21. Januar 2011.
Die Möglichkeit der Einführung der Oberschule auf der Nordseeinsel Borkum war an diesem Mittwoch Thema eines Gesprächs mit dem Niedersächsischen Kultusminister Dr. Bernd Althusmann. Landrat Bernhard Bramlage hatte um ein Gespräch gebeten, zu dem der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (Remels) eingeladen hatte. In einer anschließenden Bewertung bezeichnete Landrat Bramlage das Gespräch als „sehr konstruktiv“. Im Vorfeld hatten sich Schulvorstand, Gesamtkonferenz und Schulleitung an den Landkreis als Schulträger mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Im Jahre 2004 waren die Bemühungen zur Einrichtung eines einzügigen Gymnasiums auf Borkum gescheitert, und auch die Einrichtung einer Gesamtschule wurde im April 2009 vom Kultusministerium abgelehnt. An dem Gespräch mit Kultusminister Dr. Althusmann nahmen neben Thiele die Landtagsabgeordnete Johanne Modder und als Vertreter der Borkumer Schule die Schulelternratsvorsitzende Brigitte Müller, Rektor Johannes Akkermann sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Borkum Gerhard Begemann teil. Die Vertreter des Landkreises, der Schule und der Stadt Borkum wiesen in Hannover noch einmal auf die besondere Insellage hin und die Erwartung, dass bei der anstehenden Änderung des Schulgesetzes die Möglichkeit eröffnet würde, in Sonderfällen, wie sie auf Borkum und auch anderen Inseln anzutreffen sei, maßgeschneiderte Einzellösungen zu finden. Eine festgeschriebene Mindestzahl von Klassenverbänden oder Mindestschülerzahlen als Voraussetzung für die Einrichtung schulischer Angebote seien auf Borkum und den anderen Inseln fast regelmäßig nicht praktikabel. Mit den an die insulare Situation angepassten Einzellösungen habe man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Die Vertreter der Inselschule wiesen noch einmal darauf hin, dass es trotz eines Förderangebotes für die Realschüler mit Gymnasialempfehlung auf der Inselschule noch immer mit besonderen Problemen verbunden sei, dann nach dem Realschulabschluss auf ein Gymnasium auf dem Festland zu wechseln. Die tatsächliche Zahl der Schülerinnen und Schüler, die auf ein Gymnasium auf dem Festland wechseln würden, bleibe deutlich hinter dem Prozentsatz der Gymnasialempfehlungen zurück. Kultusminister Dr. Althusmann signalisierte, dass die Einrichtung einer Oberschule auf Borkum möglich sein könnte, obwohl die notwendige Mindestschülerzahl auf Borkum wohl nicht ganz erreicht würde. Die Einrichtung eines eigenständigen gymnasialen Angebotes an einer Oberschule bedürfe jedoch näherer Prüfung. Diese wird in den nächsten Wochen durch das Kultusministerium erfolgen, dessen Vertreter ebenfalls an dem Gespräch teilnahmen. Voraussichtlich wird in vier Wochen ein weiteres Gespräch in Hannover stattfinden, in dem dann die Ergebnisse der anstehenden Prüfungen besprochen werden sollen.
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