Landkreis Leer | Presseinformation

Jugendliche helfen bei Barackenabbau

Grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Erinnerungszentrum „Lager Westerbork“

09. Juni 2010.

Das Erinnerungszentrum „Lager Westerbork“ hat gestern mit der Demontage einer Baracke aus dem ehemaligen Lager Westerbork in den Niederlanden begonnen. Die Baracke ist in den 60er Jahren aus dem Lager nach Zelhem geschafft worden. Seitdem wurde sie als Hühnerstall und für die Lagerung von landwirtschaftlichen Maschinen genutzt.

 

Beim Ab- und Aufbau der Baracke helfen zum größten Teil deutsche Jugendliche. Denn das Erinnerungszentrum kooperiert mit dem Zentrum für Arbeit des Landkreises Leer, das wiederum den Arbeitskreis Schule bei diesem Projekt unterstützt.

 

Für den Arbeitskreis Schule und das Zentrum für Arbeit ist das Mitwirken beim Abbau und der Heimkehr der Baracke wichtig, so Monika Fricke, Stellvertretende Leiterin des Zentrums für Arbeit. Beide Einrichtungen möchten damit, allein schon wegen der geographischen Lage des Landkreises, auf die Geschichte von Westerbork (Provinz Drenthe) aufmerksam machen. 

 

Viele jüdische Flüchtlinge aus der Grenzregion, die während der 30er Jahre in die Niederlande geflüchtet sind, um einen sicheren Zufluchtsort zu finden, kamen 1939 und 1940 in das zentrale Flüchtlingslager Westerbork. Wie die 107.000 niederländischen Juden wurden die meisten aus dem Durchgangslager Westerbork mit Deportationszügen durch den Landkreis Leer in Richtung Vernichtungslager nach Osteuropa gefahren.

 

Das Erinnerungszentrum „Lager Westerbork“ möchte mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit einen Beitrag zur Bekämpfung von Diskriminierung leisten. Gegenseitiges Lernen könne einen Beitrag beim Abbau von Vorurteilen, besonders gegenüber Ausländern in der eigenen Umgebung, leisten. Wer Freunde im Ausland habe, sei nicht anfällig für Fremdenhass im eigenen Land. Das Erinnerungszentrum möchte aber auch gesellschaftliche Aufgaben erfüllen, beispielweise durch die Betreuung von Menschen, die Sozialstunden ableisten oder gesellschaftlich benachteiligt sind.


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