Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 23. Juli 2009

Ernst Reuter: Sozialdemokrat, Gesellschaftsreformer und Kommunalpolitiker

Neues Buch über kommunalpolitisches Wirken Ernst Reuters

Magdeburg.

Im April dieses Jahres ist im Dietz-Verlag ein neues Buch über das politische Wirken Ernst Reuters erschienen. Es trägt den Titel „Ernst Reuter: Kommunalpolitiker und Gesellschaftsreformer“ und wurde von Heinz Reif und Moritz Feichtinger herausgegeben. Ein Kapitel zum Wirken Ernst Reutrs als Oberbürgermeister in Magdeburg hat der Historiker Prof. Matthias Tullner von der Otto-von-Guericke-Universität beigesteuert.

 

Unter der Leitung des Historischen Forschungszentrums der Friedrich-Ebert-Stiftung beleuchtet die neue Publikation neben dem politischen Denken Ernst Reuters auch dessen Wirken als Gesellschaftsreformer und Kommunalpolitiker. Zahlreiche nationale und internationale Autoren tragen dazu bei, das Bild Ernst Reuters in der Öffentlichkeit um bisher wenig beachtete Facetten zu erweitern. Die politische Karriere Ernst Reuters wird in den Jahren zwischen 1921 und 1953 an den Stationen Russland, Deutschland (insbesondere Berlin und Magdeburg) und der Türkei nachvollzogen und ein Einblick in die Denkweisen des Politikers gewährt. 

 

Im Abschnitt „Kommunalpolitik unter wachsendem Radikalisierungsdruck“ beschreibt Matthias Tullner, Professor für Neuere Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Jahre Ernst Reuters als Magdeburger Oberbürgermeister und seinen Kampf für Demokratie und den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung. Unter mehr als ungünstigen Umständen stellte sich der damalige Berliner Stadtrat Ernst Reuter 1931 zur Oberbürgermeisterwahl in Magdeburg: Die Wirtschaft driftete zu dieser Zeit auf den Höhepunkt einer Krise zu, genau wie die Kommunalpolitik. Die Wahl zum Oberbürgermeister von Magdeburg, der Amtsantritt Ernst Reuters sowie die erste Zeit im Amt waren von heftigen Angriffen und Kampagnen gegen Reuter begleitet. Trotz dem schaffte er es, neue Finanzquellen für die Stadt  zu erschließen, der rapide steigenden Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken sowie die unerreichbaren Metropolitenprojekte seines Vorgängers zu stoppen und damit Magdeburg zu einem kulturellen und sozialpolitischen Zentrum Deutschlands zu entwickeln.

 

Die Publikation beschreibt Ernst Reuters Selbstverständnis als Kommunalpolitiker und erinnert zugleich an seine umfassenden Leistungen.

 

 

Vielen ist Reuter durch seinen Einsatz als Regierender Bürgermeister von Berlin während der sowjetischen Blockade und durch seine mitreißende Rede 1948 vor dem Reichstag bekannt, jedoch war Berlin nur eine Station seines bewegten politischen Lebens. Reuter war Sowjetkommissar in Russland, Berliner KPD-Stadtverordneter, SPD-Verkehrsdezernent in Berlin, Oberbürgermeister in Magdeburg, Professor für Kommunalwissenschaft der türkischen Hauptstadt Ankara, Präsident des Deutschen Städtetages, maßgeblicher Akteur beim Aufbau der Nachkriegs-SPD und schließlich Regierender Bürgermeister von Berlin. Ernst Reuter zählt zu den bedeutendsten deutschen Politikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und seine politische Biographie ist wie kaum eine andere von den Umbrüchen dieser Zeit geprägt.

 

Auf den ersten Seiten des von Heinz Reif, Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin, und Moritz Feichtinger, Wissenschaftliche Hilfskraft an der Technischen Universität Berlin, herausgegeben Buches werden die Anfänge der frühen sozialdemokratischen Kommunalpolitik (A.v. Sandern) und die Rahmenbedingungen bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts (C. Ditt) beschrieben. Im Folgenden werden die Tätigkeiten Ernst Reuters als Sowjetkommissar in Saratow (D.E. Barclay), sein Einfluss auf den Deutschen Städtetag (W. Hofmann) sowie seine Berliner Jahre (D. Lehnert, F. Escher, H. Reif) und seine Zeit in Magdeburg (M. Tullner) beleuchtet. Seinem Aufenthalt im Exil und seinem Beitrag zur Urbanisierung und Modernisierung der Türkei (R. Keles, B. Dogramaci) folgt die Rückkehr nach Berlin. Das Verhältnis Reuters zu den Alliierten (D. Zöbl), der Deutsche Städtetag II (W. Hofmann), Kapitel zum Widerstand, der Ernst Reuter in Berlin entgegenschlägt (K. Dettmer) und zur Führung der Berliner SPD in den Jahren bis 1953 (S. Heimann) bilden den Schluss dieser spannenden politischen Biographie.

 

Hintergrundinformationen:

Verlag: J.H.W. Dietz Nachf. GmbH (www.dietz-verlag.de)

Erschienen im April 2009

Seitenzahl: 320 (Gebundene Ausgabe)

ISBN: 978-3-8012-4187-2 / ISSN: 0941-7621

Preis: 34,00 Euro

 

Heinz Reif, geb. 1941, Dr. phil., Professor für Neuere Geschichte am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin. Forschungen und Publikationen zur Elitengeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, zur Geschichte der Industrialisierung im 19./20. Jahrhundert und zur Stadtgeschichte der Neuzeit. Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin.

 

Moritz Feichtinger, geb. 1980, Studium der Neueren Geschichte in Berlin,

 

Tullner, Matthias, Dr. phil., Prof. für Neuere Geschichte/ Landesgeschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Forschungen und Publikationen zur Landesgeschichte von Sachsen-Anhalt, zur Geschichte des Vormärz und der Revolution von 1848/49 in den deutschen Staaten sowie zur neueren Geschichte von Mosambik; Mitglied der Historischen Kommission von Sachsen-Anhalt.




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