Region Kassel.
Kein Schulbrot, kein Handy, kein Geld für die Klassenfahrt: Was es heißt, arm zu sein, spüren immer mehr Kinder auf die unterschiedlichste Art und Weise. Während Hunger sicher als existentiell anzusehen ist, stellt der Verzicht auf materielle Güter wie zum Beispiel ein Handy eher eine Form von sozialer Ausgrenzung dar. „Mit dieser Problematik, diesem „Nicht-Dazugehören“, beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe Armut hat viele Gesichter, die wir gemeinsam mit den Sozialverbänden im Landkreis Kassel konzipiert haben“, informiert Vizelandrätin Susanne Selbert. Ab Donnerstag, 23. September 2010 stehen neben betroffenen Kindern, aber auch Alleinerziehende und alte Menschen im Zentrum von Gesprächsrunden, Vorträgen und Situationsbeschreibungen, die sich um die zunehmende Armut und damit einhergehende mangelnde Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland drehen.
In Kooperation mit den in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Sozialverbänden im Landkreis Kassel lädt der Landkreis zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Problematik sozialer Ausgrenzung aufgrund von Armut ein. Selbert: „In drei Veranstaltungen, die sich jeweils mit einer Gruppe von Betroffenen beschäftigen, soll für die Situation der Betroffenen sensibilisiert, aber auch Hilfsmaßnahmen erarbeitet und vorgestellt werden“. Da statistisch gesehen Kinder und Jugendliche, aber auch Alleinerziehende besonders häufig betroffen sind, gilt es hier beispielsweise für Rahmenbedingungen zu sorgen, die eine Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit ermöglichen.
Aber auch die Einkommens- und Vermögenssituation älterer Menschen gestaltet sich bei einer zunehmenden Anzahl schwierig. Dieses als Altersarmut bezeichnete Gesellschaftsphänomen tritt zudem oftmals verdeckt auf. „Gerade alte Menschen können sich selbst nur sehr schwer eingestehen, in finanzielle Nöte geraten zu sein“, berichtet die Sozialdezernentin des Kreises. Die Angst, durch die Inanspruchnahme von Hilfe, eigenes Versagen einzugestehen, ist in der Altersgruppe sehr hoch.
Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung will die Veranstaltungsreihe zu mehr Mut aufrufen, gegen die zunehmenden Formen der sozialen Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen vorzugehen. Interessierte sind herzlich eingeladen, an den mit kompetenten Gesprächspartnern konzipierten Runden teilzunehmen.
Termine der Veranstaltungsreihe:
Donnerstag, 23. September 2010:
„Armut und soziale Ausgrenzung bei Kindern und Jugendlichen“, Bürgerhaus Lohfelden, Beginn: 19.00 Uhr.
Dienstag, 28. September 2010:
„Armut und soziale Ausgrenzung bei Alleinerziehenden“, Rathaus der Stadt Baunatal, Beginn: 18.00 Uhr.
Donnerstag, 30. September 2010:
„Armut und soziale Ausgrenzung bei alten Menschen“, Begegnungsstätte Kaufungen Mitte, Beginn: 19.00 Uhr.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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