Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus den Botschafter der Republik Kuba, S.E. Raúl Becerra Egaña. Der Diplomat weilt derzeit zu seinem Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt und Magdeburg. Im Rahmen dieses Besuches trug er sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
Der kubanische Botschafter wurde 1941 in Havanna geboren. Nach seinem Studium der Außenhandelswirtschaft an der Hochschule für Ökonomie in Ost-Berlin war er von 1973 bis 1979 als Handelsrat der Republik Kuba in Österreich und der Schweiz tätig. Von 2001 bis 2006 hatte der Diplomat verschiedene hochrangige Funktionen im kubanischen Außenhandelsministerium und im Handelsrat der BRD inne. Seit 2006 ist S.E. Raúl Becerra Egaña Vorsitzender der Handelskammer der Republik Kuba und seit 2009 außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Kuba in der Bundesrepublik Deutschland.
S.E. Raúl Becerra Egaña ist der zweite Botschafter der Republik Kuba, der sich in das „Goldenes Buch“ der Stadt eingetragen hat. Am 16. März 2001 trug sich bereits der damalige Botschafter, S.E. Marcelino Medina Gonzalez, ein. Darüber hinaus gibt es auf den Gebieten Bildung und Wissenschaft sowie Kunst und Kultur seit vielen Jahren sehr intensive Beziehungen zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der Republik Kuba.
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Hochschule Magdeburg-Stendal unterhalten unter anderem sehr enge Kooperationen mit der Technischen Universität Havanna, der Universität in Santa Clara und der Universidad de Holguin in Kuba. Diese Zusammenarbeit beinhaltet den Austausch von Dozenten, Doktoranden und Studenten zwischen den Partnerhochschulen, studienintegrierte Auslandsaufenthalte sowie gemeinsame wissenschaftliche Projekte. Im Jahr 2006 begingen die Magdeburger Universität und die Universität Santa Clara in Kuba das 25-jährige Jubiläum ihrer Hochschulkooperation.
Bereits im Jahr 2004 installiert der leider 2008 verstorbene Professor für Wirtschaftsinformatik der Otto-von-Guericke-Universität, Dr. Claus Rautenstrauch, einen Elite-Studiengang nach Magdeburger Vorbild in Kuba. Seitdem wird nicht nur an der Technischen Universität Havanna „Business Informatics“ gelehrt.
Der wohl bekannteste aus Kuba stammende Magdeburger ist der Ballettdirektor des Theaters Magdeburg, Gonzalo Galguera. Gonzalo Galguera prägt seit 2006 das Magdeburg Ballett künstlerisch neu. Seine Produktionen begeistern und berühren das Publikum. In besonderer Anerkennung seiner Verdienste um das Theater Magdeburg und die Kulturszene der Stadt wurde er in diesem Jahr auch zum Magdeburger des Jahres vorgeschlagen.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Es wurde unter Oberbürgermeister Hermann Beims eingerichtet. Die erste Eintragung erfolgte am 10. Mai 1931 durch die Mitglieder des damaligen Magistrats. Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt.
Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder die sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben. Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Weigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige und derzeitige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde und Prof. Reinhold Krampitz sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg (z.B. nach dem Gewinn der Champions League 2002), der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a.D. Roland Wambeck sowie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg.