Der Eröffnung des Jugendfreilufttreffs Neustädter Feld steht nun nichts mehr im Wege. Am kommenden Freitag wird Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper das Haus auf dem Sport- und Freizeitkomplex an der Othrichstraße einweihen. Entstanden ist hier ein Raum für die Jugendlichen nach ihren eigenen Vorschlägen und Konzepten, in dem sie sich auch abends und am Wochenende treffen können. Finanziert wurde das Objekt mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“.
„Die jungen Leute im Neustädter Feld hatten mit dem Jugendfreilufttreff eine tolle Idee“, lobt der Oberbürgermeister und räumt ein: „Natürlich ist bei einem solchen Vorhaben immer Kompromissbereitschaft gefragt. Doch mit dem nun entstandenen Treff haben die Jugendlichen ein Refugium, in dem sie ganz für sich sind. Hier können sie eigene Ideen und Wünsche umsetzen. Ich denke dafür hat sich das Warten gelohnt.“
Der Bau des Jugendtreffs hatte sich aufgrund von Standortdiskussionen und Planungsschwierigkeiten mehrmals verschoben. Ursprünglich sollte das Objekt im vergangenen Jahr auf dem ehemaligen Schulgartengelände an der Othrichstraße entstehen. An diesem Standort befürchtete man jedoch eine erhöhte Lärmbelastung für die Besitzer der hier geplanten Eigenheime. Gegen eine Rasenfläche unterhalb der Tangente protestierten Anwohner der Thietmarstraße und der Rathmannstraße.
Ein Kompromiss fand sich schließlich mit dem Grundstück zwischen Nachbarschaftszentrum und Sportanlage in der Othrichstraße. Die Stadtverwaltung hatte für das Gebiet ein Schallschutzgutachten anfertigen lassen. Darin wurde keine erhöhte Lärmbelastung für die angrenzenden Grundstücke festgestellt.
Bei der planerischen und baulichen Umsetzung des Projektes orientierten sich die Planer eng an den ursprünglichen Vorschlägen der Jugendlichen. Hierbei lag das Hauptaugenmerk auf Zweckmäßigkeit. Der Treff ist ein einfacher achteckiger Stahlbetonbau mit nach außen hin nahezu geschlossener Bauweise. Durch Fenster und Oberlichter ist der Gesamteindruck im Innenraum aber hell und freundlich. Das in den Planungen zunächst ausgeschriebene Runddach aus Stahl erwies sich als zu teuer und wurde durch eine Holzdachkonstruktion ersetzt. Hölzerne Biergartengarnituren bilden das Mobiliar, die Bänke sind an der Wand angebracht.
Stadtteilmanagerin Julia Bencsik hofft, dass sich die jungen Leute mit eigenen Ideen an der lebendigen Gestaltung ihres Treffs beteiligen. Gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Magdeburg wird derzeit überlegt wie es gelingt, den Jugendtreff mit anderen Einrichtungen zu vernetzen. Im Gespräch sind unter anderem Projektpaten, die den Jugendlichen helfen, selbst die Verantwortung für ihren Treffpunkt zu übernehmen. Wer Interesse an dem Projekt oder Fragen dazu hat, kann sich im Stadtteilbüro in der Rollestraße 29 oder unter 0391/50 95 98 45 melden.
Die Gesamtkosten für das Projekt betragen ca. 60.000 Euro. Hiervon werden ca. 30.000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ finanziert, für den Restbetrag kommt die Landeshauptstadt auf.
Die regelmäßige Leerung der Papierkörbe wird über den Haushalt des Jugendamtes finanziert. Stadtteilmanagement und Streetworker des Jugendamtes haben außerdem ein Auge auf Ordnung und Sauberkeit rund um den Treff.
Die Idee für den Treffpunkt stammt von den Jugendlichen im Neustädter Feld selbst. Im Rahmen eines Demokratieprojektes entstand zwischen 2007 und 2008 ein sogenannter „Jugendstadtteilrat“. Die Projektteilnehmer befragten die jungen Leute im Stadtteil zu ihren Problemen, Wünschen und Vorstellungen. Es stellte sich heraus, dass es den Jugendlichen an öffentlichen Treffpunkten mit Unterstellmöglichkeiten fehlt. Darum waren sie unter anderem auf Spielplätze im Stadtteil ausgewichen, was Unmut unter den Anwohnern hervorgerufen hatte.
Auf der Grundlage seiner Befragungen erarbeitete der Jugendstadtteilrat eigene Konzepte und Entwürfe für den gewünschten Treffpunkt. Für die Realisierung ihres Ziels setzten sich die jungen Leute auch nach Ablauf der Projektphase ein. Am Freitag können sie nun das Ergebnis ihres Engagements in Besitz nehmen.
Zum Eröffnungsfest sind die Bewohner des Stadtteiles herzlich eingeladen.