Baunatal/Kreis Kassel.
Der Um- und Ausbau der Kreisstraße 22 zwischen den Baunataler Stadtteilen Großenritte und Hertingshausen beginnt. „Mit dem ersten Spatenstich beginnt die größte Straßenbaumaßnahme des Landkreises in diesem Jahr“, informiert Landrat Uwe Schmidt. Der Kreis zeige mit dem offiziellen Baubeginn „großes und sicher auch berechtigtes Vertrauen“ in die Hessische Straßenbauverwaltung, weil er erst am Datum des ersten Spatenstiches den Förderbescheid des Landes über rund eine Million Euro erhalte, so Schmidt weiter. Ursprünglich war der knapp 1,6 Millionen Euro teure Aus- und Umbau die einzige Investition in das Kreisstraßennetz, die vom Land Hessen für den Landkreis Kassel in diesem Jahr zur Förderung vorgesehen war. Schmidt: „Um möglichst schnell mit den Arbeiten beginnen zu können, haben wir einen Antrag auf vorzeitige Aufnahme des Baus beim Land gestellt, der auch genehmigt wurde“. Für förderungsfähige Straßenbaumaßnahmen entfällt die Landesförderung, wenn bereits vor der Vorlage des Förderbescheids mit der Ausschreibung und der Realisierung begonnen wird.
Ab dem 17. August wird die K 22 von der Einmündung der Landesstraße 3218 (in der Nähe „Sonnenhof“) bis zum Verkehrsübungsplatz bei Hertingshausen voll gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über die L 3218 nach Edermünde-Besse und von dort aus über die L 3221 und die K 92 nach Hertingshausen.
„Der Verkehrsübungsplatz sowie das am Ortseingang von Hertingshausen liegende Gewerbegebiet sind somit zumindest aus einer Richtung erreichbar“, bittet der Landrat die Autofahrer um Verständnis. Geplant ist, dass der 1. Bauabschnitt bis zum Ende des Jahres so hergestellt ist, dass die Strecke über die Wintermonate wieder durchgängig befahrbar ist. Sobald die Temperaturen dann wieder steigen, werde die abschließende Deckschicht aufgebracht. In einem 2. Bauabschnitt folgt dann der Ausbau der Reststrecke bis zum Ortseingang von Hertingshausen.
Zwischen Hertingshausen und Großenritte gehört die K 22 zu den Kreisstraßen mit einer weit überdurchschnittlichen Verkehrsbelastung. „Bedingt durch die mittelbare Anbindung an das VW-Werk, als Zubringer zur A 49 und als Verbindung zu den Einkaufszentren in Hertingshausen und Edermünde fahren rund 3.715 Fahrzeuge täglich auf diesem Straßenabschnitt“, berichtet Landrat Schmidt. Die Verkehrsprognose des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Kassel habe einen Anstieg der Fahrzeugzahl auf 4.300 täglich in den nächsten sechs Jahren ergeben.
Die hohe Verkehrsbelastung trage mit dazu bei, dass sich die Straße in einem „schlechten Zustand“ befindet. Außerdem ist die Fahrbahnbreite mit 5,10 Metern zu gering, so Schmidt weiter. Busse und LKWs könnten die K 22 zwischen Großenritte und Hertingshausen nur unter erschwerten Bedingungen befahren. Schmidt: „Die Banketten werden daher regelmäßig überfahren und sind nicht mehr in Ordnung“.
Der Kreis habe sich daher dafür entschieden, die Straße auf sechs Meter auszubauen. Da zur reinen Fahrbahn noch Bankett- und Entwässerungseinrichtungen hinzukommen, wird der „Straßenkörper“ zukünftig neun Meter breit sein. Schmidt: „Die Linienführung wird im wesentlichen beibehalten“.
Mit der Straßenbaumaßnahme wird eine naturschutzfachliche Verbesserung für den Quellbereich in der Nähe des Pfarrholzes auf der Höhe des Verkehrsübungsplatzes einhergehen. Das Wasser der Quelle wird in ein anzulegendes Quellbiotop geleitet und von da aus weiter in den Pilgerbach. Zum Schutz des Biotops vor Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird der Bereich mit einer Hecke geschützt. Außerdem werden an der K 22 zusätzlich bis zu zehn Alleebäume gepflanzt und nicht mehr benötigte Straßen- und Wegeflächen entsiegelt und rekultiviert.
Für die nächsten Monate kündigt Landrat Schmidt noch drei weitere Investitionen in den Aus- und Umbau von Kreisstraßen an: „Für eine Förderung angemeldet, haben wir die Sanierung der Kreisstraße 19 in der Ortsdurchfahrt Schauenburg-Hoof – hier soll auch noch eine Stützmauer saniert werden“. Auch hier habe das Land einer vorzeitigen Ausschreibung trotz fehlendem Förderbescheid zugestimmt. Schmidt: „Wenn mit Ausschreibung und Auftragsvergabe alles planmäßig läuft, können wir im nächsten Jahr mit den Arbeiten beginnen“.
Noch in diesem Jahr wird mit den Arbeiten am Kreuzungsbereich der Kreisstraßen 4 und 6 zwischen Kaufungen und Nieste begonnen. „Hier haben wir das Amt für Straßen- und Verkehrswesen gebeten, die Planungen so zu verändern, dass möglichst keine Bäume für die dringend notwendige Ausbaumaßnahme fallen müssen“, berichtet der Landrat.
Ebenfalls in 2009 beginnt der Umbau der Kreuzung der Landesstraße 3217 (Rasenallee) und der Kreisstraßen 30 und 31 bei Ahnatal-Heckershausen zu einem Kreisel. „Hier sind wir als Kreis mit der Hälfte der Umbaukosten beteiligt“, erläutert Schmidt. Mit dem Umbau dieser Kreuzung zum Kreisel werde einer seit langem bestehenden Forderung des Landkreises und der Gemeinde entsprochen.
Bereits fertiggestellt ist die Sanierung der Kreisstraße 16 in der Ortsdurchfahrt Fuldabrück-Dörnhagen und der Bau des Kreisels für die Kreisstraße 14 in Fuldabrück-Bergshausen. Zurzeit läuft noch die Sanierung der Stützmauern an der Kreisstraße 105 in der Ritterstraße in Wolfhagen – diese Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden. „Die Auflistung der in diesem Jahr abgeschlossenen und begonnenen Straßenbaumaßnahmen zeigt, dass der Kreis seine Verantwortung für die Investitionen in die Kreisstraßen ernst nimmt“, bilanziert der Landrat abschließend.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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