kommenden Donnerstag, dem 17. Juni 2010, um 13.30 Uhr zu ihrer 49. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Die Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit Fragen der barrierefreien Gestaltung von Bauvorhaben und des ÖPNV. Daran beteiligt sind das Stadtplanungsamt, das Tiefbauamt und die Magdeburger Verkehrsbetriebe.
Auf der Tagesordnung stehen dieses Mal Informationen der Straßenverkehrsbehörde über die Neuregelungen zu Parkerleichterungen für Menschen mit Behinderungen. Die entsprechende Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung war 2009 geändert worden. Gleichzeitig hatte das Land Sachsen-Anhalt einen Bestandsschutz für jene Betroffene beschlossen, die nach einem Runderlass von 1998 Parkerleichterungen erhielten, jetzt aber zum Teil nicht mehr unter die neue bundesweite Regelung fallen.
Auf der Sitzung sollen auch die in diesem und im vergangenen Monat mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe durchgeführten Fahrerschulungen der MVB ausgewertet werden. Mit der Schulung wurden die Straßenbahnfahrer für Probleme von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert. Dies gilt vor allem, wenn Rollstuhlfahrer die mobilen Rampen der Straßenbahn benötigen.
Außerdem wird der Behindertenbeauftragte Hans-Peter Pischner den Fortschreibungsentwurf der Dringlichkeitsliste für die Verbesserung der Barrierefreiheit zur Diskussion stellen. Der Stadtrat hatte 2005 und 2007 solche Dringlichkeitslisten beschlossen. Da ein Teil der dort aufgelisteten Probleme inzwischen gelöst wurde und parallel dazu neue Schwerpunkte entstanden, muss die Dringlichkeitsliste aktualisiert werden.
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich seit 1999 Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive.
In Sachsen-Anhalt leben ca. 171.300 anerkannte Schwerbehinderte (7,2 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2009 rund 17.200 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind rund 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.000 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), weit über 1.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 350 sind blind, 206 gehörlos und ca. 4.200 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten rund 2.000 Menschen (Merkzeichen H).
Rund 60 % der Betroffenen sind 65 Jahre und älter. 53,3 % der Behinderten sind weiblich. Etwa 5.500 Einwohner sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt. In den beiden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 850 Betroffene beschäftigt.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 03 91/5 40 23 42
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel, Erdgeschoss, Zimmer 043, zu erreichen. Seine Sprechzeiten sind dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.