26. Februar 2010. Leer/Meppen/Papenburg. In der Öffentlichkeit wird immer wieder die Teilverlagerung bzw. eine komplette Verlagerung der Meyer Werft in Papenburg an einen anderen Standort diskutiert. Wie sich ein Fortgang oder eine Teilverlagerung der Werft auswirken würde und welche regionalökonomische Bedeutung die Werft für die Region überhaupt hat wird in einem Gutachten untersucht, das die Landkreise Emsland und Leer in Auftrag gegeben haben. Landrat Hermann Bröring (Landkreis Emsland) und Landrat Bernhard Bramlage (Landkreis Leer) stellten die Expertise nun gemeinsam mit Olaf Krawczyk vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung (NIW), Hannover, das die Expertise durchführte, in Papenburg vor. Fazit des Gutachtens: Die Meyer Werft ist von zentraler Bedeutung für die ökonomische Entwicklung der Region.
„Das Gutachten belegt schwarz auf weiß: Die Region kann auf die Meyer Werft nicht verzichten“, sagten die Landräte. Um die Wettbewerbsposition der Meyer Werft und die damit verbundene Auftragslage dauerhaft erhalten zu können, sei eine flexible Stauregelung der Ems von grundlegender Bedeutung für die Werft, zitierten Bröring und Bramlage das Gutachten.
Die Expertise untersucht, welche Produktions-, Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und steuerlichen Effekte von den Aktivitäten der Meyer Werft als einem der größten Arbeitgeber der Region ausgelöst werden. Die Werft gilt als weltweit größter Produzent von Kreuzfahrtschiffen. Die Expertise nimmt eine Bestandsaufnahme vor, analysiert die Auswirkungen, die eine Ausweitung der Produktionskapazitäten der Werft am Standort Papenburg hätte, sowie die Effekte, die durch eine Standortteilverlagerung oder einen Fortgang der Werft für die Landkreise Emsland und Leer zu erwarten wären.
Die derzeit aufgrund der weiter steigenden Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen stattfindende Erweiterung der Produktionskapazität der Werft lässt in 2012 ein Umsatzwachstum von 60% und ein Beschäftigungswachstum von 5% erwarten. Zugleich wirkt sich dies auf die Steuereinnahmen des Landes Niedersachsen und die Landkreise Emsland und Leer aus, die voraussichtlich auf insgesamt 17,5 Mio. Euro ansteigen werden. Die Aktivitäten der Meyer Werft erbrachten 2008 laut Gutachten bereits Steuereinnahmen in Höhe von rund 10,1 Mio. Euro.
Eine Standortteilverlagerung, d. h. die Endmontage der Schiffe an einem zusätzlichen Standort im Emsmündungsbereich, würde hingegen einen Produktivitätsverlust und eine Verteuerung des Produkts um bis zu 8% bedeuten. „Eine kostendeckende Produktion wäre damit nicht mehr möglich und die Existenz der Werft gefährdet“, betonten die Landräte. Die komplette Verlagerung der Werft an einen Küstenstandort würde den Verlust von rund 2700 direkten Arbeitsplätzen bedeuten und sich auch auf den Bestand von Zuliefererbetrieben mit ihren rund 3000 Arbeitsplätzen auswirken. Die regionalökonomischen Folgen einer Standortaufgabe würden im besonderen Maß die Stadt Papenburg und die angrenzenden Gemeinden in den Landkreisen Emsland und Leer treffen. Mit dem Fortgang der Werft wäre auch ein erheblicher Verlust des regionalen Innovationspotentials verbunden. „Der Fortgang der Meyer Werft als bedeutendster Kristallisationskern eines innovativen maritimen Clusters in der Region hätte dramatische Folgen für den Arbeitsmarkt und das innovative Potential der Region“, so Bröring und Bramlage abschließend.
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Landkreis Emsland: Anja Rohde, Tel: 05931/441315
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