Lohfelden. „Mit dem Neubau der Grundschule Vollmarshausen beginnt ein neuer Abschnitt in der Schulgeschichte“, unterstrich Fachbereichsleiter Bernd Kleibl vom Landkreis Kassel die historische Bedeutung der im Frühjahr 2010 beginnenden Baumaßnahme im Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen. Rund 2 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes fließen ab Februar 2010 in einen zweigeschossigen Neubau mit drei 80 bis 85 Quadratmeter großen Klassenräumen und zwei Fachräumen.
Bereits 2007 war eine Machbarkeitsstudie erstellt worden, um die Gesamtentwicklung der Vollmarshäuser Grundschule zu einer Ganztagsschule mit Modellcharakter zu ermöglichen. „Nach der Zusage der Landesregierung, die erforderlichen zusätzlichen Lehrerstellen für die Umwandlung in eine Ganztagsschule bereitzustellen, stellt der Kreis als Schulträger jetzt auch die baulichen Weichen für die Zukunft der Grundschule“, so Kleibl weiter. Kleibl, der die Maßnahmen der Sonderinvestitionsprogramme im Kreis koordiniert, bedankte sich bei der Gemeinde Lohfelden, mit der man bei der Planung der Baumaßnahme „hervorragend“ zusammengearbeitet habe: „So ist es zum Beispiel gelungen, dass die Eiche als markanter Schulbaum erhalten werden konnte“.
Der Altbau der Grundschule Vollmarshausen stammt aus dem Jahr 1893 und wurde 1936 in seine jetzige Form umgebaut. Der Verbindungsbau und die beiden weiteren Schulgebäude stammen aus den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Kleibl: „Die neuen pädagogischen Anforderungen im Zusammenhang mit dem von der Schule verfolgten Konzept einer gebundenen Ganztagsschule lassen sich mit dem Raumzuschnitt des Altbaus nicht in Einklang bringen“.
Außerdem hatte es in den Kellerräumen in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Schimmelbefall gegeben. Durch den vom Kasseler Architekturbüro Schultze und Schulze entworfenen Neubau werde dieser Zustand jetzt beendet. Die „neue Schule“ werde nach dem Vorbild des Herforder Modells gebaut. „Das bedeutet, dass es größere Lernräume gibt, die so ergänzende Funktionen wie gemeinsames Mittagessen und Kleingruppenarbeit ermöglichen“, erläuterte Kleibl. Baulich achte der Landkreis darauf, dass sich der Neubau durch besondere energetische Fähigkeiten auszeichnet. „Nach der geltenden Energieeinsparverordnung dürften wir einen Primärenergiebedarf von 342,1 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr haben – wir gehen nach Fertigstellung des Neubaus von einem Primärenergiebedarf von 75,9 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr aus“, berichtete Diplom-Ingenieur Matthias Wyss, der die Baumaßnahme vom Kreis aus betreut. Möglich würde dieser Wert durch eine intelligente Verbindung von Dämmmaßnahmen, flexiblen Lüftungsanlagen und Wärmerückgewinnung direkt in den Klassenräumen.
Die im Februar 2010 beginnenden Baumaßnahmen sollen einschließlich der neugestalteten Außenanlagen bis September 2011 abgeschlossen sein, so dass die Schule die neuen Räume nach den Herbstferien 2011 nutzen kann.
Hintergrund:
Die Grundschule Vollmarshausen ist mit aktuell 233 Schülern und 10 Klassen die zweitgrößte Grundschule in Lohfelden. Seit dem Schuljahr 2000/01 ist an der Schule ein Betreuungsangebot eingerichtet. Zukünftig soll die Schule als gebundene Ganztagsschule konzipiert werden. Dies bedeutet, dass alle Kinder zwischen 8.30 Uhr und 14.30 Uhr in drei Zeitblöcken unterrichtet werden. Die Schule wird dann ab 7.30 Uhr geöffnet sein und bis 16.30 Uhr eine qualifizierte Betreuung anbieten. Der Einzugsbereich der Grundschule umfasst den Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen. In den nächsten sechs Jahren wird die Schülerzahl der Schule schrittweise auf rund 120 Schüler sinken. Schulleiterin ist Brigitte Bergmann.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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