Kreis Unna - Presse und Kommunikation

10. September 2010

Ganz Ohr sein und Sprachgefühl entwickeln

Sprachförderung in interkulturellen Klassen

Kreis Unna. (PK) Die Gehirnforschung gibt alten Methoden recht: Kinder brauchen Beispiele, um Regeln zu bilden, mit denen sie die zu lernende Sprache aufbauen. In der Fortbildungsveranstaltung „Ganz Ohr sein und Sprachgefühl entwickeln“, die die RAA Kreis Unna durchführt, wird erläutert, wie Schüler/innen ihre Sprachkompetenz ausbauen können, indem sie Wahrnehmungsmuster im Langzeitgedächtnis ausbilden. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Schulamt für den Kreis Unna statt und richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen aus weiterführenden Schulen. Treffpunkt ist am Donnerstag, 23. September von 14 bis 17.45 Uhr in der RAA Kreis Unna, Schulstraße 8 in Bergkamen.

 

Früher haben Mütter und Großmütter die sprachliche Entwicklung der Kinder durch Reime, Fingerspiele und Lieder unterstützt. Unbewusst haben sie damit ein wichtiges Prinzip eingesetzt: das Chunk-Lernen. Chunks sind Wendungen, die das Gehirn leichter abspeichert als einzelne Wörter. Hierzu gehören zum Beispiel feststehende Ausdrücke wie: „Arm in Arm spazieren gehen“ oder ganze Sätze aus Kinderspielen wie: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist …“. Indem diese „Chunks“ mehrmals wiederholt und aktiv gesprochen werden, bleiben sie wie ein Ohrwurm in Erinnerung. So lassen sich beim Sprechen und Schreiben Wendungen und Satzteile, die häufig wiederkehren, auf einmal aus dem Gehirn abrufen.

 

Sowohl Muttersprachler als auch Fremd- und Zweitsprachenlernende profitieren davon, feste Wendungen und Satzteile als Ganzes zu erlernen. Zweitsprachenlernern wird die Sprache vor allem „natürlicher“, denn sie muss nicht mehr erst mühsam aus einzelnen Versatzstücken und mit Hilfe von Grammatikregeln zusammengesetzt werden. Lernende machen bei dieser Sprachfördermethode erst die Erfahrung, dass sie die zu lernende Sprache richtig verwenden; danach kann, wenn nötig, die Aufmerksamkeit auf die Grammatik gelenkt werden.

 

Wie das konkret im Unterricht aussehen kann und wie Lehrkräfte zu sprachlichen Problembereichen ihrer Schüler/innen selbst schnell und ohne viel Vorbereitung „Chunks“ entwickeln können, soll in der Fortbildungsveranstaltung anhand zahlreicher praktischer Unterrichtsbeispiele gezeigt und erprobt werden. Referentin ist Barbara Ziebell, die seit vielen Jahren Erfahrung in der Lehrerfortbildung hat und u. a. am Kompetenzzentrum Sprachförderung in Köln tätig ist.

 

Für das Seminar wird ein Beitrag von 10 € erhoben. Telefonische Anmeldungen nimmt die RAA Kreis Unna bis Donnerstag, 16. September vormittags unter Tel. 0 23 07 / 9 24 88-6 oder über das Anmeldeformular im Internet unter www.kreis-unna.de (Gesundheit und Soziales – Ausländer und Integration – RAA Kreis Unna – Fortbildungs- und Veranstaltungsprogramm - Anmeldeformular) an.




Pressekontakt: Kreis Unna - Presse und Kommunikation, Constanze Rauert, Fon 02303 27-1013, E-Mail constanze.rauert@kreis-unna.de

Kreis Unna | Presse und Kommunikation | Friedrich-Ebert-Straße 17 | 59425 Unna | Tel. 02303 27-1213 | Fax: 02303 27-1699 | E-Mail: pk@kreis-unna.de