Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute den Neubau der Grundschule "Weitlingstraße" offiziell seiner Bestimmung übergeben. In rund zwölf Monaten Bauzeit entstand ein moderner Schulkomplex mit separatem Hortgebäude sowie Sporthalle und Sportplatz. Die Bildungseinrichtung gehört mit vier weiteren Schulen zum ersten PPP-Paket, das ein Investitionsvolumen von rund 41 Millionen Euro hat.
"In dem modernen und ansprechenden Neubau mitten im Stadtzentrum von Magdeburg haben die Schüler und Lehrer der Grundschule jetzt optimale Unterrichtsbedingungen", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Mein Dank gilt allen am Bau beteiligten Firmen und Unternehmen sowie der PPP-Projektgesellschaft."
Die Grundschule "Weitlingstraße" wurde komplett neu gebaut. Zuvor war der alte und völlig marode Gebäudekomplex abgerissen worden. Zur neu gebauten Schule gehören neben dem Schulgebäude mit Fahrstuhl, Speiseraum und Aula auch eine moderne Einfeldsporthalle, ein separates Hortgebäude und ein Sportplatz. Zur Außenanlage zählen ein Spielplatz mit Rutsche, Kletterturm, Nestschaukel und Heckenlabyrinth, ein "grünes Klassenzimmer" mit Bänken für den Unterricht im Freien und Fahrradabstellmöglichkeiten.
Derzeit werden in der Grundschule "Weitlingstraße" rund 130 Schüler von zehn Lehrern unterrichtet. Zum Konzept der Schule gehört das bewusste Zusammenführen von Schülern unterschiedlicher Kulturen und Sprachen, um Toleranz zu fördern und ausländische Kinder schneller zu integrieren. Ein Schwerpunkt ist dabei die Sprachausbildung. Dazu zählen das Erlernen der deutschen Sprache für Nicht-Muttersprachler, eine Englisch-AG ab der 1. Klasse und Englisch als festes Schulfach ab der 3. Klasse. Das zum Beginn dieses Schuljahres eingeführte Schulmotto lautet "Ich, Du, Wir – alle in einem Boot".
Die Grundschule "Weitlingstraße" gehört zum ersten von insgesamt vier PPP-Paketen zur Sanierung von Schulen in Magdeburg. Weitere Gebäude dieses Paketes sind das Werner-von-Siemens-Gymnasium, die Berufsbildenden Schulen "Otto-von-Guericke", die Grundschule "Friedenshöhe" sowie die Integrierte Gesamtschule "Regine Hildebrandt".
Für die Sanierung dieser fünf Schulgebäude hatte sich als Investor nach einer europaweiten Ausschreibung ein regional ansässiges mittelständisches Bieterkonsortium mit der Industriebau Wernigerode GmbH, der W. Wallbrecht GmbH & Co. KG, der MBN Montage-Bau GmbH Magdeburg und der Norddeutschen Landesbank durchgesetzt. Zur Realisierung des Vorhabens gründete das Konsortium die "Projektgesellschaft PPP-Schulen Magdeburg Paket 1 mbH".
Die Gesellschaft war nicht nur für die Planung und die Umsetzung der Sanierung und für die Finanzierung verantwortlich, sie übernimmt auch für 20 Jahre den laufenden Betrieb.
Die Stadt bleibt Eigentümer der Gebäude und zahlt dem künftigen Betreiber ab sofort ein monatliches Entgelt für seine Aufwendungen. Das Investitionsvolumen beträgt für das erste Paket rund 41 Millionen Euro, einschließlich der Zwischenfinanzierungskosten. Vertraglich vereinbart wurde eine Laufzeit von 30 Jahren zur Refinanzierung der Investitionen. Vereinbart wurde außerdem, dass die künftigen Betreiber für die regelmäßige Instandhaltung und Instandsetzung der Schulen sorgen.
Darüber hinaus hatten sich die Partner beim Vertragsabschluss auf ein umfangreiches Sicherheitenkonzept – einschließlich der üblichen Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften – sowie auf eine weitreichende Übertragung von Planungs-, Bau- und Betriebsrisiken auf die Bietergemeinschaft verständigt.
Konkrete, standortbezogene und mit dem Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung abgestimmte Nutzerprofile stellen sicher, dass die Schulen auch künftig von Vereinen und Dritten genutzt werden können. Dies gilt insbesondere für die Sportstätten.
Hintergrundinformationen zum PPP-Programm
Insgesamt 20 Schulanlagen saniert die Landeshauptstadt im Rahmen einer Public-Private-Partnership, um den Sanierungsstau an Schulen zügig abzubauen. Mit der mittelfristigen Schulentwicklungsplanung hatte die Stadtverwaltung zunächst festgelegt, welche Schulen langfristig Bestand haben und auch entschieden, welche Gebäude weiterhin genutzt werden sollen. Die insgesamt 20 kommunalen Schulanlagen, die Aufnahme in das PPP-Programm gefunden haben, sind auf vier Pakete verteilt, die vom Stadtrat beschlossen wurden. Für jedes Paket wurde bzw. wird durch europaweite Ausschreibung ein Auftragnehmer gesucht.
Zum zweiten PPP-Paket gehören die Grundschulen "Alt Olvenstedt", "Annastraße", "Bertolt Brecht" (am Standort Leipziger Straße 46), die Grundschule "Am Nordpark"/Förderschule Makarenko sowie die Grundschule "Elbdamm"/Sekundarschule "Thomas Mann" (am Standort Cracauer Straße). Die Sanierungsarbeiten liegen im Zeitplan, so dass diese Schulen zum Beginn des zweiten Halbjahres 2009/2010 übergeben werden können.
Zum dritten PPP-Paket gehören die Grundschulen "Buckau" und "Salbke", die Sekundarschulen "Heinrich Heine" und "August Wilhelm Francke" sowie das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Die Verträge mit dem Auftragnehmer werden in der kommenden Woche unterzeichnet
Mit dem vierten PPP-Paket sollen die Grundschulen "Am Hopfengarten", "Umfassungsstraße" und "Nordwest", die Förderschule "Hugo Kükelhaus" und die Integrierte Gesamtschule "Willy Brandt" saniert werden. Hier erfolgen derzeit die Vorbereitungen für die Ausschreibung.