Pressemitteilung vom28. Oktober 2009
Selbert: Pilotprojekt Kindertagespflege ist ein Erfolg

Kreis Kassel. „Das seit Anfang 2008 laufende Pilotprojekt Kindertagespflege im Landkreis Kassel ist ein Erfolg“, bilanziert Vizelandrätin Susanne Selbert die bisherigen Erfahrungen mit einem vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und der Karl-Kübel-Stiftung unterstützten Modellprojekt zur besseren Koordination der Angebote in der Kindertagespflege. Das verfolgte Ziel, die Qualität und Professionalität der Kindertagespflege zu verbessern, sei in vielen Fällen bereits erreicht, so Selbert weiter.

„Mehr Qualität und Professionalität sind wichtig, da die Bedeutung von Kindertagespflege auch im Kreis Kassel weiter zunehmen wird“, stellt die Vizelandrätin fest. Im Kreis wurden im letzten Jahr rund 10 Prozent aller Kleinkinder zwischen 0 und 3 Jahren betreut – der Großteil davon von Tagesmüttern beziehungsweise Tagesvätern. Der externe Betreuungsbedarf werde kreisweit auf rund 1.100 Kinder allein in dieser Altersgruppe geschätzt. Aktuell sind beim Kreis rund 140 anerkannte Tagespflegepersonen gemeldet.

Selbert: „Wir haben auf diesen Bedarf frühzeitig reagiert und in den Empfehlungen des Jugendamtes zur Umsetzung des Tagesbetreuungsgesetzes konkrete Ziele für die Verbesserung des Betreuungsangebots verabschiedet“. Für den weiteren Ausbau der Kindertagespflege bieten die vorhandenen gut funktionierenden Kooperationsstrukturen die besten Voraussetzungen dafür, dass diese flexibelste Form der Betreuung auf hohem Niveau funktionieren kann. „Die Zusammenarbeit mit dem Tagesmütterverein Baunatal-Schauenburg e.V., dem Deutschen Roten Kreuz Wolfhagen, der Sternschnuppe Vellmar, dem Mütterzentrum Hofgeismar, dem Arbeiter-Samariter-Bund Lohfelden und dem Kreisjugendamt läuft hervorragend“, so Selbert weiter.

Auch finanziell unterstütze der Kreis die Arbeit der von den genannten Trägern organisierten Vermittlungsstellen der Kindertagespflege. In diesem Jahr seien je 3.000 Euro aus Kreismitteln an jede der fünf Vermittlungsstellen geflossen.

 

Die bisherigen Ergebnisse des Pilotprojekts wurden jetzt im Rahmen einer Fachtagung im Kreishaus vorgestellt. Heike Hofmann-Salzer vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit sah sich in der Auswahl des Landkreises Kassel als Modellstandort bestätigt. „Hier wird ein überzeugender inhaltlicher Ansatz mit einem funktionsfähigen lokalen Netzwerk verbunden “, so Hofmann-Salzer. In den Modellprojekten, die hessenweit in sieben Regionen stattfinden, werde beispielhaft entwickelt, was später auf andere hessische Regionen übertragen werden soll. Hofmann-Salzer: „Am wichtigsten ist es, ein verlässliches Betreuungssystem möglichst flächendeckend anbieten zu können“.

 

„Aus Sicht unserer Stiftung spielt die Verbindung von unterschiedlichen Betreuungsangeboten eine entscheidende Rolle, um so die Wahlfreiheit der Eltern zu stärken und die Tagespflegepersonen sozial besser abzusichern“, ergänzt Daniela Kobelt-Neuhaus, Vorstandsmitglied der Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie in Bensheim, die das Modellprojekt fachlich und finanziell unterstützt. Zur fachlichen Unterstützung der Modellregionen gehört auch die Einbindung des Hessischen KinderTagespflegeBüros. „Im Kreis Kassel leistet man gute Arbeit im Bereich der Qualifizierung der in der Tagespflege tätigen Mütter und Väter,“ lobt Kobelt-Neuhaus. Die vom Kreisjugendamt zusammen mit der Volkshochschule Region Kassel entwickelten regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen für Tagespflegepersonen seien eine gute Möglichkeit nach einer Grundqualifikation den Erfahrungsaustausch der Tagesmütter und –väter zu organisieren sowie die Weiterbildung den jeweiligen Anforderungen der Praxis zu ermöglichen.

 

Dass man gute Voraussetzungen nutzen kann, um ein besseres und auf andere übertragbares Konzept zu entwickeln, sei das angestrebte Ziel des Modellprojekts, ergänzt Dr. Jürgen Wüst vom Institut für Organisationskommunikation (IFOK), das die sieben regionalen Projekte in Hessen betreut.

 

„Wir sind hier auf einem guten Weg und die Fachtagung, in der Diskussionsbeiträge aus Praxis und Theorie alle Teilnehmer weitergebracht haben, war ein guter Zwischenschritt um genau diese Übertragbarkeit zu gewährleisten“, fasst Dr. Wüst als Ergebnis zusammen. Am 3. Dezember 2009 findet eine Abschlussveranstaltung zum Modell in Wiesbaden statt, bei der sich alle Pilotstandorte präsentieren.

 

Ziel aller Überlegungen im Bereich Kindertagespflege soll es laut Vizelandrätin Selbert sein, zusätzliche Tagespflegepersonen zu gewinnen und zu qualifizieren, um ein möglichst flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuung zu erreichen. „Hier liegt eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden - gerade in den ländlichen Regionen Hessens, die besonders vom demographischen Wandel betroffen sind“, weist Selbert abschließend auf die gesellschaftliche Bedeutung eines attraktiven Kinderbetreuungsangebots hin.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Kindertagespflege
Auf dem Foto sieht man konzentriert zuhörende Teilnehmer des Projekttages


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