Oberweser.
Mit Beginn der Sommerferien starten umfangreiche Sanierungsarbeiten in der Sporthalle der Grundschule in Oberweser-Gieselwerder. „Die Maßnahmen umfassen Heizungs- und Sanitärarbeiten“, informiert der Leiter des Fachbereichs Schulen und Bauwesen des Kreises Otto Dörigmann.
Die Sporthalle erhalte eine Pelletanlage, außerdem werden Deckenstrahlplatten, neue Heizkörper und neue Rohrleitungen eingebaut. „Im Sanitärbereich können sich Grundschüler und Vereine über neue Duschen freuen“, kündigt Dörigmann an.
Zufrieden ist der Fachbereichsleiter, dass die Aufträge für beide Arbeiten in der Region geblieben sind – Heizungs- und Sanitärarbeiten werden von der Jürgen Scholl GmbH aus Hofgeismar übernommen. Auch das beteiligte Architekturbüro Lotze aus Reinhardshagen stamme aus der Weserregion.
„Die Arbeiten haben mit dem Start der Sommerferien am 13. Juli begonnen – während der Ferien ist die Halle gesperrt“, erläutert Dörigmann. Der Kreis strebe an, dass die Sporthalle nach den Sommerferien wieder genutzt werden kann. Dörigmann: „Zwei Einschränkungen wird es jedoch auf jeden Fall geben: Für den Sportunterricht und die Vereine muss das Umziehen in der Halle stattfinden und bis zum Abschluss der Sanitärarbeiten gibt es kein Wasser“. Die Sanitärräume bleiben noch bis zum Ende der Herbstferien gesperrt, bittet der Fachbereichsleiter um Verständnis bei Schule und Vereinen. Hier entsteht durch einen „kleinen Umbau“ ein behindertengerechter Duschraum, der dann auch als separater Duschraum für die Lehrer der Grundschule genutzt werden kann.
Die zurzeit in der Halle eingebauten „direktbefeuerten Lufterhitzer“ stammen aus dem Jahr 1973 und erfüllen nicht mehr die heute geforderten Abgaswerte. Deshalb erhält die 21 mal 42 Meter große Sporthalle neue Deckenstrahlplatten, Heizkörper und Rohrleitungen. In Verbindung mit dem Einbau der Deckenstrahler werde eine geschlossene, abgehängte Decke installiert. Dörigmann: „An die Pellet-Heizung wird über eine Nahwärmeleitung dann auch das Schulgebäude angeschlossen und so umweltfreundlich beheizt“.
In einem weiteren Bauabschnitt werden die in der Halle vorhandenen Glasbausteine ausgebaut und weitere Wärmedämmmaßnahmen durchgeführt. „Zum Abschluss ist dann noch die Sanierung des Hallenbodens und des Prallschutzes geplant“, so Dörigmann weiter. Insgesamt fließen rund 1 Million Euro aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land in die Sporthalle der Grundschule.
„Mit dieser Investition am Schulstandort Gieselwerder macht der Kreis deutlich, dass wir auch in die Zukunft der kleinen Grundschulen investieren“, betont Dörigmann. Bis 2014 sei auf der Basis der bekannten Geburtenzahlen sicher, dass bis auf das Jahr 2012 zu jedem Schuljahr eine neue erste Klasse in Gieselwerder gebildet werden kann. Aufgrund einer Verordnung des Hessischen Kultusministeriums müssen für die Bildung einer Klasse an einer Grundschule mindestens 13 Schüler vorhanden sein. Diese Zahl würde nach den vorliegenden Geburtenzahlen 2012 für den Einzugsbereich der Grundschule Gieselwerder unterschritten.
Landrat Uwe Schmidt bemühe sich zusammen mit dem Hessischen Kultusministerium und dem Staatlichen Schulamt für die Stadt und den Landkreis Kassel für alle Grundschulstandorte, die vor dem Problem einer zu geringen Schülerzahl für die Klassenbildung stehen, nach einer für Eltern und Kinder praktikablen Lösung suchen. Statt auf starre Klassengrößen zu schauen, seien gerade im ländlichen Raum flexible und pädagogisch sinnvolle Konzepte notwendig, um auch in Zukunft „die Grundschule im Dorf lassen zu können“.
Hintergrund:
Die Grundschule Oberweser hat zwei Standorte – einen in Gieselwerder und einen in Oedelsheim. Die Schule in Gieselwerder erhält ihre Schüler aus den Ortsteilen Gieselwerder, Gewissensruh und Gottstreu.
Nach der 5. Klasse besuchen die Schüler aus Gieselwerder in der Regel die Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen. An der Grundschule gibt es seit dem Schuljahr 2000/2001 ein Betreuungsangebot. Im Schuljahr 2008/2009 gingen 77 Schüler in 4 Klassen in Gieselwerder zur Schule. Im neuen Schuljahr verringert sich die Schülerzahl nach dem jetzigen Planungsstand auf 71 Schüler.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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