Pressemitteilung vom25. Januar 2010
Wenn Eltern sucht- oder psychisch krank sind
Beispielgebende Kooperation in der Region/Broschüre erschienen

„Kooperation schafft die Voraussetzung für gemeinsames Handeln und nur so kann Familien in schwierigen Situationen frühzeitig geholfen werden“, stellt Udo Reining, Projektkoordinator am Jugendamt des Landkreises Kassel, fest. Auf dem Hintergrund einer sehr erfolgreichen Kooperation von Institutionen und Organisationen aus Stadt und Landkreis Kassel zum Thema „Kinder von sucht- und psychisch kranken Eltern Halt geben“ findet mittlerweile der dritte Fachtag zu diesem Thema im Haus der Kirche in Kassel am 23. Januar statt. Initiator der Fachtage, die Anlass für die Zusammenarbeit waren, waren die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, ein großer Verband der Sucht-Selbsthilfe mit Sitz in Kassel, die Kosten trug der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK). Da die entstandene Zusammenarbeit bundesweit beispielgebend sein kann, finanzierte die BKK eine gerade erschienene Broschüre über diese Kooperation. Denn die Zusammenarbeit der Hilfesysteme, vor allem der Sucht- und der Jugendhilfe sowie der Erwachsenenpsychiatrie, ist keineswegs überall so gut, wie es zum Wohle der Kinder wünschenswert wäre. In Kassel planten die Akteure von unter anderem Emstaler Verein, der Angebote für psychisch Kranke macht, Drogenhilfe Nordhessen, Jugendamt, Sucht-Selbsthilfe, Staatlichem Schulamt und das Gesundheitsamt der Region die Fachtage, die sich speziell an Erzieherinnen und Lehrkräfte aus Grundschulen und die Sucht-Selbsthilfe richten. Diese Berufsgruppen spielen eine wichtige Rolle für die Kinder und die Möglichkeit, ihnen frühzeitig zu helfen, indem sie beispielsweise die Kinder in ihrem Selbstwert und ihren Fähigkeiten stärken.

 

Die Kinder leiden unter der Situation in der Familie. Sie erleben krankheitsbedingt unzuverlässige Eltern, Versprechen werden nicht gehalten, nicht selten ist Gewalt im Spiel. Beim Fachtag schildern mittlerweile erwachsene Kinder ihr Erleben, häufig übernahmen sie schon als Kinder Verantwortung, die eigentlich zu den Eltern gehört – sie kauften ein, kochten, kümmerten sich um Geschwister. Auch betroffene Eltern erleben Schuld- und Schamgefühle, wenn ihnen klar wurde, wie ihre Kinder die Krankheit erlebten.

 

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen geht von mehr als 220 000 Kindern in Familien mit einem suchtkranken Elternteil in Hessen aus. Jedes siebte Kind, so eine Untersuchung, ist zumindest zeitweise von der Alkoholsucht eines Elternteils betroffen. Jedes vierte Kind aus einem suchtkranken Elternhaus wird später selbst zum Suchtmittel greifen, fast jedes zweite Kind hat mit Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Störungen zu kämpfen. Rund 576 000 Menschen in Hessen leiden unter einer Angststörung oder eine Depression – nur zwei von etlichen psychischen Erkrankungen.

 

Erzieher und Erzieherinnen sowie Lehrkräfte können die Kinder aus solchen Familien in ihren Stärken und ihren Fähigkeiten fördern, die Sucht-Selbsthilfe ist neben der Suchtberatung eine wichtige Anlaufstelle für die Eltern. Die Kinder brauchen eine gute und verlässliche Beziehung und ein Stück Normalität jenseits ihres von Sucht und psychischen Krankheiten geprägten Familiensystems. Die Fachtage zeigen Möglichkeiten des Handelns auf, sie sensibilisieren für die Nöte der Kinder und schaffen Verständnis.

Diese Ziele hatten sich die Kooperationspartner gesteckt. Sie alle einte eins: Der Wunsch, diesen Kindern frühzeitige Hilfen zu ermöglichen. Wie breit die Basis für dieses Anliegen in Stadt und Landkreis war, zeigt die Tatsache, dass sich bei dem Fachtag rund 15 Institutionen und Hilfeangebote aus Stadt und Landeskreis sowie bundesweit bei einem Bazar präsentieren. „Wir freuen uns, dass es in Kassel gelungen ist, eine solche Kooperation zu schaffen und wünschen uns, dass die Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder viele Früchte trägt“, stellt Ute Krasnitzky-Rohrbach, Mitarbeiterin der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, abschließend fest.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Ute Krasnitzky- Rohrbach, Tel. 0561/780413, u.krasnitzky@freundeskreise-sucht.de oder Udo Reining, Tel. 0561/1003­1380, udo-reining@landkreiskassel.de.

 

Die Broschüre ist zu beziehen über die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in Kassel, mail@freundeskreise-sucht.de, Tel.: 0561/780413.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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