
Kreis Unna. (PK) Die Arbeit der schulpsychologischen Beratungsstelle für den Kreis Unna wird stark nachgefragt – mit noch steigender Tendenz. Das geht aus dem Bericht über das vergangene Schuljahr hervor, den die Leiterin der Beratungsstelle, Elisabeth Hanfland und ihre Kollegin Stefanie Lippelt in der Sitzung des Kreis-Schulausschusses vorstellten. Das Gremium tagte am Mittwoch (22. September) unter Vorsitz von Martin Wiggermann (SPD) im Kreishaus in Unna.
Insgesamt 326 Beratungsanfragen verzeichnete die Einrichtung mit Sitz in der Parkstraße in Unna im Schuljahr 2009/2010, wobei die meisten von Grundschulen im Kreis kamen (119), gefolgt von den Gymnasien und Realschulen (jeweils 58), den Berufskollegs (27), Hauptschulen (24), Förderschulen (20) und Gesamtschulen (19). Eine Anfrage kam zudem von einer Waldorfschule. Ein wesentlicher Teil der Beratungen bezieht sich auf Anfragen von Lehrern und pädagogischen Fachkräften zum Umgang mit einzelnen Schülern. Häufige Ursachen für diese Beratungsanfragen waren psychische Krisen der Schüler, Probleme in den Familien, Verhaltensauffälligkeiten und Teilleistungsstörungen in einzelnen Fächern oder Unterrichtsbereichen.
Im zweiten Jahr ihres Bestehens habe man die Arbeit der schulpsychologischen Beratungsstelle auf verschiedenen Gebieten weiterentwickelt, berichtete Hanfland. Ein wesentlicher Schwerpunkt liege in der Unterstützung der Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von Förderkonzepten und Maßnahmen zur Krisenprävention. Hier habe man im vergangenen Schuljahr drei Kurse zum Aufbau schulinterner Krisenteams angeboten, an denen die Hälfte aller weiterführenden Schulen aus dem Kreisgebiet teilgenommen haben. Zwei weitere Kurse sollen folgen, zudem ein speziell auf Grundschulen zugeschnittenes Angebot, so dass alle Schulen die Möglichkeit haben, sich im Bereich Krisenprävention und Krisenintervention zu qualifizieren.
„Die präventive Arbeit hat sich bereits in der Praxis bewährt“, unterstrich Hanfland, die im vergangenen Jahr auch zwei Schulen bei der Bewältigung schwerer Krisenfälle mit ihrem Team hilfreich zur Seite stand. „Sie erhöht die Handlungssicherheit der Schulen in schulischen Krisenfällen erheblich.“ Daher legt die schulpsychologische Beratungsstelle auch einen weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Fortbildung von Beratungslehrern. Diese übernehmen nach der Qualifizierung schulinterne Beratungsaufgaben und sind nicht nur im Krisenfall wichtige Kooperationspartner für die Beratungsstelle.
„Wir haben unseren Bekanntheitsgrad erweitert und unsere Angebote ausgebaut“, zeigte sich Hanfland froh, dass der Kreistag für das vergangene Schuljahr eine zweite kommunale Stelle bewilligt hatte, so dass das Team nunmehr mit vier Schulpsychologen „am Start“ ist. Für das laufende Schuljahr wurde zudem weitere Fachkraft des Landes bewilligt. Diese wird auch dringend benötigt, denn neben speziellen Fortbildungsprojekten auf Anfrage von Schulen plant die Beratungsstelle auch eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Beratungsdiensten und gezielte Schulentwicklungsprojekte, wie die Unterstützung für Förderangeboten bei Rechenschwäche, im laufenden Schuljahr.