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Siegburg, 22. Juli 2010

Regionale 2010 – Klosterlandschaft Heisterbach

Erste Arbeiten außerhalb der Klostermauern beginnen

Rhein-Sieg-Kreis (kl) – Jetzt wird das Regionale 2010 Projekt „Klosterlandschaft Heisterbach“ auch außerhalb der Klostermauern – extra muros – sichtbar. Ab dem 26.Juli werden Teilstücke des Keltersiefen und des Heisterbachs renaturiert sowie ein Teich im Bereich des derzeitigen Parkplatzes gegenüber dem Torhaus wieder hergestellt. Die Arbeiten werden durch den Wasserverband des Rhein-Sieg-Kreises ausgeführt und dauern voraussichtlich 10 Wochen.

Im Leben der Zisterziensermönche des Klosters Heisterbach spielten Fische und damit Fischteiche, vor allem durch das religiös bedingte Fleischverbot in der Fastenzeit, eine große Rolle. Davon geprägt war und ist das Gelände innerhalb der Klostermauern (intra muros) aber auch die Landschaft außerhalb des Klosters trägt hiervon deutliche Spuren. Die Bewirtschaftung der Teiche wurde, wie in vielen anderen Klöstern auch, nach der Säkularisation aufgegeben und die Fischteiche in Grünland umgewandelt

Mit der landschaftlichen Neuordnung der Klosterlandschaft ´extra muros´ im Rahmen des Regionale 2010 Projektes soll der inhaltliche und räumliche Zusammenhang zwischen dem Kloster und der umgebenden Kulturlandschaft, die durch das Handeln der Zisterzienser wesentlich geprägt wurde, erlebbar gemacht werden. Vor allem die Bedeutung der Fischteiche und Wasserläufe sollen wieder sichtbar und erfahrbar gemacht werden.

Die derzeit noch in Rohren verlaufenden Bäche Keltersiefen und Heisterbach werden auf einer Länge von insgesamt 850 Metern aus dem steinernen Korsett befreit und naturnah ausgebaut. Der neue Verlauf der Bäche ist bereits vor Ort an Hand der farbigen Markierungspflöcke zu erkennen. Rheinsteigwanderer, die die Baustelle am Kloster Heisterbach kreuzen, werden von den Baumaßnahmen nicht behindert. Der Rheinsteig bleibt während der gesamten Bauzeit uneingeschränkt begehbar.

Im Zuge der Renaturierung der Bäche wird auch der unterhalb des Klostergeländes gelegenen Schüsselweiher mit an den Wasserlauf angeschlossen.

Wieder neu angelegt wird hingegen ein ehemaliger Teich, der sich im Bereich des derzeitigen Parkplatzes gegenüber dem Torhaus befunden hat. Der Parkplatz wird zu einem späteren Zeitpunkt auf die andere Straßenseite an die Klostermauer verlegt. Dieser Teich steht stellvertretend für die weiteren ehemaligen Teiche, die in einem späteren Bauabschnitt ebenfalls wieder sichtbar gemacht werden sollen. Allerdings werden diese nicht als Wasserflächen ausgebildet, sondern durch extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen kenntlich gemacht.

Auch wenn die Offenlegung der Bäche und die Neugestaltung des Teiches aus kulturhistorischen Gründen erfolgen, tragen die Maßnahmen vor allem auch zu einer deutlichen Aufwertung der Landschaft in Hinblick auf die Natur und den Naturschutz bei. Hier wird besonders deutlich, dass die Wiederherstellung dieser Kulturlandschaft und der Naturschutz im Heisterbacher Tal nicht im Widerspruch stehen, sondern sich vielmehr sinnvoll ergänzen.

Die Geschichte des Klosters: Das Zisterzienserkloster wurde 1189 durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg gegründet und durch Mönche der Abtei Himmerod besiedelt. Nach wenigen Jahren begannen die Mönche mit dem Bau einer großen romanischen Klosteranlage, die bis etwa 1237 vollendet wurde. Von dieser Anlage zeugt heute nur noch die Chorruine der Klosterkirche. Nach einer wechselvollen Geschichte erlebte das Kloster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine letzte große Blütezeit. Torhaus, Wirtschaftshof und Brauhaus zeigen heute noch dem Besucher die Pracht des barocken Neubauprogramms. Die meisten Gebäude des Klosters und die sie umgebenden Gartenanlagen sind heute verschwunden. Ihr Ende kam mit der Aufhebung des Klosters im Jahre 1803. Nachdem alle Versuche, die Gebäude einer neuen Nutzung zu zuführen gescheitert waren, begannen die Abbrucharbeiten. Als Heisterbach 1820 vom Grafen zu Lippe-Biesterfeld gekauft wurde, standen lediglich die Chorruine und Teile des Westgiebels der Klosterkirche. Im Geist der beginnenden Romantik wurde die Ruine in den 1826/27 geschaffenen englischen Landschaftspark, der vom Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe geplant worden war, einbezogen. Auch die Spuren dieser Gartenanlage, die in gekonnter Weise Parkelemente mit den Obstwiesen des Gutshofes verknüpfte, sind heute nur noch schwer erkennbar.

Regionale 2010 Projekt Gesamtperspektive Klosterlandschaft Heisterbach Im Mittelpunkt des Regionale 2010 Projektes „Gesamtperspektive Klosterlandschaft Heisterbach“ steht das kulturell und historisch bedeutende ehemalige Zisterzienserkloster Heisterbach in Königswinter sowie die umgebende Klosterlandschaft. Im Rahmen des Projekte werden unter anderem der Eingangsbereich zum Kloster, die ehemalige Allee im Klostereingang, der Wirtschaftshof, das Lapidarium sowie der Landschaftspark neu gestaltet beziehungsweise wiederhergestellt. Der vorhandene Parkplatz soll auf die andere Straßenseite verlegt werden. Innerhalb der Klostermauern werden die ehemaligen Teiche in einem guten ökologischen Zustand wiederhergestellt, außerhalb der Klostermauern soll im Bereich des jetzigen Parkplatzes der ehemalige Teich neu entstehen. Der Weg durch die Klosterlandschaft soll gestalterische aufgewertet werden und der Heisterbach sowie der Keltersiefen sollen offen gelegt beziehungsweise renaturiert werden.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen voraussichtlich 5,5 Millionen Euro von denen rund 80 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen gestaffelt bis zum Jahr 2012 gefördert werden.

An dem Projekt Klosterlandschaft Heisterbach beteiligt sind der Rhein-Sieg-Kreis, die Stadt Königswinter, die Stiftung der Celitinnen, der Augustinerinnen e.V., der Projektbeirat und die Stiftung Abtei Heisterbach

Regionale 2010 Die Regionale 2010 ist ein Strukturprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das im Turnus von zwei Jahren einer jeweils ausgewählten Region die Möglichkeit bietet, sich selbst und anderen zu präsentieren. Dabei sollen die Qualitäten und Eigenheiten der Region herausgearbeitet werden, um Impulse für deren zukünftige Entwicklung zu geben. Weiter Informationen über die Regionale 2010 und die Projekte gibt es auf der Internetseite www.regionale2010.de.



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