Magdeburg.
Im April 2009 hatte der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur künftigen Entwicklung der Kinderspiel- und Freizeitflächen in der Landeshauptstadt gefasst. Jetzt hat der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe eine Konzeption zur systematischen Entwicklung, Sanierung und Instandhaltung der öffentlichen kommunalen Spiel- und Freizeitflächen für die Jahre bis 2015 vorgelegt. Damit sollen u. a. Prioritäten für Neubau und Rückbau in den nächsten Jahren gesetzt werden.
Eine Bestandsanalyse im Vorjahr hatte ergeben, dass die Stadt Magdeburg – gemessen an der Zahl der hier lebenden Kinder – gut mit Spiel- und Freizeitflächen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ausgestattet ist. Allerdings entspricht deren Verteilung im Stadtgebiet aufgrund der demografischen Entwicklung in den zurückliegenden Jahren nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. „Deshalb wollen wir unsere künftigen Investitionen so ausrichten, dass das Angebot in den kommenden Jahren schrittweise dem tatsächlichen Bedarf angepasst wird“, erklärt dazu Magdeburgs Beigeordneter für Finanzen und Vermögen, Klaus Zimmermann.
Mit der jetzt vorgelegten Spielplatzkonzeption hat das zuständige Dezernat deshalb auch eine Prioritätenliste für den Neubau und Rückbau von öffentlichen Spielplätzen vorgelegt. Eine entsprechende Drucksache wurde gestern in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters bestätigt. Sie ist mit allen betroffenen Ämtern und Beauftragten abgestimmt. Die Drucksache geht nun zur Beratung in die zuständigen Ausschüsse. Der Stadtrat entscheidet voraussichtlich im Mai.
Oberste Priorität für den Neubau von Spielplätzen hat aus Sicht der Verwaltung der Stadtteil Stadtfeld Ost. „Der Stadtteil erfreut sich insbesondere bei jungen Familien großer Beliebtheit, was aber auch bedeutet, dass die vorhandenen Spielflächen den tatsächlichen Bedarf nicht decken können“, so Magdeburgs Finanzbeigeordneter.
Insgesamt vier neue Spielplätze sollen dort in den nächsten Jahren entstehen oder erweitert werden: Noch in diesem Jahr wird der Spielplatz am Europaring ausgebaut. Die Geräte dafür sind bereits angeschafft. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll an der Schenkendorfstraße ein Mehrgenerationenspielplatz – der erste in Magdeburg – neu entstehen. 2011 soll der Spielplatz in der Motzstraße erweitert werden. Für einen weiteren Spielplatz in Stadtfeld-Ost wird derzeit eine geeignete Fläche gesucht.
Neu gebaut werden sollen in diesem und den folgenden Jahren außerdem ein Abenteuerspielplatz und eine Skateranlage am Aussichtssturm im Stadtpark Rotehorn und ein Spielplatz in der Junkerssiedlung. Für die Anlagen auf dem Pechauer Platz ist im kommenden Jahr eine Erweiterung geplant.
Mittelfristig ist außerdem vorgesehen, in den Bereichen Semmelweisstraße, Alt Reform, Ambrosiusplatz sowie Westernplan und Olvenstedter Platz neue Spiel- und Freizeitflächen anzulegen. „In allen diesen Stadtteilen ist der städtische Eigenbetrieb derzeit dabei, zu prüfen, welche Flächen dafür geeignet sind.“
Der Bevölkerungsrückgang in den großen Neubausiedlungen führt nicht nur zu einem Überangebot an Wohnungen, sondern auch dazu, dass für weitere vorhandene Infrastruktur kein Bedarf mehr besteht. „Wir werden deshalb in den nächsten Jahren Spielplätze in Neu-Olvenstedt und im Neustädter Feld zusammenlegen oder aufgeben“, erklärt dazu Magdeburgs Finanzbeigeordneter. Im Stadtteil Neustädter See ist der Bedarf an Kinderspielflächen aufgrund der demografischen Entwicklung gesunken. Deshalb sollen zwei kleinere wegbegleitende Anlagen – am Neustädter See und am Krähenberg - aufgegeben werden. Außerdem schlägt die Verwaltung vor, die Spielgeräte an der Lentgestraße in Ottersleben auf den benachbarten Spielplatz umzusetzen und den Spielplatz im Stadtpark Rotehorn am Fort XII durch einen Neubau am Aussichtsturm zu ersetzen.
„Alle Flächen, die künftig nicht mehr als Spielplatz genutzt werden, bleiben Eigentum des Stadtgartenbetriebes und werden als Grünfläche gestaltet“, stellt Klaus Zimmermann klar. „Sofern sich die Situation in den einzelnen Stadtteilen ändert, können dort bei Bedarf auch wieder Spielplätze eingerichtet werden.“
Die jetzt vorgelegte Spielplatzkonzeption soll die Grundlage für die mittel- und langfristige Entwicklung, Sanierung und Instandhaltung der öffentlichen Spiel- und Freizeitanlagen bilden. „Unser Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe betreibt im gesamten Stadtgebiet 126 Spiel- und Freizeitanlagen. Um den Nutzern ein qualitativ hochwertiges Angebot zu machen und die Anlagen angemessen zu pflegen, benötigen wir Planungssicherheit, welche Stadtteile in den kommenden Jahren Priorität haben sollen für Investitionen und wo wir Spielplätze aufgeben wollen“, erklärt dazu der zuständige Finanzbeigeordnete. „Schließlich wenden wir in jedem Jahr erhebliche Mittel auf, um Spielplätze zu unterhalten und zu modernisieren. Deshalb müssen wir die knappen Mittel so einsetzen, dass sie möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen.“