| Pressemitteilung vom18. September 2009 |
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Präventionstage beschäftigen sich mit neuen Entwicklungen im jugendlichen Suchtverhalten Region Kassel. Drei Tage lang beschäftigen sich Lehrer sowie haupt- und ehrenamtliche Jugendarbeiter mit den neuesten Entwicklungen im Suchtverhalten von jugendlichen. „Wir haben uns für den Schwerpunkt Mediensucht für die Präventionstage entschieden, da es immer mehr ein dringendes Thema in der Jugendarbeit wird“, erläuterte Doris Hauck vom Veranstalter Jugendbildungswerk des Landkreises Kassel. „Die Sehnsüchte der Jugendlichen haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht geändert: Anerkennung und Liebe stehen immer noch im Mittelpunkt“, so Hauck weiter. Geändert habe sich allerdings die Art und Weise wie diese Sehnsüchte befriedigt werden. Hauck: „Heute füllen Computerspiele, das Handy, Internet und Podcasten die Zeit – häufig wissen Eltern, Lehrer und Jugendarbeiter nicht mehr, mit was und wie Jugendliche ihre Freizeit verbringen.“ Deshalb stehe neben der theoretischen Beschäftigung mit dem Medienkonsum auch das praktische Ausprobieren im Mittelpunkt. „Wir nehmen uns einen Tag Zeit, an dem Jugendliche Lehrer und Jugendarbeiter bei ihren Schritten in virtuelle Welten betreuen“, informierte Hauck. Dies sei notwendig, damit das Verständnis, für das was am Computer abläuft, größer wird. Philipp Theis von der Suchtberatung des Diakonischen Werks Kassel ergänzte, dass seine Erfahrungen mit dem seit Ende 2007 laufenden Projekts „Real Life“ zeigten, dass der exzessive Medienkonsum immer mehr zunehme. Theis: „Obwohl man sicherlich noch darüber streiten kann, ob es so etwas wie Computersucht überhaupt gibt, verbringen bis zu 1,5 Prozent aller Internetnutzer soviel Zeit außerhalb der realen Welt, dass eine Suchtberatung erforderlich ist“. Dabei sei exzessiver Medienkonsum kein reines Jugendproblem, betonte Jürgen Sleegers vom Projekt „Spielraum“ der Fachhochschule Köln: „Das Phänomen betrifft alle Altersgruppen von 16 bis 60“. In Hessen nehme man die Problematik ernst, so Thomas Graf von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. „Bei den Beratungsstellen sind wir im bundesweiten Vergleich vorn und die Nachfrage in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel zeigt, dass das Problem existiert“, berichtete Graf. Alle Experten waren sich einig, dass der Prävention eine wichtige Rolle zukomme. Theis: „Es geht darum, wieder zu lernen, kontrolliert zu spielen“. Ein ganz praktischer Hinweis für Eltern sei, ergänzte Hauck, Computer für Kinder im Wohnzimmer oder in einem anderen zugänglichen Raum in der Wohnung aufzustellen, als im Kinderzimmer, hinter dessen verschlossener Tür eine Kontrolle schlechter möglich ist. „Es kommt darauf an, bereits im frühen Kindesalter einen hohen Medienbezug zu verhindern“, betonte Graf. Hier seien die Eltern gefordert, für Begrenzungen zu sorgen. „Prävention ist Erziehungsarbeit“, stimmte Sleegers zu. Durch eine frühe gemeinsame Beschäftigung mit Computerspielen und Internetnutzung entstehe Vertrauen zwischen Eltern und Kind. Sleegers: „Das führt dazu, dass ein Kind, dass mit 13 oder 14 Jahren allein im Internet unterwegs ist, von sich aus problematische Erfahrungen anspricht ohne fürchten zu müssen, Nutzungseinschränkungen durch die Eltern hinnehmen zu müssen“. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten: Präventionstag 1 Auf den Fotos sieht man relaxte Diskutanten und interessierte Zuhörer.
Präventionstag 2
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