 m² Geh- und Radwege in Plattenbauweise und Pflaster unterschiedlicher Art neu gebaut
- die alte Straßenbeleuchtung abgerissen und eine neue installiert
- die vorhandene Lichtsignalanlage erneuert
- eine neue Lichtsignalanlage am Knoten Liebigstraße gebaut
- Markierung und Beschilderung erneuert
- Versorgungsleitungen angepasst