25. November 2009. Selbstbestimmung und Teilhabe: Das sind Begriffe, die mittlerweile das Recht für Menschen mit Behinderung prägen. Welche neuen Möglichkeiten sich damit eröffnen und wie sie umgesetzt werden könnten, war Thema einer Informationsveranstaltung am 19. November im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer.
Hans-Hinrich Vervoort, Behindertenbeauftragter des Landkreises Leer, hatte dazu eingeladen und rund 60 Gäste waren gekommen, um die noch neuen Begriffe wie „Persönliches Budget“, „Budget für Arbeit“ und „Unterstützte Beschäftigung“ von verschiedenen Referenten erläutert zu bekommen. Seit 2008 gibt es in Niedersachsen neben dem Persönlichen Budget auch das Budget für Arbeit als geltenden Rechtsanspruch. Ziel soll es sein, die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern.
Detlev Jähnert, Referent des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, berichtete über diesen neuen Weg. „Immerhin 21 Menschen konnten so landesweit auf einen Arbeitsplatz außerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen vermittelt werden“, so Jähnert. Auch der Weg zurück sei möglich, versicherte er.
Corinna Stegink und Christa Freriks vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft in Papenburg beschreiten ebenfalls andere Wege. Sie begleiten zehn Menschen mit Handicap, die über einen Zeitraum von zwei Jahren in unterschiedlichen Betrieben beschäftigt sind. „Unterstützte Beschäftigung“, so heißt das neue Angebot. Die Erfahrungen, die bisher gemacht wurden, seien vielversprechend. Ohne soziales Engagement der Betriebe gehe es allerdings nicht, machten die Pädagoginnen deutlich.
Abschließend berichtete Wilhelm Fröhling von der Lebenshilfe Leer über die Öffnung der Werkstatt für behinderte Menschen. Ob in Kantinen, die von der Lebenshilfe betrieben werden oder im Gartenbau, wo die Lebenshilfe Dienstleistungen rund ums Haus anbietet, der Arbeitsort ist nicht mehr nur die große Werkstatt. Im Kreisgebiet gebe auch es sogenannte ausgelagerte Arbeitsplätze in ganz normalen Betrieben, so Fröhling.
„Viele verschiedene Wege für viele verschiedene Menschen. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis dieses Informationsabends“, resümierte Hans-Hinrich Vervoort am Ende der Veranstaltung.
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