14. April 2010. "Sicco Mansholt - vom Bauern zum Europakommissar" heißt eine Ausstellung, die der Landkreis Leer zusammen mit dem Veenkoloniaal Museum Veendam in der Evenburg in Leer-Loga zeigt. Die Ausstellung wird am 16. April um 16.30 Uhr im Festsaal der Evenburg durch Landrat Bernhard Bramlage und den Kommissar der Königin der Provinz Groningen, Max van den Berg, eröffnet. Theda Aghina Mansholt, Tochter von Sicco Mansholt, wird ein Grußwort sprechen und die Kreismusikschule Leer umrahmt die Veranstaltung musikalisch.
Sicco Mansholt, der 1908 bei Groningen geboren wurde und einer der bedeutendsten niederländischen Politiker war, hatte Vorfahren aus dem Rheiderland im Landkreis Leer.
Sicco Mansholt kam als Sohn eines Großbauern zur Welt. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst auf einer Teeplantage in Indonesien. Die Haltung der Kolonial-Herren widersprach aber so sehr der Überzeugung des Sozialisten aus der Großbauernfamilie, dass er zurück in die Niederlande ging, um wieder Bauer zu werden. Nach dem Krieg wurde er zunächst Bürgermeister, ging aber schon bald in die Staatspolitik, wurde Minister für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung. Nach 1948 kämpfte er für eine Reform der Bauernhöfe, strebt große, leistungsstarke Betriebe an. Er wollte die niederländischen Bauern gegen den Import von günstigem Getreide aus den USA schützen.
1958 wurde Mansholt Kommissar der neu gebildeten Europäischen Kommission und Vizepräsident der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. 1972 schied Sicco Mansholt als Präsident der Europäischen Kommission aus. Er bekam den Ehrentitel "Mister Europe". Er starb 1995. Bis zum Ende mischte er sich in Politik ein. Sie war sein Leben.
Hintergrund:
Sicco Mansholt wuchs auf dem Bauernhof Thorum bei Groningen auf, der in dieser Zeit mit 90 Hektar ein riesiger Agrarbetrieb war. Sein Großvater Derk Mansholt war Bauer und Sozialist mit radikalen Ideen. Sein großes Vorbild und gleichzeitig Freund war Multatuli, Schriftsteller von "Max Havelaar", der über die kolonialen Missstände in Niederländisch-Indien schrieb.
1930 erwarb Mansholt ein Diplom an der "Tropischen Landwirtschaftsschule" in Deventer.
Als Mansholt 1958 Vizepräsident der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurde, kämpfte er in kräftezehrenden Marathon-Verhandlungen für einen gemeinschaftlichen Handel. Das später als "Mansholt-Plan" bekannt gewordene Ziel, dass innerhalb von zehn Jahren die Hälfte der kleinen Bauernhöfe verschwinden sollte, stieß auf großen Widerstand und führte zu Bauerndemonstrationen in Brüssel. Mansholt dachte um, sein Ziel blieb aber stets, wirtschaftliche Betriebe zu schaffen.
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Gemälde von Sicco Mansholt
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