Pressemitteilung vom28. Dezember 2009
Landkreis erfolgreich beim Pilotprojekt „Kindertagespflege in Hessen“
Kreis Kassel.

Zwei Jahre nach dem Start haben das Hessische Familienministerium und die Karl Kübel Stiftung im Dezember im Biebricher Schloss in Wiesbaden die Ergebnisse des Pilotprojekts „Kindertagespflege – Qualität und Professionalität durch Kontinuität und sichernde Rahmenbedingungen“ vorgestellt. Ministerium und Stiftung haben in ihrem gemeinsamen Projekt umfassende Zielsetzungen verfolgt: Zum einen ging es darum, sichere Rahmenbedingungen für die in der Kindertagespflege Tätigen zu schaffen und Familien und ihre Kinder durch verlässliche Strukturen zu unterstützen. Zusätzlich wurden Kommunen neue Strategien beim Aus- und Aufbau von Strukturen im Kinderbetreuungsbereich aufgezeigt, wobei die bereits vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten berücksichtigt wurden.

 

Die sieben beteiligten Pilotstandorte des Projekts waren zuvor in einem hessenweiten Bewerbungsverfahren ausgewählt worden. Bei den Standorten handelt es sich um den Landkreis Kassel mit den Kooperationspartnern Sternschnuppe Vellmar, Mütterzentrum Hofgeismar, Deutsches Rotes Kreuz Wolfhagen, Tagesmütterverein Baunatal-Schauenburg und ASB Lohfelden sowie um Wetzlar, Gründau, Oberursel, Frankfurt, Wiesbaden und Bensheim. Bei der Standortwahl war bewusst auf unterschiedliche Rahmenbedingungen geachtet worden; dadurch sollen sich die erreichten Ergebnisse besser auf möglichst viele weitere Träger von Kindertagespflege übertragen lassen.

 

Das Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung, Daniela Kobelt Neuhaus, lobte das Engagement und die Erfolge der Beteiligten: „An den Pilotstandorten sind viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert worden, um die Kindertagespflege umfassend zu fördern und auszubauen. Alle vom Thema Kindertagespflege betroffenen Gruppen – Eltern, Kinder und Kindertagespflegepersonen – können in Zukunft von den Ergebnissen des Projekts profitieren.“

 

Um die konkrete Arbeit zu unterstützen, hatten die Standorte jeweils ein Startgeld in Höhe von 10.000 Euro erhalten; für die Projektpartner des Landkreises Kassel gab es ein Startgeld von je 2.500 Euro. Zusätzlich erhielten die Standorte fachliche Unterstützung, beispielsweise beim Aufbau von Trägerstrukturen oder bei der Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen. Weitere Maßnahmen waren die Teilnahme an Fachveranstaltungen, der Erfahrungsaustausch mit Fachleuten, praxisnahe Information, Vor-Ort-Begleitung durch Workshops, die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien sowie eine projektbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Ergebnisse an den Standorten zeigen, dass dort – ganz im Sinne der Zielsetzungen des Projekts ­– unterschiedliche Aufgaben in Angriff genommen worden sind, um die Rahmenbedingungen für die Kindertagespflege zu optimieren.

 

Der Landkreis Kassel hat im Verlauf des Projekts gemeinsam mit seinen Projektpartnern den Aufbau einer funktionierenden Vermittlungsstruktur von Kindertagespflegepersonen erreicht. Landkreis und beteiligte Trägerorganisationen von Kindertagespflege haben sich intensiv vernetzt und arbeiten gemeinschaftlich daran, tragfähige und verlässliche Angebote in der Kindertagespflege zu einem regionalen Standortfaktor zu entwickeln. Die Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen ist ausgeweitet worden. Zu den wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft zählt die Klärung der Möglichkeiten zur Festanstellung; hierzu werden bereits Modellrechnungen durchgeführt.

 

Die Veranstalter zeigten sich von der Arbeit der Pilotstandorte beeindruckt. Die Ergebnisse könnten Trägern und Anbietern der Kindertagespflege in ganz Hessen als Beispiel dienen.

