Helsa/Fuldatal/Schauenburg.
„Wenn Heizungsanlagen der Schulen im Kreis erneuert werden müssen, setzen wir weiter auf Pellets, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, informiert Bernd Kleibl, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt des Landkreises Kassel. Mit den laufenden Pelletanlagen wie zum Beispiel an der Elbetalschule in Naumburg habe man „gute Erfahrungen“ gemacht. Aktuell stehe der Einbau weiterer Pelletanlagen an drei Grundschulen im Kreis an.
Die entsprechenden Arbeiten laufen bereits an der Eschenwaldschule in Helsa-Eschenstruth. „Heizkessel, Verteiler- und Regelungsanlage stammen hier aus dem Jahr 1982 und sind in die Jahre gekommen“, berichtet Kleibl, der zurzeit die Schulbaumaßnahmen im Rahmen der Konjunkturprogramme von Bund und Land für den Kreis koordiniert. Man habe sich daher entschieden, die alte Ölheizung durch eine moderne Pelletanlage zu ersetzen. Für rund 207.000 Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes baut die Firma Wiegand aus Trendelburg einen 220 Kilowatt Pelletkessel mit Zubehör sowie eine neue Verteiler- und Regelanlage und 209 Meter neue Stahlrohrleitungen ein. Kleibl: „Ganz ohne Öl geht es auch in Zukunft nicht – für die Spitzenlast wird noch ein Ölheizkessel mit 80 Kilowatt Leistung benötigt“. Nicht mehr gebraucht werde allerdings der große Öllagerraum. Hier entsteht jetzt das Pelletlager.
Die neue Heizanlage ist nicht die einzige Baumaßnahme an der Eschenstruther Grundschule.
„Die Toilettenanlagen für die Schüler werden ebenfalls mit Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes saniert“, erläutert der Fachbereichsleiter.
Auch dieser Auftrag konnte in der Region bleiben – er ging an die Firma Schaumburg in Wolfhagen. Für weitere Baumaßnahmen in der Eschenwaldschule wurde das Architekturbüro Scholz aus Helsa vom Kreis beauftragt. So sind unter anderem der Umbau der restlichen Toilettenanlagen, der Austausch von Bodenbelägen, Verbesserungen im Brandschutz sowie eine Sonnenschutzanlage an den Fenstern geplant.
Die beiden weiteren geplanten Pelletanlagen an der Grundschule in Fuldatal-Ihringshausen und der Grundschule in Schauenburg-Hoof werden aus originären Haushaltsmitteln des Landkreises finanziert, erläutert Uwe Schenk, zuständiger Fachdienstleiter im Fachbereichs Schulen und Bauwesen. Für beide Anlagen erhalte der Kreis einen Zuschuss aus dem Landesprogramm zur Förderung der Verwendung nachwachsender Rohstoffe, das von der LTH – Bank für Infrastruktur verwaltet wird. Schenk: „Beide Anlagen bedeuten einen Investitionsumfang von rund 350.000 Euro – wir müssen aber noch das Ergebnis der laufenden Ausschreibung abwarten“. Die Anlage in Ihringshausen wird vom Fachbüro Bakowies aus Körle (Schwalm-Eder-Kreis) geplant, die in Hoof vom Fachbüro SUN-TRIEB aus Naumburg, in Eschenstruth hatte das Büro Idee-Seeger aus Borken die Planung übernommen.
„In Ihringshausen können wir den ehemaligen Kohlenkeller nutzen, in dem die komplette Kesselanlage, das Pelletlager, der Pufferspeicher und der Gasspitzenlastkessel untergebracht werden können“, erläutert der Fachdienstleiter. In Hoof werde das Pelletlager in einem Nebenraum des vorhandenen Heizungskellers untergebracht. Beide neuen Pelletanlagen ersetzen vorhandene Gasheizanlagen. Die beauftragten Planungsbüros haben im Vorfeld der Entscheidung für eine Umrüstung auf Pellets die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme geprüft. Schenk: „Diese Prüfung erfolgt grundsätzlich – entweder über beauftragte Ingenieurbüros oder über die Energieagentur Energie 2000 in Wolfhagen“. Der Kreis baue nur Holzheizungen, wenn sich das letztlich auch rechnet, so Schenk abschließend.
Hintergrund:
Pelletanlagen werden kleinen Holzpellets, die aus Spänen und Sägemehl gepresst sind, betrieben. Die Anlagen sind in Betrieb und Wartung ähnlich wie Öl- oder Gasheizungen. Um keine Betriebsstörungen zu vermeiden, kommt es auf die Qualität der eingesetzten Pellets an. Pelletheizungen haben den Umweltvorteil einer günstigen Klimabilanz: Sie sind weitgehend CO²-neutral, da die Menge an CO², die bei der Verbrennung freigesetzt wird, der Menge entspricht, die beim Wachstum des genutzten Holzes gebunden wurde. Würde das Holz verrotten würde die gleiche Menge CO² wie beim Verbrennen freigesetzt.
Die Preise für Pellets variieren von saisonal und regional. Im Mai 2009 lag der Preis im bundesweiten Durchschnitt bei rund 4 Cent pro Kilowattstunde (zum Vergleich: Heizöl 5 Cent/kwh, Erdgas 7,5 Cent/kwh). Der Landkreis Kassel betreibt zurzeit Pelletanlagen im Wasserschloss Wülmersen, in der Jugendburg und Sportbildungsstätte Sensenstein, an der Erich-Kästner-Schule in Baunatal, der Wilhelm-Leuschner-Schule in Niestetal und der Elbetalschule in Naumburg.
In die Eschenwaldschule in Helsa-Eschenstruth gehen die Kinder der Helsaer Ortsteile Eschenstruth, Waldhof und St. Ottilien. Seit dem August 1993 gibt es ein Betreuungsangebot an der Schule. Ab der 5. Klasse besuchen die Schüler der Grundschule überwiegend die Integrierte Gesamtschule in Kaufungen und zum Teil die Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch-Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis). Im zurückliegenden Schuljahr hatte die Schule 74 Schüler – im neuen Schuljahr bleiben die Schülerzahlen nach den vorliegenden Anmeldungen stabil.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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