Kaufungen.
„Bei allen Schulbaumaßnahmen im Landkreis Kassel hatten wir mit dem langen Winter zu kämpfen – trotz des Zeitverlustes von mehr als acht Wochen konnte der geplante Richtfesttermin eingehalten werden“, freut Landrat Uwe Schmidt beim Richtfest für den Neubau der Integrierten Gesamtschule Kaufungen.
Schmidt bedankt sich bei den am Bau beteiligten Unternehmen, dem Architekten Joachim Döring aus Kaufungen und den Mitarbeitern der GHT-Gesellschaft für Projektmanagement in Kassel dafür, dass es trotz der frostbedingten Verzögerungen gelungen ist, im April Richtfest zu feiern.
Besonders positiv sei, dass auch der Kostenrahmen für den Neubau bisher eingehalten worden ist. Schmidt: „Dies zeigt, dass der Architekt und wir gut vorgearbeitet haben und die fast ausschließlich aus der Region stammenden Firmen gute Angebote abgegeben haben“. Bisher konnten für das neue Gebäude der IGS Kaufungen Aufträge im Wert von rund 850.000 Euro abgerechnet werden. Der Kreis rechnet mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 9 Millionen Euro, die aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen finanziert werden.
Landrat Schmidt erinnert daran, dass der Anlass für den Ersatzneubau die PCB-Belastung des Allgemeinen Unterrichtsgebäudes der IGS Kaufungen ist. Ursprünglich hatte der Kreis geplant, diese Investition in dem für den Landkreis mittlerweile „gewohnten und bewährten“ Modells einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) durchzuführen.
Nicht zuletzt auf Drängen des Regierungspräsidiums Kassel, das einer Aufstockung der ÖPP-Investitionspakete ablehnend gegenüberstand, habe man entschieden, 13,5 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Schul- und Hochschulbau“ für die IGS Kaufungen zu nutzen. Die Restsumme für die auf rund 21 Millionen Euro veranschlagte teuren Baumaßnahme werde über ÖPP abgewickelt, teilt der Landrat mit.
Im Rohbau gut erkennbar ist die Aufteilung der 36 neuen Klassenräume, die in zweigeschossiger Bauweise realisiert werden. Schmidt: „Bereits jetzt wird deutlich, dass das beabsichtigte kleine Dorf das Schulleben der IGS Kaufungen total verändern wird“. Die Weitläufigkeit des „kleinen Schuldorfes“ werde „ganz sicher“ auch ein pädagogischer Gewinn für Lehrer und Schüler sein. „Wir wollen eben nicht nur in Energieeffizienz und Brandschutz investieren, sondern auch in eine Bildungsatmosphäre an unseren Schulen, die Voraussetzung dafür ist, dass Lernen und Lehren wieder mehr Spaß macht“, macht der Landrat die Ziele des Landkreises deutlich.
Der Neubau der Klassenhäuser soll Ende 2010 abgeschlossen sein „und wir sind guter Dinge, dass das auch klappt“ kündigt Schmidt an, so dass die Schüler nach den Winterferien 2011 in die neuen Schulgebäude umziehen können. Danach wird das nicht mehr benötigte Allgemeine Unterrichtsgebäude abgebrochen und im Anschluss das Zentralgebäude neu gebaut. „Einschließlich der Sanierung des Technischen Gebäudes werden wir im Herbst 2013 alle Bauarbeiten beenden können“, so der Landrat weiter. Dann hoffe er – und sicherlich auch die gesamte Schulgemeinde – dass die nächsten dreißig Jahre „erst mal keine größeren Bauarbeiten an der IGS Kaufungen nötig sind“, so Schmidt abschließend.
Hintergrund:
Die IGS Kaufungen wurde von 1989 bis 1995 Asbest- und PCB saniert. In den folgenden Jahren haben an der Schule umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen stattgefunden. Dazu gehörten die Vollendung der multifunktional nutzbaren Pausenhalle und Baumaßnahmen in Verbindung mit dem ausgebauten Ganztagsangebot der Schule. 2007 schloss sich eine ÖPP-Grundsanierung an. Im Zuge dieser Arbeiten wurden an der Fassade des Allgemeinen Unterrichtsgebäude im Bereich der Fugen zwischen den Betonteilen unregelmäßige Füllungen festgestellt.
Messungen in den Klassenräumen ergaben erhöhte PCB-Werte, die letztlich zur Entscheidung führten, das betroffene Gebäude abzubrechen und die benötigten Klassenräume an anderer Stelle des Schulgeländes neu zu errichten.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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