 

Bei der Abschlussveranstaltung ist auch auf die bedeutende Rolle des Hessischen Kindertagespflegebüros in Maintal hingewiesen worden; dieses hat in den vergangenen zwei Jahren jeden einzelnen Pilotstandort mit fachlichem Rat, konkreten Arbeitshilfen, Fortbildungsangeboten und Supervision unterstützt und hatte sich an Koordinierungstreffen und gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen an allen Projektstandorten beteiligt. Ministerium und Stiftung würdigten auch die erfolgreiche Arbeit des Instituts für Organisationskommunikation IFOK GmbH, das mit der Durchführung des Pilotprojekts beauftragt war.

 

Das Pilotprojekt Kindertagespflege hat weit über die Grenzen Hessens hinaus hohe Beachtung gefunden. Die Bilanzveranstaltung stellt zwar das Ende der operativen Phase dar, doch die begonnene Arbeit wird an den Standorten auch nach dieser Pilotphase weitergehen. Darüber hinaus werden die gewonnen Erkenntnisse und Erfahrungen in einen Praxisleitfaden einfließen, der allen Kommunen, Trägerorganisationen und Multiplikatoren im Bereich der Kindertagespflege in Hessen zur Verfügung stehen wird.

 

Hintergrund:

Am 19. Februar 2008 fand der Startworkshop des Pilotprojektes in Kassel statt. Die Schwerpunkte des Pilotprojektes waren die gemeinsame Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Ausbau von Kooperationsstrukturen und gemeinsamen Standards vor Ort, die Weiterentwicklung von Qualifikationsangeboten sowie die Prüfung von Anstellungsmöglichkeiten von Kindertagespflegepersonen.

In moderierten Arbeitstreffen wurden vorhandene Materialien (Meldebögen, Flugblätter) verglichen, Steckbriefe erstellt, wünschenswerte Standards aus Sicht des Jugendhilfeträgers, der Eltern, der Kinder, der Vermittlungsstellen und der Kindertagespflegepersonen formuliert; weiterhin wurde eine Liste der „Häufig gestellten Fragen“ erstellt sowie ein gemeinsamer Entwurf der Arbeit der Vermittlungsstellen erarbeitet, der als Grundlage für zukünftige Verhandlungen über Leistungs- und Entgeltvereinbarungen dienen soll.

Außerhalb der Arbeitsgruppe Pilotprojekt Landkreis Kassel hat das Jugendamt des Landkreises den Bereich Qualifizierung und Ausbauqualifizierung in Augenschein genommen. Auch wurden intern Möglichkeiten von Festanstellungen für Kindertagespflegepersonen erörtert.

 

Erfolge und Ergebnisse:

Im Landkreis Kassel gibt es nunmehr insgesamt fünf freie Träger, die die Vermittlungsarbeit in der Kindertagespflege ortsnah standardisiert übernehmen.

Die Kindertagespflege hat im Landkreis Kassel ein Logo entwickelt. Dieses erscheint einheitlich auf Plakaten, Flugblättern, Aufklebern und Werbemitteln.

Die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen wurde von 45 auf 80 Unterrichtseinheiten ausgebaut. Es gibt ein umfangreiches Programm an Aufbauqualifizierungen.

Es wurde eine Vergleichsberechnung für die Anstellung von Kindertagespflegepersonen erarbeitet.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Kindertagespflege
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Anne Fuchs-Hanske (DRK Wolfhagen), Cornelia Lange (Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit), Tania Klapp (Mütterzentrum Hofgeismar), Roselind Winkler (Sternschnuppe Vellmar), Juliane Schröder (Tagesmütterverein Baunatal-Schauenburg e.V.), Ilona Heisiep (ASB Lohfelden-Söhre), Gabi Lengemann (Landkreis Kassel), Christine Lachmann (Landkreis Kassel), Ralph Kleppe (Landkreis Kassel) und Daniela Kobelt-Neuhaus (Karl-Kübel-Stiftung) bei der Veranstaltung in Wiesbaden. Angehängt ist auch noch das neue Logo für die Kindertagespflege im Landkreis Kassel.


Kindertagespflege Logo



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