

Viersen, 31.05.2010
AKH Viersen: Ein Traum geht in Erfüllung - Kinderhaus in Viersen eröffnet
Neues Zuhause für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche - Tag der offenen Tür
Ein Traum wird wahr: Mit der Eröffnung und Einsegnung des Viersener Kinderhauses erfüllt sich nicht nur für die Mitarbeiter der Kinderklinik St. Nikolaus des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH) ein Herzenswunsch: Auch viele Viersener und Unternehmen aus Viersen hatten in den vergangenen Jahren bis zuletzt immer wieder Spendenaktionen, zum Beispiel in Schulen, Kindergärten und Vereinen für das Projekt organisiert und rund 350.000 Euro gesammelt. Die Spenden wurden vor allem für die Einrichtung des Kinderhauses verwendet. "Wir möchten uns heute bei allen bedanken, die das Projekt Kinderhaus unterstützt haben", sagte Gerold Eckardt, Geschäftsführer des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH). Gemeinsam mit Dr. Christoph Aring, Chefarzt der Kinderklinik St. Nikolaus des AKH Viersen, und Dorothee Böckels, Leitende Abteilungsschwester der Kinderklinik, hatte sich Eckardt seit 2001 immer wieder für das Kinderhaus engagiert. Der erste Spatenstich erfolgte im September 2008, im April 2009 wurde Richtfest gefeiert. Wegen des strengen Winters verlängerte sich die Bauzeit um drei Monate. Im Kinderhaus am Hüsgesweg finden jetzt bis zu 14 dauerbeatmete und/oder schwerst mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche ein neues Zuhause. "Unser Ziel war es, diesen Kindern in wohnlicher Atmosphäre eine Lebenswelt zu schaffen, die ihnen die bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht", sagte Dr. Christoph Aring. "Immer wieder mussten wir in den vergangenen Jahren erleben, dass diese Kinder die meiste Zeit im Krankenhaus verbringen mussten, um die notwendige Fürsorge und Pflege zu erfahren. Das wollten wir ändern und den speziellen Bedürfnissen und Erfordernissen unserer jungen Patienten gerecht werden." Im Kinderhaus leben die Kinder und Jugendlichen in hellen freundlichen Einbett-Zimmern, die sich im Erdgeschoss des achteckigen Gebäudes befinden. Der Bau ist umgeben von Grünflächen und Bäumen und vermittelt Geborgenheit und Harmonie. Ein großer Gemeinschaftsraum ermöglicht gemeinsame Aktivitäten aber auch Fördermaßnahmen. Ein engagiertes Team um Heimleiterin Anke Baumeister und Ingrid Koenen, die die Pflegerische Leitung übernimmt, kümmert sich rund um die Uhr um die Patienten. Die medizinische Notfallversorgung wird durch die Kinderklinik St. Nikolaus gewährt. Hier werden auch alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen durchgeführt. "Wir wollen die motorischen, kognitiven, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten der Patienten fördern", so Aring. Dazu laden ein Atrium und ein großer Garten zum gemeinsamen Aufenthalt und Spielen ein. Außerdem sollen in Zukunft auch gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge oder Kurzurlaube, aber auch Besuche im Kino organisiert werden. Für Eltern und Angehörige stehen im Obergeschoss Gästezimmer zur Verfügung, damit sie auch längerfristig den Kontakt zu ihren Kindern pflegen können. Die Viersener Architektin Ingrid Michiels-Corsten hat den Bau, der rund zwei Millionen Euro kostete, entworfen. Die Finanzierung und Durchführung wurde von der Viersener Firma Janissen-Brass & Dannreuther übernommen. "Zunächst wird das AKH den Neubau langfristig vom Unternehmen mieten, in etwa zehn Jahren wollen wir es dann selbst übernehmen", sagt Eckardt. Von den Qualitäten des Kinderhauses konnten sich die Viersener am vergangenen Samstag selbst ein Bild machen. Beim Tag der offenen Tür nutzten zahlreiche Menschen die Gelegenheit, um das neue Zuhause der schwerst pflegebedürftigen Kinder und Jugendlichen aus der Nähe zu betrachten.
Zahlen, Daten, Fakten zum Kinderhaus
Zuhause für bis zu 14 dauerbeatmete und/oder schwerst pflegebedürftige Kinder und Jugendliche
seit 2001 wurde an der Verwirklichung gearbeitet
erster Spatenstich: 5. September 2008
Richtfest: 24. April 2009
Eröffnung: 28. Mai 2010
Kosten: rund zwei Millionen Euro
www.akh-viersen.de
