Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 20. Januar 2010

Logistik: Förderwettbewerb gestartet

Informationsveranstaltung im Ratssaal - Ideen und Kooperationen gefordert

Bocholt (pd).

Am Dienstag startete auch in Bocholt der Förderwettbewerb Logistik mit einer Informationsveranstaltung für mögliche Teilnehmer. Rund 30 Interessenten waren der Einladung des Wirtschaftsministeriums, des Logistik-Clusters und der Wirtschaftsförderung der Stadt Bocholt gefolgt.

Bürgermeister Peter Nebelo begrüßte die Teilnehmer und wies noch einmal auf den Preis "Logistikstandort des Jahres 2009 in NRW" hin, den seine Stadt gewonnen habe. "Wir sind stolz, dass wir uns gegen starke Konkurrenz durchsetzen konnten", so Nebelo, "es wird für uns Ansporn sein, unsere Qualitäten als regional bedeutsamer Logistikstandort weiter auszubauen."

Peter Abelmann, Clustermanager des Logistik-Clusters NRW, hob die Bedeutung der Logistikbranche hervor, Foto: Bruno Wansing, Großversion mit Klick,es öffnet sich ein neues Fenster"Es ist schon fast so, als ob ich Eulen nach Athen trage, wenn ich Logistikern etwas zur Bedeutung der Logistik erzähle", begann Peter Abelmann, Clustermanager des LogistikCluster NRW. Die Logistikbranche werde als Querschnittsbranche oft unterschätzt, "doch gerade in NRW sind gerade die großen Branchen Maschinenbau, Chemie aber auch Ernährung stark von der Logistikbranche abhängig", so Abelmann. Die Branche befinde sich im Wandel, werde aber nach der Wirtschaftskrise ein großes Wachstum vor sich haben. Abelmann führte weiter aus, dass Logistikansiedlungen generell mehr Arbeitsplätze im Umfeld generierten als reine Industrieansiedlungen. "In der Logistikbranche findet man einen guten Mix von den einfachen bis hin zu den studienabhängigen Arbeitsplätzen", weiß Abelmann. Er belegte seine Aussagen auch mit Fakten. Fünf von 10 der Topunternehmen in der Logistikbranche seien in NRW angesiedelt, neben Baden-Württemberg und Bayern sei NRW das "logistische Herz" Deutschlands. Hamburg habe dagegen "nur" den Hafen. Die Teilnehmer der Infoveranstaltung zum Logistikwettbewerb - Foto: Bruno Wansing - Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterDie Logistikbranche verfügt über 270.000 Arbeistplätze in 21.600 Unternehmen, die einen Umsatz von über 70 Mrd. Euro generieren. "Nimmt man Handel und Industrie, die ohne Logistik auch nicht auskommen, hinzu", so Abelmann weiter, "sind wir bei über 600.000 Beschäftigten." Abelmann ging dann ebenfalls noch einmal auf den Preis ein, den Bocholt gewonnen habe. "Es war eine Mischung aus harten Kriterien und einer Online-Abstimmung. Bocholt hat knapp, aber verdient gewonnen."

"Nur wer ein gutes logistisches Angebot bietet, hat auch in Zukunft gute Chancen", glaubt Abelmann. "Im Kreis Borken, der von mittelständischer Struktur geprägt ist, entfallen 11% der Beschäftigten auf die Logisitik."

Anschließend warb er noch für das Logistikcluster NRW. Abelmann: "Uns geht es darum, ein aktives Netzwerk zu bilden, Neues zu entwicklen und Wachstumspotenziale zu ermitteln und auszuschöpfen." Derzeit habe LogIT-Club, der das LogistikCluster NRW betreue, 120 Mitglieder. "Wir wollen bis 2011 auf eine Zahl von 300 kommen", so Abelmann.

Dr. Karl-Georg Steffens, vom Projektträger ETN erläuterte die Wettbewerbsvoraussetzungen - Foto: Bruno Wansing, Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterDr. Karl-Georg Steffens vom Projektbetreuer ETN stellte anschließend die Teilnahmebedingungen und den -ablauf des Wettbewerbes vor. Mit der Veröffentlichung am 4. Januar startete der Wettbewerb. "Zurzeit laufen, wie heute auch, die Informationsveranstaltungen für die potenziellen Teilnehmer", so Steffens. Bis zum 15. April müssten die Wettbewerbsbeiträge eingereicht sein. Im Juli erfolge dann von einer Jury die Projektauswahl. Zielsetzung sei unter anderem, die Wettbewerbsfähigkeit der Logistikwirtschaft in NRW auszubauen und zu verbessern. Steffens: "Zudem sollen die Cluster weiter ausgebaut werden, um den Logistikstandort NRW weiter zu entwickeln."

