| Pressemitteilung vom05. Mai 2010 |
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Selbert: „Stopp des Modellversuchs Gelb in Grau falsch“ Kreis Kassel. „Der Stopp des für die Stadt Wiesbaden geplanten Modellversuchs Gelb in Grau ist aus unserer Sicht falsch“, reagiert die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert auf die Entscheidung von Umweltministerin Silke Lautenschläger und der Wiesbadener Stadträtin Birgit Zeimetz. Beide hatten letzte Woche mitgeteilt, dass der geplante Modellversuch zur Müllverwertung in der hessischen Landeshauptstadt gestoppt wird. Beim Modellversuch „Gelb in Grau“ sollte der Verpackungsmüll aus dem Sammelsystem Gelber Sack und der Restmüll für die graue Tonne gemeinsam gesammelt und danach in modernen Sortieranlagen weiter verwertet werden. Grund für die gemeinsame Müllsammlung ist, dass nur die Hälfte der Leichtverpackungen im Gelben Sack erfasst werden und die andere Hälfte sowieso im Restmüll landet. Selbert: „Da im Gelben Sack auch rund fünfzig Prozent sonstige Abfälle und eben nicht Verpackungsabfälle landen, macht der Modellversuch aus unserer Sicht absolut Sinn, da man einerseits die Wertstoffausbeute erhöhen und andererseits Kosten einsparen kann“. Der Landkreis Kassel, der sich aufgrund eines einstimmigen Kreistagsbeschlusses vom 03.07.2009 als Modellkommune zur Verfügung gestellt hatte, war beim Planungsprozess des Versuches eng beteiligt. Umweltministerin Lautenschläger hatte den Abbruch des Modellversuchs in Wiesbaden auf der Basis einer Vorstudie damit begründet, dass der finanzielle Aufwand für die gemeinsame Müllverwertung zu hoch sei und der Nutzen für die Umwelt fraglich. „Diese Begründung verwundert, da man den Kostenaspekt ja bereits bei der Auswahl des Versuchsgebietes hätte berücksichtigen können“, so Selbert weiter. Eine Modellrechnung für den Landkreis Kassel habe ergeben, dass die Versuchskosten hier erheblich geringer gewesen wären. Selbert: „Unser Restmüll wird ohnehin in einer modernen Anlage sortiert – der zusätzliche Aufwand für die im Landkreis anfallenden 6.400 Tonnen Abfall aus dem Gelben Sack wäre somit vergleichsweise gering gewesen.“ Im Landkreis Kassel fallen jährlich rund 38.000 Tonnen Restmüll an. Wenig Verständnis zeigt die für die Abfallentsorgung im Kreis Kassel zuständige Vizelandrätin dafür, dass Umweltministerin Lautenschläger bereits jetzt Schlussfolgerungen anstellt, die erst durch den Versuch ermittelt werden sollten. Das Ziel des Modellversuchs war die Erarbeitung von belastbaren Aussagen über die Machbarkeit sowie die Vor- und Nachteile der gemeinsamen Erfassung von Leichtverpackungen und Restmüll. „Sinn und Zweck des Modellversuches lag gerade darin, zu ermitteln, ob die Qualität der Wertstoffe nach dem Kontakt mit Restmüll in der gemeinsamen Tonne noch ausreicht, um sie zu verwerten“, so Selbert. Dagegen ist das Umweltministerium nun ohne Untersuchung zum Schluss gekommen, „dass nach Abwägung aller Vor- und Nachteile die gemeinsame Erfassung von Restmüll und Leichtverpackungen keine Zukunft hat.“ Eine derart pauschale Aussage ist aus Sicht der Abfallexpertin des Landkreises Kassel nicht richtig. Selbert: „Es hängt in großem Maße von den jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen ab, ob ein Modell „Gelb in Grau“ wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft ist“. Eine Studie des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums aus dem Jahre 2005 hatte deutliche Einsparpotentiale belegt – allerdings war dort darauf hingewiesen worden, dass dies besonders für eher ländlich strukturierte Gebietskörperschaften mit vorhandenen Sortieranlagen gilt. „Beides gilt für den Landkreis Kassel – wenn man diese für eine Reihe von hessischen Landkreisen geltenden Rahmenbedingungen im Modellversuch berücksichtigt hätte, wären wir der ideale Ort für den Versuch gewesen“, betont Selbert. Auf Verwunderung stößt auch die Aussage der Umweltministerin, dass der ökologische Nutzen der gemeinsamen Erfassung sich erst noch hätte zeigen müssen. „Genau darum ging es bei einem solchen Versuch“, so Selbert weiter. Abschließend fordert die Vizelandrätin das Hessische Umweltministerium dazu auf, am Modellversuch festzuhalten und ein besser geeignetes Versuchsgebiet auszuwählen. Der bisher vom Ministerium verfolgte Anspruch, mit einem Modellgebiet ganz Deutschland zu repräsentieren, sollte aufgegeben werden, weil die bundesweite Entsorgungsstruktur ausgesprochen vielfältig ist. Vielmehr sollte das Versuchsgebiet schon geeignete Strukturen für „Gelb in Grau“ aufweisen. Selbert: „Einschließlich des Landkreises Kassel trifft dies für mindestens 30 % der Entsorgungsgebiete in Hessen zu“. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn |
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