Pressemitteilung vom11. November 2010
Neues Projekt für Nachbarschaftshilfe im Alter im Landkreis Kassel

Kreis Kassel. Gemeinsam mit der Stiftung ProAlter startet der Landkreis Kassel ab dem 1. Dezember 2010 ein neues Projekt zum Aufbau von Strukturen für Nachbarschaftshilfen im Alter im Landkreis. „Als die Stiftung ProAlter uns auf dieses Thema und ein mögliches Modellprojekt angesprochen hat, waren Landrat Uwe Schmidt und ich sofort überzeugt, dass dies eine sehr gute Idee ist“, betont Vizelandrätin Susanne Selbert. Die „sehr gute“ Idee heißt, dass in den 29 Kommunen im Landkreis Kassel neue Nachbarschaftshilfen im Alter auf den Weg gebracht werden sollen. „Wir haben uns im Vorfeld die Situation im Landkreis Kassel angesehen und sind zu der Überzeugung gelangt, dass man hier noch Potenziale hat, die sich heben lassen“, ergänzt Rudolf Schmidt von der Stiftung ProAlter. Schmidt, der in Hofgeismar wohnt, und zusammen mit Klaus Großjohann (Bonn), Dr. Willi Rückert (Brühl) und Dr. Hans Peter Tewes (Heidelberg) den Projektvorschlag ehrenamtlich erarbeitet hatte, begründet die Auswahl des Landkreises Kassel als Modellgebiet damit, dass „wir im ländlichen Raum größere Probleme bekommen werden, als in den Städten“.

 

Mit Problemen meint Schmidt, dass sich die Zahl der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahren stark erhöhen wird. „Die Familien werden die notwendige Unterstützung nicht mehr leisten können, die Pflegedienste klagen bereits heute über Fachkräftemangel und die Leistungsmöglichkeiten der Pflegeversicherung reichen nicht mehr aus“, skizziert der ehemalige Prälat der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck die Problemlage.

 

Schmidt: „Deshalb müssen wir neue Hilfspotenziale erschließen – gerade bei älteren Menschen, die in der Lage und willens sind, andere ältere Menschen zu unterstützen“. Mit dem Modellprojekt, das von der Share Value Stiftung (Eisenach) und dem Land Hessen unterstützt wird, soll die jeweilige Situation in den 29 kreisangehörigen Kommunen untersucht werden und daraus eine Bedarfsanalyse für neue Nachbarschaftshilfen entwickelt werden. „Dabei geht es nicht darum, in Konkurrenz zu vorhandenen Hilfsangeboten zu treten – es geht um zusätzliche Angebote, die bisher und sicher auch in Zukunft nicht zu leisten sind und für die es ein Reservoir an Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren wollen“, informiert Vizelandrätin Selbert. Das Angebot könne vom Fahrdienst zum Arzt über gemeinsame Museumsbesuche bis hin zu Beratungsangeboten und gemeinsamen Veranstaltungen reichen. Selbert: „Hier soll nicht aufgedrückt werden – wir wollen die Angebote und die damit verbundene Struktur zusammen mit den Kommunen und den ehrenamtlich Aktiven vor Ort entwickeln“.

 

Bei einer Auftaktveranstaltung im Kasseler Kreishaus erläuterte Erika Garten vom Landkreis Groß-Gerau das dort entstandene Netzwerk ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfen von Älteren für Ältere. Als nächstes werden jetzt die Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen direkt um ihre Unterstützung beim Aufbau neuer Nachbarschaftshilfe gebeten. Begleitet wird das Modellprojekt von einem Projektbeirat, dem neben Vizelandrätin Selbert und Prälat i.R. Schmidt der Kaufunger Bürgermeister Arnim Roß, Helmut Radi (Erster Vorsitzender des Nachbarschaftsvereins Fuldatal e.V. und Dr. Peter Michell-Auli vom Kuratorium Deutsche Altershilfe angehören. Projektkoordinator im Kreishaus ist Karl Hellmich.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn

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