Kreis Unna - Presse und Kommunikation

27. August 2010

Wenn Liebe zum Wahn wird – Stalking

Selbsthilfegruppe will sich gründen

Kreis Unna. (PK) Eine Frau, die Opfer eines massiven Stalkings geworden ist möchte sich mit ebenfalls Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe über das Thema austauschen. Unter Stalking (deutsch: Nachstellung) wird im Sprachgebrauch das willentliche und wiederholte, beharrliche Verfolgen oder Belästigen einer Person verstanden, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann.

 

Körperliches Attackieren oder die Ausübung von körperlicher Gewalt kommen nach einer Untersuchung des Opferschutzverbandes „Weißer Ring“ in jedem fünften Fall vor. Häufiger sind jedoch eher die „leichten“ Stalking-Handlungen, wie etwa ständige Telefonanrufe, SMS, das Senden von E-Mails zu allen Tages- und Nachtzeiten oder das Aufhalten in der Nähe des Opfers. Aber auch das Zusenden der eigenen Todesanzeige oder das (mehrfache) Zerstechen der Autoreifen sind Beispiele für Stalking-Handlungen.

 

Diese Formen des Stalkings können beim Opfer psychische und physische Reaktionen hervorrufen, die sich mit Dauer des Stalkings entsprechend steigern und individuell zu ernsthaften Erkrankungen bis zur Arbeitsunfähigkeit entwickeln können. Vor allem bei Opfern, denen aufgelauert wird oder die körperlich verfolgt werden, zeigen sich rasch tendenziell reaktive Verhaltensmuster, wie etwa Vermeidungsverhalten, Abkapselung und Vereinsamung.

 

Ein Großteil der Betroffenen leidet unter vegetativen Erscheinungen wie Unruhe, Schreckhaftigkeit, Kopfschmerzen, Angstsymptomen, Schlafstörungen und Magenbeschwerden und der daraus resultierenden geistigen und körperlichen Erschöpfung. Bei vielen Opfern stellen sich zudem depressiven Verstimmungen bis hin zu starken Depressionen ein.

 

Um den gesundheitlichen und sozialen Folgen des Stalkings gezielt entgegenwirken zu können, ist es empfehlenswert, sich frühzeitig helfen zu lassen. Ansprechpartner sind hier zunächst die Polizeidienststellen und/oder der Opferschutzverband „Weißer Ring“. Darüber hinaus kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe hilfreich und entlastend sein. Denn zu erfahren, dass es andere Menschen gibt, denen Ähnliches widerfahren ist und sich mit diesen über das Erlebte auszutauschen gibt Selbstwertgefühl, Mut und Hoffnung.

 

Wer Interesse an der Mitarbeit in der nun in Gründung befindlichen Selbsthilfegruppe hat, kann sich bei Anette Engelhardt von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen des Kreises Unna (K.I.S.S.) im Gesundheitsamt Schwerte, Kleppingstraße 4, melden, Tel. 0 23 04 / 2 40 70 22 oder per E-Mail unter anette.engelhardt@kreis-unna.de. Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.




Pressekontakt: Kreis Unna - Presse und Kommunikation, Susanne Kronenberg / Silke Schmücker, Fon 02303 27-1113, E-Mail kronenberg-schmuecker@kreis-unna.de

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