Trendelburg/Kreis Kassel/Landkreis Waldeck-Frankenberg. Stabwechsel an der Spitze des Hessischen Wasserverbands Diemel: Die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert wird ab dem 1. Januar 2010 Nachfolgerin von Landrat a.D. Dr. Udo Schlitzberger, der 19 Jahre an der Spitze des Verbandes gestanden hatte. „Ich freue mich, dass ich das Vertrauen der Verbandsmitglieder für das neue Amt erhalten habe“, bedankt sich Selbert nach der Wahl im Rahmen einer Verbandversammlung in Trendelburg (Landkreis Kassel). Die neue „Deichgräfin“ ist die erste Frau an der Spitze des Verbandes und kann auf Erfahrungen im Bereich Wasserrecht aus ihrer Zeit als Dezernatsleiterin beim Regierungspräsidium Kassel zurückblicken. Selbert: „Dr. Udo Schlitzberger und Verbandsgeschäftsführer Rolf Enders haben den Verband zu einer leistungsfähigen Organisation entwickelt, die sowohl im Bereich des Hochwasserschutzes wie auch im Naturschutz sowie beim Erhalt von kulturhistorischen Wasserbauwerken beispielhaftes geleistet hat und dies auch in Zukunft tun wird“.
Im Rahmen der Verbandsversammlung legte Geschäftsführer Enders die Eröffnungsbilanz des Wasserverbandes vor. „Der Verband ist finanziell gut aufgestellt und wir können unsere Aufgaben in vollem Umfang wahrnehmen“, berichtet Enders.
„Ein Jahrhunderthochwasser im Jahr 1965 war Anlass der Bildung des Hessischen Wasserverbandes Diemel“ erinnert der scheidende Verbandsvorsitzende Dr. Schlitzberger an die Gründungsphase des Verbandes. Hochwasserschutz sei heute noch genauso aktuell wie vor 40 Jahren. Wie direkt Veränderungen des Klimas Auswirkungen auf unser Leben haben kann, zeigten die immer häufiger feststellbaren Ausschläge im Wetterbericht, so Dr. Schlitzberger weiter. Große Hitze, Starkregenfälle und Hochwasser würden zwar noch mit dem Zusatz „Jahrhundert-„ versehen, ihre Häufung in wenigen Jahren passe allerdings nur noch bedingt zu dieser Bezeichnung.
Dr. Schlitzberger: „Heute ist der Begriff Nachhaltigkeit in aller Munde – der Start des Hessischen Wasserverbandes Diemel war gleichzeitig auch der Start in einen nachhaltigen Hochwasserschutz in unserer Region“. Heute erschienen Planungen groß angelegter Staudämme, die 1969 die Diskussion bestimmten, kaum mehr nachvollziehbar. Die bestehenden Talsperren, wie zum Beispiel die vom Wasserverband Diemel umgesetzte Twistetalsperre bei Bad Arolsen, würden heute mehr in ihrer touristischen Funktion, statt als Bestandteil eines vorsorgenden Hochwasserschutzes betrachtet. Die letzte Regulierungsmaßnahme dieser Art sei das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen, das im Oktober 2008 fertiggestellt wurde.
„Heute steht das Miteinander von nachhaltigem Hochwasserschutz und zukunftsweisenden Naturschutzprojekten im Mittelpunkt der Arbeit des Hessischen Wasserverbandes Diemel“, betont Dr. Schlitzberger. Der Verband setze daher bereits seit einiger Zeit auf die Renaturierung von historischen Flussläufen, um so modernen Hochwasserschutz zu praktizieren. Bei Flüssen, die in einem engen begradigten Bett fließen, führten Hochwasser immer wieder dazu, dass Ortslagen überschwemmt werden, da Retentionsräume, in die das Hochwasser abfließen können, fehlen. „Die Diemel zwischen Liebenau und Trendelburg ist noch durch starke Begradigungen geprägt – der Wasserverband hat daher in den letzten vier Jahren an dieser Stelle drei verschiedene Renaturierungsprojekte umgesetzt“, informiert der scheidende Verbandsvorsitzende. Diese Wasserbauvorhaben hätten gleichzeitig auch positive Effekte für den Naturschutz. Die wiedergenutzten Altarme entwickeln sich ausgezeichnet – bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich wieder angesiedelt und für die Fische bieten sich gute Laichmöglichkeiten.
Zum Verband gehören die Kommunen Bad Arolsen, Bad Karlshafen, Calden, Diemelstadt, Liebenau, Trendelburg, Volkmarsen und Zierenberg sowie die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg. Vorsitzende des Verbandes ist ab 1. Januar 2010 die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert, ihr Stellvertreter ist der Korbacher Vizelandrat Peter Niederstraßer.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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