Landkreis Leer | Presseinformation

Familienfreundlich – ein Vorteil des Landkreises Leer

Landrat Bramlage: Familie und Beruf unter einen Hut bringen / Wettbewerb um Fachkräfte

06. Januar 2010. Leer. Frauen und Beruf – der Landkreis Leer betrachtete dieses Arbeitsfeld als Sozial-, Familien- und Wirtschaftspolitik. Gerade eine Region am Rande der Republik muss die so genannten weichen Faktoren stärken, um attraktiv zu bleiben als Standort mit hoher Lebens- und Wirtschaftsqualität. Landrat Bernhard Bramlage: „Wir sehen Familienfreundlichkeit als wichtigen Standortvorteil für unseren Landkreis.“

Dafür stellt der Landkreis mit der Stabsstelle „Frauen und Familienförderung“ einiges auf die Beine. Mit seinem Regionalen Entwicklungskonzept ‚Familienblick’ schlägt er mehrere Fliegen mit einer Klappe. Er kümmert sich um Fachpersonal, integriert Frauen in den Arbeitsmarkt, verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Das Ziel heißt familienorientierte Unternehmenskultur in den überwiegend kleinen und mittleren Betrieben. Ein erster Schritt ist eine zentrale Anlaufstelle in der Leeraner Fußgängerzone. Dort bündelt sich die Arbeit mehrerer Anbieter von Frauen- und Familienförderungs-Maßnahmen.

Die Koordinierungsstelle „Frauen und Beruf“ gibt es in Leer und Aurich und wird von der EU und dem Land Niedersachsen gefördert. Sie will Frauen, Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrern und Elternzeitlern bei Problemen mit der Jobsuche und mit der Vereinbarung von Beruf und Familie helfen. Sie baut dabei auf Mitarbeit von Firmen, die vor einem überregionalen Wettbewerb um Fachkräfte stehen. In einigen Branchen ist dieser Wettbewerb bereits im Gange.

Der Familienservice Weser Ems e.V. hilft Familien, passgenaue und flexible Betreuungslösungen zu finden. Und auch die Integrationsbeauftragte hat ihr Büro in der Anlaufstelle. Sie berät und unterstützt Migrantinnen und Migranten , um deren Integration zu fördern.

Für 2010 hat sich die Anlaufstelle mehrere Ziele gesetzt. Jutta Fröse, Leiterin der Stabsstelle Frauen und Familienförderung beim Landkreis Leer: „Wir erweitern das Betreuungsangebot für Erwerbstätige mit Kindern oder älteren Angehörigen, machen die Angebote überschaubar und bauen Ferienbetreuungsangebote für arbeitende Eltern aus. Außerdem wollen wir Familien-Kontaktstellen an mehreren Orten einrichten und diese mit lokalen runden Tischen verknüpfen.“

Mit der Gleichstellungsbeauftragten und der Demographiebeauftragten des Landkreises will die Koordinierungsstelle Stammtische mit Unternehmern organisieren, um gemeinsam das Thema zu diskutieren und Probleme anzupacken. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Überbetrieblicher Verbund“ ist außerdem eine Fortbildungsreihe vorgesehen. Jutta Fröse: „Wir möchten die Mitgliedsbetriebe des Überbetrieblichen Verbundes bei der Arbeit an familienfreundlichen Personalentwicklungs-Konzepten unterstützen.“

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Sommerferien für Kinder bedeuten längst nicht immer Urlaub für arbeitende Eltern. Deshalb hat der Landkreis Leer im Sommer 2009 gemeinsam mit dem Familienservice Weser-Ems e.V. ein verlässliches ganztägiges Betreuungsangebot geschaffen. Auf diese Weise wissen Eltern ihre Kinder auch in den Sommerferien gut aufgehoben, während sie arbeiten. Ziel des Projekts: Vor allem Frauen dabei helfen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das Angebot war ein Erfolg, so dass es im Sommer 2010 wiederholt werden soll – möglichst auf noch breiterer Grundlage als beim ersten Mal.

Der Landkreis Leer wiederholt die Infobörse „Die Arbeitswelt wird weiblicher“, die er im Juni 2009 erstmals ausgerichtet hat. Der Zulauf war mit 300 Gästen sehr gut. Am größten war die Resonanz auf den Vortrag „Hilfen beim beruflichen Wiedereinstieg“. Die Koordinierungsstelle „Frauen und Beruf“ verzeichnet zurzeit noch 62 Frauen auf der Warteliste für eine intensive Beratung.

Kinder- und Familienfreundlichkeit stehen als Leitbild über zahlreiche Projekte, die der Landkreis Leer betreibt. So nutzt er einen Zuschuss von 358.500 Euro vom Land Niedersachsen, um zwölf Projekte zu finanzieren zur Verbesserung von familienfreundlichen Strukturen und von Kinderbetreuungsangeboten. Vor allem Betreuungsangebote für unter dreijährige Kinder in Krippen liegen den Landkreis am Herzen. Dafür steuert der Landkreis neben einem Teil des Landeszuschusses zusätzlich knapp 632.000 Euro bei. Landrat Bramlage: „Für diese Vorhaben investieren wir in diesem und im nächsten Jahr rund eine Million Euro.“

Seit 2007 läuft das Landesprogramm „Familien mit Zukunft – Kinder bilden und betreuen“. Helena Lennartz, Jugendhilfeplanerein, nennt Beispiele: „Allein 2008/2009 haben 313 Kinder am MuKel-Sprachförderprojekt teilgenommen, bei dem sie auf die Schule vorbereitet werden.

Mehrere Kindergärten öffnen länger als die üblichen Stunden, damit Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Es sind die Kinderkrippen Miniclub Leer und Filsum, die Kindertagesstätte Bullerbü in Leer sowie die Kindergärten Borkum, Wymeer und Dollart.

Der Landkreis Leer fördert auch im Jahr 2010 zahlreiche Projekte, die mit Kindern zu tun haben: Familien- und Kinderservicebüro, MuKel-Sprachförderungsprojekt, Vernetzung der Betreuungsangebote Kindertagesstätte/Kindertagespflege, Förderung von Kindern unter drei Jahren aus benachteiligten Familien durch Tagespflege im Kinderschutzhaus Leer, Projekt „Aufsuchende Hilfe für Familien mit Kleinkindern“, Bereitstellung flexibler Betreuung (Kindertagespflege), Notfallbetreuung, gezielte nachmittägliche Betreuung, NEELE (Netzwerk Erziehung und Entwicklung Leer – frühzeitiges Erkennen und Handeln von Entwicklungsrisiken), Startpaket nach der Geburt „Willkommen im Landkreis Leer“, Fortbildung von Tagespflegepersonen, Ferienbetreuung.


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