
Ob museumspädagogische Programme für Schulklassen, Lehrerinformationsveranstaltungen oder öffentliche Führungen, das Begleitprogramm zur Ausstellung fand ebenfalls regen Anklang. Die breite Palette Hans Kohlscheins (1879-1948), der als Maler, Zeichner und Karikaturist überzeugt, bietet einen genussvollen und abwechslungsreichen Ausstellungsbesuch. Kohlschein hat in einer Hochphase politischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Umbrüche ein außergewöhnliches Œuvre geschaffen. In den sieben Lebensjahrzehnten, die ihm gegeben waren, veränderte sich die Welt in einem rasanten Tempo. In seinem Geburtsjahr war Deutschland eine Monarchie. Im Jahr seines Todes, 1948, waren die Wunden zweier welterschütternder Kriege noch nicht verheilt. Hans Kohlschein erlebte den Untergang des Kaiserreiches, den hoffnungsvollen Aufbruch um 1918 mit der Gründung der Weimarer Republik und ihr Scheitern, die Diktatur Adolfs Hitlers und schließlich den Zusammenbruch des Dritten Reiches. Rahmenbedingungen, die ein Künstlerleben nicht förderten. Hans Kohlschein jedoch fand einen eigenen Weg, sich mit den äußeren Gegebenheiten auseinander zu setzten. Verwurzelt in der Tradition der Historien- und Monumentalmalerei, zeigte sich Kohlschein der gegenständlichen Kunst zwar verpflichtet, entwickelte jedoch eine eigenständige und expressive Ausdrucksform. Der Künstler thematisierte u. a. das Volks- und lebendige Alltagsleben in Polen und beeindruckt sowohl mit seinen Porträts, seinen Landschaften und vielfältigen religiösen Themen wie auch seinen Szenen des bäuerlichen Lebens und des Militärs.
Bildzeile: Hans Kohlschein porträtierte seine Frau Ella mit dynamischem Pinselstrich und reicher Farbpalette. Foto: Kreis Unna
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