Kreis Unna - Presse und Kommunikation

30. Juni 2010

Kreisamtsarzt weist darauf hin

Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht

Kreis Unna. (PK) Immer wieder – gerade im Vorfeld der sommerlichen Urlaubszeit – kommt es vor, dass Bürgerinnen und Bürger bei ihrem Arzt wegen einer Schutzimpfung gegen Zecken anfragen. Hier lautet die klare Antwort: Eine Schutzimpfung gegen Zecken gibt es nicht! Aber: Es gibt eine Schutzimpfung gegen eine bestimmte Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen werden kann, nämlich die Zeckenhirnhautentzündung oder auch FrühSommer-MeningoEncephalitis (FSME).

 

Ausgelöst wird diese Krankheit von FSME-Viren. Diese werden durch die Zeckenart „Gemeiner Holzbock“ auf den Menschen beim Blutsaugen übertragen. Gebiete, in denen das FSME-Virus in Zecken vorkommt, sind in Deutschland vorwiegend die südlichen Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Betroffene andere Länder sind Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Lettland, Litauen, Estland, Schweden, Finnland, Dänemark, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien und viele GUS-Staaten. Reisende in diese Länder sollten sich Gedanken über die Notwendigkeit einer entsprechenden Schutzimpfung machen und sich dazu kompetent beraten lassen.

 

Bislang ist nicht bekannt, dass Zecken in Nordrhein-Westfalen FSME-Viren in sich tragen. Das heißt, dass Menschen, die im hiesigen Raum wohnen und leben und die nicht in die oben genannten Länder verreisen, z.B. um Urlaub zu machen, die FSME-Schutzimpfung nicht benötigen. Gegen andere durch Zecken übertragbare Krankheiten schützt die FSME-Schutzimpfung nicht.

 

Eine solche andere durch Zecken übertragbare Krankheit ist u.a. die Borreliose, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Gegen diese Erkrankung gibt es keine Schutzimpfung für den Menschen. In der Bundesrepublik Deutschland ist – je nach Studie – mit 50.000 bis 160.000 Borreliose-Erkrankungsfällen pro Jahr zu rechnen. Anders als bei der FSME ist auch im hiesigen Raum mit Zecken zu rechnen, die Borrelienträger sind.

 

Auch gegen das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber, welches ebenfalls eine von Zecken beim Blutsaugen übertragene Viruskrankheit ist, steht keine Schutzimpfung zur Verfügung. Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber kommt in beliebten Urlaubsgebieten in Südosteuropa und auch in der Türkei vor.

 

Das beste Mittel gegen einen Zeckenstich ist daher Vorsorge. Einen gewissen Schutz bieten in der Regel die Kleidung und natürlich auch Insekten abwehrende Mittel, sogenannte Repellents. Eine weitere Schutzmaßnahme kann darin bestehen, den Lebensraum von Zecken, die freie Natur/Gras- und Buschland, zu meiden. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der sich in der freien Natur bewegt, am Ende eines Tages auf das eventuelle Vorhandensein von Zecken kontrollieren.

 

„Entdeckt man eine Zecke an seinem Körper, sollte man sie möglichst bald mit einer Pinzette, einem Zeckenhebegerät oder den Fingern schnell aus der Haut heraus hebeln, um den Übertragungsprozess von Krankheitserregern von der Zecke auf den Menschen zu unterbrechen“, rät Dr. Bernhard Jungnitz, Leiter des Medizinischen Dienstes beim Kreis Unna. Eventuell in der Folgezeit auftretende und sich ausbreitende Rötungen sollten Anlass sein, den Arzt zu konsultieren.




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