Kreis Unna - Presse und Kommunikation

29. Oktober 2010

Altlastenfläche Massen und Pumpwerk Wasserkurler Straße

Gutachter stellt Untersuchungsergebnisse vor

Kreis Unna. (PK) Über die Ergebnisse der Sanierungsuntersuchungen für den Nordteil der ehemaligen Zeche und Kokerei III / IV in Unna informierten sich die Mitglieder des Natur- und Umweltausschusses des Kreises in ihrer jüngsten Sitzung. Ausschussvorsitzender Walter Teumert (SPD) begrüßte dazu als Gutachter den Diplom-Geologen Dr. Michael Kerth am Mittwoch, 27. Oktober im Kreishaus in Unna.

 

Dieser stellte als Fazit seiner Untersuchungen eindeutigen Sanierungsbedarf auf dem ehemaligen Betriebsgelände fest. „Im Bereich eines ehemaligen Klärbeckens im Nordteil ist eine erhebliche Teerölbelastung des Bodens vorhanden. Dort ist Teeröl in den Untergrund eingedrungen und hat sich von dort nach Nordwesten bis auf die angrenzenden Grundstücke ausgebreitet“, so Dr. Kerth. „Generell stellen die hohen Belastungen im Boden eine langandauernde Quelle für eine Grundwasserbelastung dar. Ohne Eingriffe ist davon auszugehen, dass noch über lange Zeiträume teeröltypische Schadstoffe in das Grundwasser abgeben werden“, so der Gutachter weiter. Als weiteren wichtigen Punkt schloss der Gutachter aber mögliche Gefahren für Menschen und Umwelt durch einen Direktkontakt mit dem belasteten Boden, durch Bodenluftbelastung oder durch landwirtschaftliche Nutzung aus.

 

„Ziel von Sanierungsmaßnahmen sollte es sein, die Schadstoffeinträge in das Grundwasser zu vermindern, eine Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser zu verhindern und mittel-bis langfristig das Auftreten entsprechender Belastungen im Pumpwerkswasser zu unterbinden bzw. zu minimieren. Diese Punkte sollten insbesondere auch bei einer Neuplanung der Fassungseinrichtungen für das Pumpwerk Wasserkurler Straße beachtet werden“, betonte Kreis-Bau- und Umweltdezernent Dr. Detlef Timpe.

 

Der Sanierungsvorschlag des Gutachters lautete dazu, Teilauskofferung des Bodens im Bereich des ehemaligen Klärbeckens und Einbau einer Grundwasserabstromsicherung. Die Kosten einer solchen Sanierung lägen nach ersten Schätzungen zwischen 2 und 3,5 Mio. Euro. Bei der Finanzierung hofft der der Kreis auf Unterstützung durch den Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband (AAV).

 

Alle Fraktionen des Ausschusses folgten dem Vorschlag des Gutachters und einigten sich als nächste Schritte auf die vertiefte technische Prüfung der Teildekontamination des Bodens im Bereich des ehemaligen Klärbeckens (Verdichtung des Bohrrasters, Prüfung des optimalen Aushubverfahrens einschl. der ggf. erforderlichen Baugrubensicherung durch Spundwand), die Erarbeitung einer seriösen Kostenschätzung und die Umsetzung von Maßnahmen zur Sicherung des Grundwassers im Zusammenhang mit dem anstehenden wasserrechtlichen Verfahren für das Pumpwerk Wasserkurler Straße. Ein Beginn der Sanierungsarbeiten ist nach Abschluss aller Planungsarbeiten Anfang 2012 wahrscheinlich.

 

„Alle betroffenen Anwohner werden voraussichtlich Mitte November in einer Nachbarschaftversammlung über das weitere Vorgehen informiert“, erklärte Dr. Timpe.




Pressekontakt: Kreis Unna - Presse und Kommunikation, Susanne Kronenberg, Fon 02303 27-1113, E-Mail susanne.kronenberg@kreis-unna.de

Kreis Unna | Presse und Kommunikation | Friedrich-Ebert-Straße 17 | 59425 Unna | Tel. 02303 27-1213 | Fax: 02303 27-1699 | E-Mail: pk@kreis-unna.de