Pressemitteilung vom27. November 2009
Erziehungsberatung mit umfassendem Angebot für Eltern und Kinder

Landkreis Kassel. Die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Kassel ist mit derzeit vier Mitarbeiterinnen seit über 30 Jahren mit einem umfassenden Angebot für Eltern und Kinder in Hofgeismar, Wolfhagen und im Kreishaus Kassel präsent. „Unser Angebot wird in den letzten Jahren immer stärker genutzt“, berichtet die Leiterin der Erziehungsberatungsstelle Franziska Schlag. Im ersten Halbjahr 2009 haben bereits 177 Eltern oder Kinder neu die Erziehungsberatungsstelle aufgesucht. Schlag: „Im letzten Jahr waren es über das ganze Jahr gesehen 276 neue Fälle – zusammen mit den bereits vorhandenen längerfristigen Beratungsklienten liegen wir bei über 450 Familien im Kreis, die unser Angebot nutzen“.

 

Die Erziehungsberatungsstelle versteht sich als erste Anlaufstelle für Eltern und Kinder, um ohne großen Aufwand Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. „Hier muss man keinen Antrag stellen – hier gilt das Prinzip Anruf genügt“, so Schlag weiter. Allerdings gäbe es Wartezeiten zwischen zwei und acht Wochen für den ersten Beratungstermin. Überwiegend melden sich Eltern in den drei Beratungsstellen, die das Gefühl haben, dass es so im Verhältnis zu ihren Kindern nicht mehr weitergeht oder weil sie sich in ihrer aktuellen Situation als hilflos erleben. Hier setze das Beratungsangebot der Erziehungsberatungsstelle an. Schlag: „Wir gehen auf die spezifischen Bedürfnisse jeder Familie ein – und wir stimmen uns in Absprache mit den Eltern auch mit der Schule oder dem Kindergarten ab“. Im ersten Gespräch werde der jeweilige Hilfebedarf ermittelt und dann das weitere Vorgehen festgelegt. „Auftraggeber für alles was auf das erste Gespräch folgt sind immer die Eltern“, unterstreicht die Leiterin der Erziehungsberatungsstelle. Der Kontakt mit der Beratungsstelle erfolge rein auf freiwilliger Basis – eine Ausnahme bestehe nur dann, wenn eine Gefährdung des Kindeswohls erkennbar ist. Eltern könnten sich darauf verlassen, dass alles was sie in den Gesprächen den Mitarbeiterinnen der Erziehungsberatungsstelle anvertrauen, durch eine gesetzliche Schweigepflicht geschützt ist. Schlag: „Wir sind ein eigenständiges Beratungsangebot des Jugendamtes, dass auf dem Vertrauen der Familien in einem geschützten Rahmen aufbaut “. Deshalb ziehe die Erziehungsberatungsstelle jetzt auch in einen eigenen Bereich in der Wolfhager Außenstelle der Kreisverwaltung in das Gebäude Ritterstraße 1, wo auch das Gesundheitsamt untergebracht ist. Auch die Räume der Erziehungsberatung im Kreishaus Kassel und in Hofgeismar sind getrennt vom restlichen Jugendamt untergebracht.

 

Zum Angebot der Erziehungsberatungsstelle gehören auch diagnostische Termine mit Kindern und der ganzen Familie. „Was sinnvoll ist, hängt immer von den Problemlagen der Ratsuchenden ab“, informiert Schlag. Eltern könnten nach Trennung oder Scheidung auch in strittigen Situationen mit Hilfe des Beratungsangebotes, Vereinbarungen treffen, die an ihren Alltag und die individuellen Möglichkeiten angepasst sind. Als wichtiger Baustein der Arbeit der Erziehungsberatung habe sich ein präventives Gruppenangebot für Kinder getrennter und geschiedener Eltern erwiesen. Schlag: „In den Gruppen lässt sich das Geschehene für die Kinder besser verarbeiten“.

Ein weiteres Beratungsangebot ist die „Filial-Therapie“. „Das ist ein spezielles Eltern-Kind-Spielangebot zur Stärkung der Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Beziehung“, erläutert die Erziehungsberatungsstellenleiterin. Im systemischen Elterntraining schließlich werden Eltern darin unterstützt, Eskalationen in Pubertätskonflikten zu vermeiden und trotzdem wieder einen altersangemessenen Einfluss auf ihr Kind zu erreichen.

 

Die Erziehungsberatungsstelle ist mit verschiedenen Institutionen der Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe jeweils vor Ort vernetzt, insbesondere auch mit den örtlichen Schulen. Unter dem Titel „Eltern im Gespräch“ haben in Hofgeismar und in Wolfhagen bereits Elternabende als offene Angebote zu Themen, wie Pubertät und Medienkompetenz in Kooperation mit den Gesamtschulen, stattgefunden.

Das für die Ratsuchenden kostenlose Beratungsangebot kostet den Landkreis pro Jahr rund 600.000 Euro. „Das ist gut angelegtes Geld, weil mit der Arbeit der Erziehungsberatung Konflikte frühzeitig durch die Familien selbst gelöst werden können“, ist sich Schlag abschließend sicher.

 

Hintergrund:

Die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Kassel hat folgende drei Beratungsstellen:

Im Kreishaus Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21, Eingang Humboldtstraße 24, 34117 Kassel, Tel.: 0561/1003-1580 (Sekretariat); Fax: 0561/1003-1582.

In der Außenstelle des Landkreises in Hofgeismar, Kasinoweg 22, 34369 Hofgeismar, Tel.: 05671/8001-2296.

In der Außenstelle des Landkreises in Wolfhagen, Ritterstraße 1, 34466 Wolfhagen, Tel.: 05692/987-3131.

E-Mail: erziehungsberatungsstelle@landkreiskassel.de

Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


Franziska Schlag
Auf dem Foto ist Franziska Schlag zu sehen.


LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

presse-service.de Die Pressestelle Pressestelle LANDKREIS KASSEL ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.