Mit der Eröffnung von zwei Ausstellungen startet in der kommenden Woche die Magdeburger Präsentation zur Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010. Ab dem kommenden Dienstag können im IBA-Shop in der Regierungsstraße 37 die beiden Ausstellungen "IBA 2010 Magdeburg" und "Kulturlandschaft Elbe" besucht werden. Der Eintritt ist frei.
2010 ist das Präsentationsjahr der IBA Stadtumbau. 19 IBA-Städte aus ganz Sachsen-Anhalt zeigen, welche städtebaulichen Antworten sie in den vergangenen Jahren auf die demographische Entwicklung gefunden haben und wie sie ihre Städte so qualifizieren, dass sie lebenswert und gut gerüstet für die Zukunft sind. Die Landeshauptstadt Magdeburg beteiligt sich an der IBA mit dem Thema "Leben an und mit der Elbe".
"Das Magdeburger IBA-Thema verdeutlicht, wie wichtig die Elbe als europäischer Strom für unsere Stadt und ihre weitere Entwicklung ist", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Das städtische Leben ist in den vergangenen Jahren immer näher an die Elbe gerückt. Brachflächen am Fluss wurden reaktiviert, neues Leben, Wohnen und Arbeiten entstehen am Fluss. Und genau das ist das Ziel der Magdeburger IBA-Beteiligung."
Die Präsentation des Magdeburger IBA-Beitrages beginnt in der kommenden Woche mit den beiden Präsentationen im IBA-Shop. Die Ausstellung "IBA 2010 Magdeburg" gibt einen zusammenfassenden Überblick über das IBA-Geschehen in den vergangenen Jahren. Vorgestellt werden die drei IBA-Schauplätze Altstadt, Wissenschaftshafen und Südost sowie die IBA-Projekte, die dort bereits realisiert wurden. Darüber hinaus werden das Thema Kunst im Elbraum aufgegriffen und "Elbpioniere" in Wort und Bild vorgestellt. Die Präsentation hält einige Überraschungen parat.
Die Ausstellung "Kulturlandschaft Elbe" nimmt den gesamten Verlauf der Elbe von der Quelle bis zur Mündung ins Visier und gibt einen vielschichtigen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Der Verlauf der Elbe wird in einer Länge von 82 Metern dargestellt. Bilder und Texte, Leihgaben von Museen, archäologische Funde, Filme und weitere interessante Exponate lassen den Besuch der Ausstellung zu einem Erlebnis werden.
Den IBA-Shop als Ausstellungsort hat das Stadtplanungsamt 2008 von der Wohnungsbaugesellschaft Wobau angemietet. Hier richtete das Stadtplanungsamt eine offene Werkstatt zur Vorbereitung der Ausstellung "Kulturlandschaft Elbe" und das IBA-Kino ein, organisierte Veranstaltungen und Vorträge und zeigte allein im vergangenen Jahr elf interessante Ausstellungen. Wegen der Vorbereitungen für die beiden in der kommenden Woche beginnenden Präsentationen ist der IBA-Shop derzeit geschlossen.
Die beiden Ausstellungen "IBA 2010 Magdeburg" und "Kulturlandschaft Elbe" können vom 20. April bis zum 31. Oktober besucht werden. Geöffnet ist der IBA-Shop dann täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Hintergrundinformationen zur IBA
Die Landeshauptstadt orientiert ihren Beitrag zur IBA 2010 am Leitbild "Leben an und mit der Elbe", denn der Fluss prägt maßgeblich die Identität des Stadtbildes. Aber Stadt- und Flusslandschaft waren im Prozess des stetigen gesellschaftlichen Wandels nachhaltigen Veränderungen unterworfen. Deshalb sollen die Elbe und ihre naturnahen Auen noch stärker als bislang in die Stadtlandschaft einbezogen werden.
Ziele der Magdeburger IBA-Beteiligung sind unter anderem die attraktive Gestaltung von Zugängen zur Elbe und Wegen entlang des Ufers, die Aufwertung der an die Elbe grenzenden Stadtgebiete, die Suche nach Nutzungen für Brachflächen, die Stärkung der städtischen Identität und die Schärfung des Profils als innovative Wissenschaftsstadt.
An drei IBA-Schauplätzen entlang der Elbe werden exemplarisch neue Wege der Stadtentwicklung aufgezeigt:
- "Mehr Stadt – weniger Landschaft": Der ehemalige Handelshafen wird unter diesem Thema zu einem "Wissenschaftshafen" umgebaut. Er ist bereits heute ein schönes Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung am Fluss. Die Landeshauptstadt entwickelt hier ein lebendiges Stadtquartier mit Flächen für Dienstleistungen, Freizeit und Tourismus. Die "Denkfabrik" und weitere wissenschaftliche Einrichtungen qualifizieren den Wissenschaftshafen zu einem Zentrum für Innovation und Wissenstransfer.
- "Historisches Erbe am Fluss": Zweiter IBA-Schauplatz ist die Altstadt bis hin zum Elbbahnhof. Hier wird zum Beispiel mit der baulichen Entwicklung bisheriger Bahngrundstücke in unmittelbarer Nähe zum Fluss und zum südlichen Stadtzentrum eine neue Phase der Stadtentwicklung entlang der Elbe angestoßen. Ein Teil des Bereiches rund um die Elbe hat bereits wesentlich an Attraktivität gewonnen: Die Elbuferpromenade wurde in vielen Bereichen verschönert, der Petriförder mit seinen Schiffsanlegestellen sowie die Lukasklause erstrahlen in neuem Glanz, der neue Stadtplatz und die Ginkgo-Allee laden zum Verweilen ein und die neue Brücke über das Schleinufer verbindet die touristisch attraktiven Bereiche des Domplatzes und des Fürstenwalls direkt mit dem Ufer des Flusses.
- "Weniger Stadt, mehr Landschaft": Unter diesem Thema sollen die im Südosten gelegenen Stadtteile aufgewertet werden. Hier geht es um die zukünftige Gestaltung großer ehemaliger Industrieareale. Ziel ist die Verlagerung von Gewerbestandorten – weg von der Elbe, hinein in den Bereich zwischen Hauptstraße und Trassen der Deutschen Bahn. Durch diese Verlagerung könnten neu gewonnene Landschafts-, Freizeit- und Wohnbereiche an der Elbe entstehen. Die Siedlungsstrukturen zwischen der Elbe und der Bahnlinie sollen entflochten, die Ortskerne gestärkt und ihr Bezug zur Elbe in den Mittelpunkt dieses IBA-Schauplatzes gerückt werden. Um diesen Prozess erfolgreich zu führen, hat die Stadtverwaltung Strategien für ein Flächenmanagement entwickelt.