Mit dem Wettbewerb selber sollen innovative Projekte generiert und gefördert werden, die die logistischen Wertschöpfungsketten stärken und einen Bezug zu regionalen Clusterstrategien aufweisen. "Kooperative Vorhaben mit hohem Innovationsgehalt werden dabei sicherlich vorrangig gefördert", ist sich Steffen sicher.

Interessiert folgten die Teilnehmer den Vorträger zum Logistikwettbewerb - Foto: Bruno Wansing - Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterTeilnahmeberechtigt sind, soweit sie ihren Sitz in NRW haben,

  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft und freie Berufe
  • sonstige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
  • Einrichtungen der technologischen und wissenschaftlichen Infrastruktur, Gemeinschaftseinrichtungen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer
  • Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen, wenn diese Projekte mit unmittelbarem Transferbezug zu Unternehmen umsetzen.
"Wichtig ist, dass es sich nicht um reine Forschungsprojekte handelte", erläutert Steffens. "Der Anwendungsbezug in der Wirtschaft muss klar herausgestellt werden.

Ein Bewerbungsbogen als Hilfestellung für die Unternehmen hatte Steffens auch parat. "Den stellen wir Ihnen natürlich auch online zur Verfügung. Die Einreichung erfolgt aber nur schriftlich, damit wollen wir die Vertraulichkeit gewährleisten."

Hannelore Scho-in het Veld von der NRW Bank ging auf die Finanzierungsberatung im Wettbewerbsverfahren ein - Foto: Bruno Wansing, Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterHannelore Scho-in het Veld von der NRW Bank erläuterte im Anschluss die Rolle der NRW Bank im weiteren Wettbewerbsverfahren. "Wenn die Jury im Juli entschieden hat", so Scho-in het Veld, "dann kommen wir ins Spiel." Für das weitere Antragsverfahren würden Workshops abgehalten, bis zum 20.9.2010 müssen die Antragsformulare eingereicht sein, so Scho-in het Veld. "Acht bis 12 Wochen später fällt dann die Entscheidung, im günstigsten Fall können die Projektsieger Ende 2010 beginnen." Der mögliche Fördersatz hänge vom jeweiligen Projekt und vom Unternehmen ab. "Für die industrielle Forschung sehen die Sätze 50 - 80 % vor, bei KMU werden dann die höheren Fördersätze an den Tag gelegt, bei den großen Unternehmen die kleineren", berichtete Scho-in het Veld.

Diskussionsrunde: v.l.n.r. Dr. Karl-Georg Steffens, Peter Abelmann, Hannelore Scho-in het Veld und Bettina Kittel - Foto: Bruno Wansing, Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterIn der anschließenden Diskussion hob Ministerialrätin Bettina Kittel vom Wirtschaftsministerium NRW - Foto: Bruno Wansing - Großversion mit Klick, es öffnet sich ein neues FensterBettina Kittel, Ministerialrätin vom Wirtschaftsministerium NRW, hob hervor, dass Projekte, die sich im Feld der Qualifzierung bewegten, eine Bedeutung für die Region haben müssten. "Da kann es nicht um die Weiterbildung der Mitarbeiter eines Unternehmens gehen", so Kittel, "da müssen die Unternehmen über den eigenen Tellerrand schauen und innovative Projekte entwickeln." Das Logistik-Cluster NRW helfe zwar den Antragstellern. "Bei der Bewertung und der Juryentscheidung ist es aber außen vor. Das haben wir fein säuberlich getrennt", so Kittel abschließend.

Alle weiteren Informationen gibt es auf den Internetseiten:
Dort werden zum Ende der Woche auch die Vorträge der Referenten zu lesen sein.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Geschäftsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Bruno Wansing, Telefon 0 28 71 95 35 71, E-Mail: bruno.wansing@mail.bocholt.de