Kreis Kassel.
Für private Hausbesitzer, die in Orten wohnen, die aktuell im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen sind, gibt es gute Nachrichten. „Es stehen noch Fördermittel für private Bau- und Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung“, informiert Peter Nissen, zuständiger Abteilungsleiter beim Amt für den ländlichen Raum des Kreises Kassel in Hofgeismar. Es bestehe eine „gute Chance, dass alle Anträge, die in diesem Jahr eingehen, auch bewilligt werden können“. Nissen empfiehlt, die entsprechenden Anträge schnell – „am besten bis Ende April“ – zu stellen, um so die guten Chancen auf einen positiven Förderbescheid zu nutzen.
„Wer diese Möglichkeit nicht nutzt, verschenkt Geld“, bestätigen Hannelore und Wilfried Feuring aus dem Caldener Ortsteil Ehrsten. Er kenne eine Reihe von Hausbesitzern, die Vorschriften und Gängelei durch die Behörden befürchten, wenn sie eine öffentliche Förderung in Anspruch nehmen, so Wilfried Feuring weiter:„Diese Vorurteile aus der Vergangenheit stimmen nicht mehr“.
Das Ehepaar hatte 1971 die 1819 erbaute alte Schule in den Rohrwiesen in Ehrsten gekauft. Feuring: „Wir haben über viele Jahre viel Arbeit in das Haus gesteckt – auf unsere Leistung und das Ergebnis sind wir schon stolz“. Die Zusammenarbeit mit dem Amt für den ländlichen Raum sei „sehr gut“ gewesen und auch die Denkmalschutzbehörden hätten „sich sehr kooperativ gezeigt“. Das Ergebnis der zwölf Jahre langen Sanierungsarbeiten kann sich sehen lassen. „Wir werden im Dorf und auch von Besuchern immer positiv auf die Sanierung angesprochen“, berichtet Hannelore Feuring.
Die Sanierung von Häusern in den alten Ortskernen kann mit 30 Prozent beziehungsweise maximal 30.000 Euro bezuschusst werden, informiert Abteilungsleiter Nissen. Bezuschusst werden alle Maßnahmen zur Substanzerhaltung des Gebäudes und Umbauarbeiten für eine dauerhafte Nutzung für die Zukunft. „Bei Feurings konnten wir die Außensanierung mit ein Drittel der Kosten bezuschussen“, berichtet Nissen. „Das waren über 12.000 Euro und das ist eine Menge Geld“, bekräftigt Wilfried Feuring.
Positiv bei privaten Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung sei, dass neben einer Verbesserung des Gesamteindrucks im Ort auch ein Nachahmungseffekt in der Nachbarschaft eintrete. Nissen: „Häufig ziehen nach einer gelungenen Sanierungsmaßnahme Nachbarn nach, so dass – wie hier in Ehrsten – ein ganzer Straßenzug rund um die Kirche profitiert“. Ein weiterer nachhaltiger Effekt privater Sanierungsmaßnahmen ist, dass in der Regel nur Handwerksbetriebe aus der Region Aufträge erhalten. „Wir haben viel in Eigenleistung gemacht und ansonsten nur Firmen aus dem Landkreis Kassel beauftragt“, bestätigt Feuring.
Damit in Ehrsten noch weitere Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung stattfinden, werde durch die Gemeinde in nächster Zeit haushaltsabdeckend ein Informationsblatt zu möglichen Vorhaben und den Fördermöglichkeiten verteilt, kündigt Nissen abschließend an.
Hintergrund:
Ansprechpartner für private Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung ist das Amt für den ländlichen Raum in Hofgeismar unter der Telefonnummer 05671/8001-2413 (Peter Nissen).
Die Privatförderung gilt im Landkreis Kassel aktuell für die Orte:
Breuna und Breuna-Rhöda (noch bis 2011)
Calden-Ehrsten (noch bis 2015)
Fuldatal-Simmershausen (noch bis 2016)
Grebenstein-Burguffeln (noch bis 2017)
Immenhausen-Mariendorf (noch bis 2011)
Oberweser-Heisebeck (noch bis 2012)
Söhrewald-Wellerode (noch bis 2017)
Wolfhagen-Gasterfeld (noch bis 2014)
Wolfhagen-Wenigenhasungen (noch bis 2016)
Zierenberg-Burghasungen (noch bis 2014)
Für die Dorferneuerung beim Land Hessen angemeldet – aber noch nicht anerkannt – ist der Bad Emstaler Ortsteil Balhorn.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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