Presseinformation

Nr. 525 Steinfurt, 29. Dezember 2010


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Fachkräfte gewinnen und binden – WESt blickt auf 2010 zurück
Familienfreundlichkeit in Betrieben besonders im Fokus

Kreis Steinfurt. 2010 – das Jahr nach der Wirtschaftskrise hat eine positive Entwicklung für den Arbeitsmarkt im Kreis Steinfurt gebracht. Mit dem Anziehen der Konjunktur ist die Arbeitslosenquote auf unter fünf Prozent gesunken. Diese erfreuliche Entwicklung bedeutet für die Arbeitgeber allerdings eine Herausforderung, weil sie auf dem Arbeitsmarkt schwieriger geeignete Fachkräfte finden. Deshalb hat sich die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt) im vergangenen Jahr verstärkt um das Problem des Fachkräftemangels gekümmert.

 

Um Fachkräfte für Betriebe zu gewinnen und sie zu binden, ist die Familienfreundlichkeit in Unternehmen ein wichtiger Pluspunkt. Mit der Initiative „Betriebsplus Familie" hat es sich die WESt zum Ziel gesetzt, das Thema Familienfreundlichkeit stärker ins öffentliche Blickfeld zu rücken und es zu einem Markenzeichen der Wirtschaft im Kreis Steinfurt zu machen. Im Rahmen dieser Initiative hat die WESt in 2010 zum zweiten Mal zum „Unternehmenswettbewerb zur guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie" aufgerufen. Besonders erfreulich war, dass Teilnehmer aus der ersten Auflage in 2008 nicht nur ihr Angebot ausgebaut und neue Themen in Angriff genommen haben, sondern dass neue Unternehmen hinzugekommen sind. Für das Engagement zur „Vereinbarkeit von Beruf und Familie" wurde die Wirtschaftsförderung im Mai von der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder gewürdigt.

 

Ein weiteres Mittel, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bietet das NRW-Stipendienprogramm, an dem sich die WESt beteiligt. Hintergrund ist, möglichst früh Kontakt mit den Fachkräften von morgen aufzunehmen. Die Wirtschaftsförderung hat Unternehmen im Kreis für das Programm gewinnen können, so dass zehn Masterstudierende eine Förderung bekommen haben. Das Stipendienprogramm bildet damit eine Win-win-Situation für Studierende und Unternehmen.

 

Erfolgreich waren auch die Bemühungen der WESt - gemeinsam mit den Steinkohlekommunen - zum Erhalt der subventionierten Steinkohleförderung in Ibbenbüren über 2014 hinaus. Es gab viele Gespräche mit Verantwortlichen und gemeinsame Schreiben an Landes- und Bundesregierung. Auch wurde ein „Brandbrief" mit der Forderung, später aus dem subventionierten Steinkohlebergbau auszusteigen, an die Europäische Kommission gesandt. Anfang Dezember kam die gute Nachricht aus Brüssel und der Lohn für all die Bemühungen: Ausstieg aus der subventionierten Steinkohleförderung erst in 2018. Unter dem Slogan „Wandel als Chance" arbeitet die Wirtschaftsförderung mit den Kohlekommunen des Ruhrgebietes an Konzepten für die Situation nach 2018.

 

Eine absolute Neuheit waren in 2010 die Bildungsschecks und Bildungsprämien der WESt. Beide Instrumente dienen dazu, Beschäftigte kleinerer und mittlerer Unternehmen beruflich weiterzubilden und Existenzgründer zu fördern. Darüber hinaus haben die Berater der WESt in mehr als 700 Gesprächen Existenzgründern beim Schritt in die Selbständigkeit geholfen und somit mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen. Die Berater halfen bei Fragen nach Fördermitteln, aber auch bei der Suche nach geeigneten Standorten. Zusammen mit der NRW.BANK konnte die WESt im letzten Jahr in mehreren Fällen Mikrodarlehen für Existenzgründer vergeben.

 

Für Frauen, die den Weg in die Selbstständigkeit wagen wollten, gab es im Rahmen des Projekts „Münsterland Initiative Unternehmerin" verschiedene Seminare und Workshops. Viele Gründerinnen haben die Angebote angenommen. Außerdem hat die WESt ein Unternehmerinnennetz etabliert – ein Netzwerk, in dem sich die Frauen untereinander austauschen und von den Kontakten und Erfahrungen anderer profitieren können.

 

Beim Breitband-Ausbau hat der Kreis Steinfurt einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Wirtschaftsförderung hat in vielen Fällen zwischen Kommunen und Anbietern vermittelt. Sämtliche Erwartungen wurden übertroffen. In Ibbenbüren wie in Wettringen sind jetzt unversorgte Ortsteile und Bauerschaften ans schnelle Netz angeschlossen. Auch für Lotte, die bisher am schlechtesten versorgte Kommune im Regierungsbezirk Münster, gibt es eine Lösung samt Förderung. Anträge auf Förderungen für Alt-Lotte, Hopsten und Rheine sind weitgehend abgeschlossen.

 

Mit weiteren Kommunen ist die WESt derzeit im Gespräch. Gibt es in 2011 ausreichend Fördergelder, wird in den nächsten Monaten erheblich in das Breitband-Netz im Kreis Steinfurt investiert. Ziel der Wirtschaftsförderung ist nicht nur, die Weißen Flecken zu schließen, sondern auch höhere und zukunftsfähigere Bandbreiten zu erreichen. Bezüglich der Glasfaserverlegung gibt es einen intensiven Dialog mit Unternehmen und den Stadtwerken im Kreis Steinfurt.

 

Das Partnerschaftsprojekt mit der Fachhochschule Münster „Transfer in Steinfurt" (Train) hat auch in 2010 für die Technologieförderung in mittelständischen Unternehmen eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht. Für regionale Logistikunternehmen konnten Fördermittel eingeworben werden, die sich erfolgreich an dem Wettbewerb Logistik.NRW beteiligt haben.