13. Oktober 2010. Seit im August 2009 Dr. Abulkader Ali schwer erkrankte, ist die Fortführung der Krankenhausversorgung auf der Insel Borkum ungewiss. Landrat Bernhard Bramlage hatte frühzeitig alle Beteiligten wie Krankenkassen, kassenärztliche Vereinigung, Sozialministerium, Politik und niedergelassene Ärzte zusammengebracht, um Lösungen für den Weiterbetrieb zu finden. Auch das Klinikum Leer hatte unmittelbar im Herbst 2009 die Bereitschaft signalisiert, die Krankenhausversorgung zu übernehmen, jedoch war dies zum damaligen Zeitpunkt von Dr. Ali nicht gewünscht.
Zum Jahreswechsel zeichnete sich dann ab, dass ein auch in Leer ansässiges Großlabor (LADR GmbH) Krankenhaus und Arztpraxis übernehmen wollte. Diese Verhandlungen sind vor einigen Wochen endgültig gescheitert, und mit den vielen Winkelzügen, so Landrat Bramlage, sei fast ein Jahr vertan worden. Nun musste schnell gehandelt werden und ein Versorgungskonzept, vorrangig für die Weiterführung der Krankenhausversorgung, erarbeitet werden, dass bei den Kostenträgern (Krankenkassen und kassenärztlicher Vereinigung) und dem Sozialministerium akzeptiert ist.
Landkreis und Klinikum Leer konnten nun ein konkretes Fortführungskonzept, verbunden mit der Übernahme von Praxis und Krankenhaus, an Dr. Ali übersenden, denn bereits am 17. November endet nach neuesten Informationen die Möglichkeit für Herrn Dr. Ali, mit ärztlichen Vertretern seine Praxis und das Krankenhaus fortzuführen. Danach müsste der Betrieb eingestellt werden.
„Noch immer entscheidet das Verhalten von Herrn Dr. Ali darüber, ob eine nahtlose Fortführung des Krankenhausbetriebes möglich ist“, sagt Landrat Bramlage. Bei den Verhandlungen mit der Stadt Borkum, die für den Übergang des Pachtvertrages und die vertraglichen Voraussetzungen für eine bauliche Weiterentwicklung erforderlich sind, erwartet Bramlage eigentlich keine Probleme, denn die Stadt habe stets ihr großes Interesse an der Weiterführung des Krankenhauses bekundet.
Um keine Zeit zu verlieren, wird das Versorgungskonzept parallel zu den Abstimmungen mit Dr. Ali und der Stadt Borkum in den zuständigen Gremien des Landkreises bzw. Klinikums vorgelegt.
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